Pallade Veneta - Zweiter Protest-Jahrestag im Iran: Pro Asyl fordert Abschiebestopp

Zweiter Protest-Jahrestag im Iran: Pro Asyl fordert Abschiebestopp


Zweiter Protest-Jahrestag im Iran: Pro Asyl fordert Abschiebestopp
Zweiter Protest-Jahrestag im Iran: Pro Asyl fordert Abschiebestopp / Foto: Sameer Al-DOUMY - AFP/Archiv

Anlässlich des zweiten Jahrestages des gewaltsamen Todes der Kurdin Jina Mahsa Amini im Iran hat die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl ihre Forderung nach einem bundesweiten Abschiebestopp in das Land bekräftigt. Weiter verlangte die Organisation die Anerkennung der Schutzbedürftigkeit von geflohenen Iranerinnen und Iranern in Asylverfahren in Deutschland.

Textgröße ändern:

"Trotz willkürlicher Verhaftungen, grausamer Folter in den Gefängnissen und Hinrichtungen werden die Asylanträge von Iraner*Innen in Deutschland vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) zu einem großen Teil abgelehnt", kritisierte Pro Asyl. Demnach lag 2023 die bereinigte Gesamtschutzquote von iranischen Asylsuchenden in Deutschland lediglich bei 45,6 Prozent. Im ersten Quartal 2024 sei die Schutzquote sogar auf 39,1 Prozent gesunken.

Abschiebungen bedeuteten für die Betroffenen jedoch eine massive Gefährdung, warnte Pro Asyl. Dies gelte umso mehr, als dass viele der Geflüchteten sich auch in Deutschland an Protesten gegen das iranische Regime beteiligten oder zum Beispiel eine im Iran verfolgte Religion oder sexuelle Orientierung auslebten. Auch Abschiebungen in vermeintlich sichere Drittländer könnten zu lebensgefährlichen Kettenabschiebungen in den Iran führen.

Die 22-jährige Jina Mahsa Amini war am 16. September 2022 gestorben, nachdem sie von der iranischen Sittenpolizei wegen eines angeblichen Verstoßes gegen die strikte islamische Kleiderordnung festgenommen worden war. Ihr Tod löste monatelange Proteste unter dem Motto "Frau, Leben, Freiheit" aus. Dabei wurden hunderte Menschen getötet.

Seither gebe es in Sonntagsreden in Deutschland immer wieder große Solidaritätsbekundungen mit den mutigen Menschen im Iran, erklärte dazu der flüchtlingspolitische Sprecher von Pro Asyl, Tareq Alaows. Er nannte dies "eine Farce", da dem keine Taten folgten. "Echte Solidarität mit Menschen aus dem Iran zeigt sich in ihrer Anerkennung im Asylverfahren und durch einen bundesweiten Abschiebestopp", mahnte Alaows. "Doch der Schutz von Menschen fällt offenbar der derzeitigen manischen Abschiebedebatte zum Opfer", kritisierte er weiter.

M.Jacobucci--PV

Empfohlen

DIW-Auswertung: Nur zwei Drittel des Tankrabatts werden weitergegeben

Zwei Wochen nach Einführung des neuen Tankrabatts zeigt sich nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), dass lediglich 67 Prozent der Steuersenkung an Verbraucherinnen und Verbraucher weitergeben werden. Verglichen mit den Spritpreisen in Frankreich, wo es keinen Tankrabatt gibt, sanken die Preise an den Zapfsäulen in Deutschland demnach im Schnitt um zehn bis elf Cent je Liter - die Steuersenkung durch den Tankrabatt beträgt allerdings rund 17 Cent.

EuGH: Ausweisung von verurteilten Schleusern nicht abschreckend genug

Zu Haftstrafen verurteilte Schleuser dürfen nicht einfach ausgewiesen werden. Das ist keine wirksame, abschreckende Strafe, wie der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg am Donnerstag entschied. Ungarn verstieß demnach gegen seine Pflichten. (Az. C-521/25)

Bundestags-Gutachten: Neues Energiegesetz womöglich nicht mit EU-Recht vereinbar

Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat Zweifel an der Vereinbarkeit des sogenannten Netzpakets der Bundesregierung mit EU-Recht geäußert. Geplante Einschränkungen für den Anschluss neuer Energieanlagen ans Stromnetz seien eventuell nicht EU-rechtskonform, heißt es in einem von der Grünen-Fraktion beantragten Gutachten, dass der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag vorlag.

Schneller als die Inflation: Mieten in deutschen Städten ziehen wieder stärker an

Die Angebotsmieten in deutschen Städten sind zuletzt wieder stärker gestiegen. Wie das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) am Donnerstag mitteilte, legten sie im dritten Quartal im bundesweiten Schnitt um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Verglichen mit dem dritten Quartal 2025 betrug der Anstieg 3,7 Prozent.

Textgröße ändern: