Pallade Veneta - Studie: Mehr Frauen in deutschen Vorständen - aber langsamer Fortschritt

Studie: Mehr Frauen in deutschen Vorständen - aber langsamer Fortschritt


Studie: Mehr Frauen in deutschen Vorständen - aber langsamer Fortschritt
Studie: Mehr Frauen in deutschen Vorständen - aber langsamer Fortschritt / Foto: Daniel ROLAND - AFP

Der Frauenanteil in den Vorständen börsennotierter Unternehmen in Deutschland ist weiter angestiegen, wenn auch nicht mehr so stark wie zuvor. Am besten schneiden die Dax-Konzerne ab, in denen inzwischen jedes vierte Vorstandsmitglied weiblich ist, wie die Allbright Stiftung in Berlin am Dienstag mitteilte. Demnach ist die Porsche Holding das letzte Unternehmen im deutschen Leitindex mit einer rein männlichen Führungsriege.

Textgröße ändern:

Der Anteil der Frauen in den Vorständen aller 160 im Dax, MDax und SDax notierten Unternehmen stieg laut Allbright Stiftung im September verglichen mit dem Vorjahr um 2,3 Prozentpunkte auf 19,7 Prozent. Die Aufsichtsräte waren zu 37,0 Prozent mit Frauen besetzt. Das waren 0,9 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr.

Im Vergleich der westlichen Industrieländer konnte Deutschland damit nicht aufholen. Spitzenreiter ist Großbritannien, wo 32,1 Prozent der Vorstandsposten der größten 40 Unternehmen von Frauen besetzt sind. In den USA sind es gut 30 Prozent und in Frankreich knapp 29 Prozent. Schlechter als Deutschland mit 24,7 Prozent stand im September den Angaben nach nur Polen mit 18,2 Prozent da.

In Großbritannien sei es gelungen, ohne gesetzliche Quoten innerhalb kurzer Zeit sehr viele Frauen in Top-Positionen zu bringen. Das "öffentliche Bewusstsein für Chancengleichheit und Diversität ist stark und die Erwartungen an die Unternehmen hoch", erklärte die Stiftung.

Deutschland indes habe "viel Zeit mit der Quotendiskussion verloren". Es sei nötig, sich auf konkrete Maßnahmen zu fokussieren, die darauf abzielen, dass auf allen Ebenen viel mehr Frauen in Positionen kommen.

Derzeit gebe es in Deutschland an der Spitze von Führungsgremien "weiterhin so gut wie keine Frauen", erklärte die Allbright Stiftung zudem. Lediglich 4,4 Prozent der Vorstände werden von Frauen geführt, bei den Aufsichtsräten sind es 6,3 Prozent. Damit liegen beide Werte den Angaben nach auf dem Niveau von 2021.

R.Zaccone--PV

Empfohlen

Bericht: Biontech schließt Werk in Tübingen trotz Millionen-Angebot

Das Biotechnologieunternehmen Biontech schließt sein Werk in Tübingen, obwohl nach Informationen des "Handelsblatts" ein Investorenkonsortium bis zu 20 Millionen Euro dafür geboten hatte. Die Zeitung beruft sich in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Bericht auf Dokumente zu den monatelangen Verhandlungen. Die Verhandlungen mit dem Konsortium um den Münchner Investor Peter Löw hatten demnach im Mai begonnen.

US-Medien: Streamingdienst Netflix streicht 1000 Stellen

Angesichts eines verlangsamten Wachstums will der Streamingdienst Netflix US-Medienberichten zufolge 1000 Stellen abbauen. "Unsere Mission – die Welt zu unterhalten – ist ehrgeizig, und um sie zu erfüllen, müssen wir sehr genau darauf achten, wie wir unsere Mitarbeiter und Ressourcen priorisieren", zitierten US-Medien am Mittwoch aus einer internen Mitteilung der Co-Chefs Ted Sarandos und Greg Peters. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP äußerte sich Netflix zunächst nicht.

Bericht: Panzerbauer KNDS vor Wandel zum Staatskonzern

Der deutsch-französische Panzerbauer KNDS könnte laut einem Medienbericht zum Staatskonzern werden. Der ursprüngliche Plan für einen Börsengang werde nicht länger verfolgt, berichtet das "Handelsblatt" laut Mitteilung vom Mittwoch unter Berufung auf mehrere mit den Verhandlungen vertraute Personen. Stattdessen wollten die deutschen Eigentümer ihre Anteile an die Bundesregierung verkaufen.

Bundesregierung macht Weg frei für Zuckersteuer

Nach langem Ringen um eine Steuer auf zuckergesüßte Getränke hat sich die Bundesregierung auf einen Gesetzentwurf geeinigt. Die Steuer solle die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung stabil halten und einen wichtigen Beitrag "zum Schutz der Gesundheit vor allem von Kindern und Jugendlichen" leisten, hob das Bundesfinanzministerium hervor. Während Kinderärzte und die Verbraucherorganisation Foodwatch den Schritt begrüßten, kamen aus der Getränkewirtschaft erneut Warnungen vor einer massiven Belastung.

Textgröße ändern: