Pallade Veneta - Bericht: Kein ausreichender Schutz vor Antisemitismus an der Columbia University

Bericht: Kein ausreichender Schutz vor Antisemitismus an der Columbia University


Bericht: Kein ausreichender Schutz vor Antisemitismus an der Columbia University
Bericht: Kein ausreichender Schutz vor Antisemitismus an der Columbia University / Foto: Adam GRAY - AFP/Archiv

Im Zusammenhang mit den pro-palästinensischen Protesten an der renommierten New Yorker Columbia University hat eine Untersuchungskommission der Hochschule schwere Versäumnisse beim Schutz jüdischer Studierender vor Antisemitismus vorgeworfen. "Wir haben die Erfahrungen jüdischer und israelischer Studenten an der Columbia im vergangenen Studienjahr gesammelt und festgestellt, dass die Universität ihre grundlegendste Aufgabe nicht erfüllt", heißt es in dem am Freitag (Ortszeit) veröffentlichten Bericht.

Textgröße ändern:

Für den Bericht seien rund 500 Studierende befragt worden, schreiben die Autorinnen und Autoren der Hochschul-Kommission gegen Antisemitismus. Die Studierenden berichteten demnach unter anderem, sie seien von Protestierenden auf den Boden gedrückt worden, wenn sie Unterstützung für Israel geäußert hätten. Zudem habe es Hakenkreuzschmiererein in Wohnheimzimmern gegeben. Andere berichteten, ihnen sei der Zugang zu öffentlichen Bereichen der Universität verwehrt worden, weil sie jüdisch oder israelisch seien.

Die Columbia University verfüge nicht über angemessene Strukturen, um den Betroffenen zu helfen, befand die Kommission. "Viele Studenten wussten nicht, wo sie die Vorfälle melden sollten", heißt es. Einige Professoren und Uni-Angestellte reagierten demnach "mitfühlend" und angemessen. Andere hätten die Sorgen der Betroffenen nicht ernst genommen und selbst in schlimmen Fällen nur langsam oder auf eine ineffiziente Art und Weise reagiert.

"Das Erstarken der heftigen antisemitischen und fremdenfeindlichen Rhetorik, die unseren Campus im vergangenen akadamischen Jahr erschüttert hat, hat gezeigt, dass das gemeinsame Werte- und Normenverständnis nicht mehr existiert", schrieb die Kommission. Die Autoren des Berichts forderten "ehrgeizige, aufeinander abgestimmte und langfristige Anstrengungen" zur Verbesserung des Klimas an der Columbia University. Dies schließe Weiterbildungen für Studierende, Lehrende und weiteres Uni-Personal ein. Zudem müssten die Meldestrukturen verbessert werden.

Die Kommission gegen Antisemitismus der US-Elitehochschule hatte bereits zuvor einen ähnlichen Bericht veröffentlicht, nachdem es im Frühjahr an der Columbia University und anderen Universitäten in den USA angesichts des Krieges im Gazastreifen massive pro-palästinensische Proteste gegeben hatte. Im Zuge des Vorgehens gegen die pro-palästinensischen Demonstrierenden hatte es auch Vorwürfe gegeben, die Universität sei zu hart vorgegangen. Die Polizei hatte im Mai ein von Protestierenden besetztes Gebäude geräumt und etliche Demonstrierende festgenommen.

Mitte August erklärte die Präsidentin der Columbia University, Minouche Shafik, ihren Rücktritt, nachdem es "Drohungen" und "Beleidigungen" gegen sie gegeben habe. Sie war bereits die vierte Präsidentin einer US-Eliteuniversität, die diesen Schritt vor dem Hintergrund der landesweiten Hochschulproteste ging.

O.Merendino--PV

Empfohlen

Streit ums Geld: EU-Staats- und Regierungschefs verhandeln über EU-Haushalt

Die EU-Staats- und Regierungschefs haben in Brüssel ihre Verhandlungen über den nächsten, auf sieben Jahre angelegten Haushalt der Europäischen Union begonnen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zeigte sich bei seiner Ankunft in Brüssel am Donnerstag noch höchst skeptisch: "Wir brauchen Einstimmigkeit im Rat, und von dieser Einstimmigkeit sind wir weit entfernt", sagte er. Auch in der Diskussion um mögliche Maßnahmen gegen die infolge des Iran-Krieges erhöhten Energiepreise gab es keine wesentlichen Fortschritte.

Ukraine lagert erstmals seit 2012 wieder Saatgut in Tresor auf Spitzbergen ein

Die Ukraine hat erstmals seit 2012 wieder Saatgut im arktischen Saatgut-Tresor auf Spitzbergen einlagern lassen. In dieser Woche seien 773 Proben in die norwegische Anlage gebracht worden, teilte das Landwirtschaftsministerium in Oslo mit. Darunter seien verschiedene Sorten von Sonnenblumen, Getreide, Buchweizen und Futterpflanzen.

Smartphone als Ausweis: Bundestag macht Weg für digitale Brieftasche frei

Der Bundestag hat den Weg für die Einführung der digitalen Brieftasche freigemacht, die Bürgerinnen und Bürger künftig den Nachweis ihrer Identität per Smartphone ermöglichen soll - etwa um ihr Alter zu belegen oder einen Vertrag abzuschließen. Ab 2027 solle das Smartphone "zum sicheren und bequemen Ausweis für den Alltag" werden, erklärte Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU). Eine Herausforderung bleibt allerdings die bislang noch geringe Bekanntheit des Projekts.

Netzentgelte für Gas steigen voraussichtlich - Stromnetzkosten im Schnitt stabil

Die Netzentgelte für Gas dürften im kommenden Jahr im bundesweiten Schnitt spürbar steigen. Die bislang veröffentlichten vorläufigen Preisblätter der Netzbetreiber deuten auf einen Anstieg um über zwei Prozent hin, wie aus Daten des Energiedatendienstleisters Ene't hervorgeht. Bei den Stromnetzentgelten gibt es demnach im Schnitt kaum Veränderungen, örtlich aber sehr wohl.

Textgröße ändern: