Pallade Veneta - Beschäftigte protestieren gegen Sparpläne bei Mercedes-Benz

Beschäftigte protestieren gegen Sparpläne bei Mercedes-Benz


Beschäftigte protestieren gegen Sparpläne bei Mercedes-Benz
Beschäftigte protestieren gegen Sparpläne bei Mercedes-Benz / Foto: THOMAS KIENZLE - AFP

Gegen den Sparkurs bei Mercedes-Benz haben am Freitag tausende Beschäftigte protestiert. An den Kundgebungen an mehreren Standorten des Autobauers nahmen nach Angaben der IG Metall mehr als 33.000 Beschäftigte teil, nach Angaben von Mercedes waren es circa 16.000. Die Gewerkschaft kündigte ähnliche Proteste auch bei anderen Autoherstellern und Zulieferern in den kommenden Wochen an - etwa bei Volkswagen.

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Die Beschäftigten von Mercedes-Benz demonstrierten "gegen eine unbezahlte Erhöhung der Arbeitszeit auf 40 Stunden, Einschnitte bei tariflichen Leistungen, überzogene Dividenden und einen Kürzungskurs des Konzerns auf dem Rücken der Belegschaft", wie die IG Metall mitteilte. Gewerkschaft und Betriebsrat forderten hingegen "sichere Arbeitsplätze, Perspektiven für die Standorte sowie unangetastete tarifliche und soziale Sicherheit".

Bei Mercedes-Benz in Deutschland arbeiteten Stand Ende 2025 nach Unternehmensangaben rund 164.000 Menschen. Eine Konzernsprecherin erklärte, Mercedes-Benz sei über die Kundgebungen informiert worden. Das Unternehmen nehme "mögliche Unsicherheiten und Sorgen ernst". Mercedes-Benz sei es wichtig, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter frühzeitig und transparent zu informieren - "auch bei schwierigen Entscheidungen".

Die IG-Metall-Vorsitzende Christiane Benner sagte bei der Kundgebung in Düsseldorf, der Schlüssel für eine starke Autoindustrie liege in Investitionen in zukunftsfeste Produkte, Standorte und Beschäftigte. "Auch von der Politik fordern wir ein klares Signal: Der industrielle Kern dieses Landes darf nicht ausgehöhlt werden. Wir brauchen eine aktive Industriepolitik, die Transformation absichert."

Die deutschen Autobauer stehen derzeit unter Druck. Mercedes hat ein Sparprogramm angekündigt, das Unternehmen erwägt längere Arbeitszeiten bei gleichem Lohn zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Werke. Der Premiumautobauer hatte Ende April seine Bilanz für das erste Quartal vorgelegt - der Gewinn sank um 17 Prozent im Vorjahresvergleich auf 1,43 Milliarden Euro. Mercedes machte vor allem ein schwieriges China-Geschäft verantwortlich.

Europas größter Autobauer Volkswagen plant einen radikalen Konzernumbau, der laut einem Medienbericht mit einem noch stärkeren Stellenabbau als bisher geplant und Werkschließungen in Deutschland einhergehen soll. Das "Manager Magazin" berichtete Ende Juni von global bis zu 100.000 geplanten Stellenstreichungen. Zudem sollen vier Werke in Deutschland dichtgemacht werden.

Laut Berechnung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY gingen allein im vergangenen Jahr fast 50.000 Jobs in der Autoindustrie hierzulande verloren. Seit 2019 wurden demnach 111.000 Stellen in der Branche abgebaut.

D.Bruno--PV

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