Pallade Veneta - Hohe US-Zölle: Schweiz will vorerst auf Gegenmaßnahmen verzichten

Hohe US-Zölle: Schweiz will vorerst auf Gegenmaßnahmen verzichten


Hohe US-Zölle: Schweiz will vorerst auf Gegenmaßnahmen verzichten
Hohe US-Zölle: Schweiz will vorerst auf Gegenmaßnahmen verzichten / Foto: Brendan SMIALOWSKI - AFP

Die Schweiz wird von den angekündigten US-Zöllen besonders hart getroffen, will aber dennoch vorerst auf Gegenmaßnahmen verzichten. "Eine Zunahme der handelspolitischen Spannungen ist nicht im Interesse der Schweiz", erklärte die Regierung in Bern am Donnerstag. Gegenmaßnahmen wie eigene Zölle wären mit Kosten für die Schweizer Volkswirtschaft verbunden.

Textgröße ändern:

Bei seiner Ankündigung im Rosengarten des Weißen Hauses hatte US-Präsident Donald Trump eine Tafel hochgehalten, auf der zusätzliche Zölle von 31 Prozent auf Waren aus der Schweiz ausgewiesen waren. In der schriftlichen Version des Dekrets sind es indes 32 Prozent. Die Einfuhrabgaben liegen damit in jedem Fall deutlich höher als etwa für die EU (20 Prozent) oder Großbritannien (zehn Prozent). Importe aus Japan werden mit einem Aufschlag von 24 Prozent belegt.

Für den Schweizer Bundesrat sind die Berechnungen der Zölle "nicht nachvollziehbar". Die Handelsbilanz beider Länder sei "relativ ausgeglichen", erklärte der Bundesrat. Während die USA einen Überschuss bei Dienstleistungsexporten erzielten, sei das bei Schweizer Warenexporten der Fall.

Die Regierung werde "in kommenden Kontakten mit den US-Behörden allfällige Missverständnisse ausräumen und sich für eine Lösung einsetzen". Gegenmaßnahmen seien aber nicht vorgesehen, weil sich dadurch Importe aus den USA verteuern würden.

Von den angekündigten Zöllen sind laut Bundesrat eine Vielzahl an Waren, "wie Maschinen, Uhren und landwirtschaftliche Güter", darunter Käse und Schokolade, betroffen. Für Exporte der Pharmaindustrie seien bisher keine Zusatzzölle vorgesehen, es werden jedoch weitere Beschlüsse erwartet.

Die Eidgenossenschaft war ohnehin schon von einem unterdurchschnittlichen Wirtschaftswachstum ausgegangen. Mit den Zusatzzöllen erhöhe sich die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Konjunktur noch schwächer entwickelt, als im März prognostiziert. Das hänge nicht nur mit den eigenen Exporten, sondern auch mit den Auswirkungen der Zölle auf die gesamte Weltwirtschaft zusammen.

G.Riotto--PV

Empfohlen

So viele Anträge wie nie bei der Schlichtungsstelle Reise & Verkehr

Bei der Schlichtungsstelle Reise & Verkehr sind im ersten Halbjahr so viele Beschwerden über Verspätungen und Ausfälle von Flug- und Bahnreisen eingegangen wie noch nie: In den sechs Monaten bis Ende Juni erreichten rund 29.000 Schlichtungsanträge die Stelle - das sei ein bisheriger Höchststand, teilte sie am Samstag mit. Vier von fünf Anträge auf Schlichtung betreffen Flüge.

Behörde: Mehrere Gewässer in Norditalien in "kritischem Zustand"

Mehrere Gewässer in Norditalien befinden sich der Behörde des Flusses Po (ADBPO) zufolge aufgrund einer Dürre in einem "kritischen Zustand". "Der Würgegriff der Dürre zieht sich in Norditalien weiter zu", erklärte die ADBPO, die Italiens längsten Fluss überwacht, am Freitag in einer Stellungnahme. Die Wettervorhersage verheiße für die kommenden Tage nichts Gutes, erklärte die Behörde weiter.

Von der Leyen: Technische Probleme mit EU-Grenzkontrollen werden gelöst

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat eingeräumt, dass es im Zusammenhang mit den neuen automatisierten Grenzkontrollen der EU "noch viel zu tun" gibt. "Wir arbeiten mit den Mitgliedstaaten daran, dass diese technischen Probleme gelöst werden", versicherte sie am Freitag bei einer Pressekonferenz im irischen Cork. Die Kontrollen führen seit Ende vergangenen Jahres an europäischen Flughäfen zu langen Warteschlangen.

Beschäftigte protestieren gegen Sparpläne bei Mercedes-Benz

Gegen den Sparkurs bei Mercedes-Benz haben am Freitag tausende Beschäftigte protestiert. An den Kundgebungen an mehreren Standorten des Autobauers nahmen nach Angaben der IG Metall mehr als 33.000 Beschäftigte teil, nach Angaben von Mercedes waren es circa 16.000. Die Gewerkschaft kündigte ähnliche Proteste auch bei anderen Autoherstellern und Zulieferern in den kommenden Wochen an - etwa bei Volkswagen.

Textgröße ändern: