Pallade Veneta - Rheinmetall erhöht Produktionskapazitäten kräftig - Fertigung in US-Werken möglich

Rheinmetall erhöht Produktionskapazitäten kräftig - Fertigung in US-Werken möglich


Rheinmetall erhöht Produktionskapazitäten kräftig - Fertigung in US-Werken möglich
Rheinmetall erhöht Produktionskapazitäten kräftig - Fertigung in US-Werken möglich / Foto: FABIAN BIMMER - POOL/AFP/Archiv

Deutschlands größter Rüstungskonzern Rheinmetall rechnet mit einer deutlich steigenden Nachfrage nach Rüstungsgütern in Deutschland und Europa: "Das Budget in Europa kann bis zum Jahr 2030 auf eine Billion Euro wachsen", sagte Unternehmenschef Armin Papperger dem "Handelsblatt" vom Donnerstag. Rheinmetall erhöht daher bereits seine Produktionskapazitäten in Europa - Komponenten könnten laut Papperger aber auch in den US-Werken von Rheinmetall produziert werden.

Textgröße ändern:

"Wir haben in Europa zehn Werke, die wir derzeit verdoppeln oder komplett neu bauen", sagte Papperger der Zeitung. "Wenn wir die Produktion in den USA ausbauen, ist es möglich, dass wir in unseren US-Werken beispielsweise auch Komponenten für unser Gefechtsfahrzeug Lynx fertigen, das in Europa bestellt wurde."

Die Europäische Union will bis 2030 rund 800 Milliarden Euro in die Verteidigungsindustrie investieren, Deutschland hat die Schuldenregel für Verteidigungsausgaben gelockert. Papperger erwartet eine starke Nachfrage nach Flugabwehrsystemen, wie er dem "Handelsblatt" sagte. Rheinmetall werde "in den nächsten zehn Jahren weit über 1000 Skyranger bauen". Allein Deutschland brauche für die "Grenz- und Konvoisicherung und ähnliches zwischen 200 und 300" dieser Flugabwehrsysteme.

Rheinmetall ist auch einer der größten Hersteller von Artilleriemunition weltweit. Papperger kündigte an, im neuen Artilleriewerk im niedersächsischen Unterlüß mehr Granaten zu produzieren als zunächst geplant. "Wir haben noch während des Baus zusätzliche Maschinen ins Werk gestellt. Statt 200.000 Geschosse werden wir in der Lage sein, dort bis zu 350.000 Artilleriegeschosse zu fertigen", sagte der Unternehmenschef dem "Handelsblatt". Unterlüß werde damit das zweitgrößte Artilleriewerk in Europa, neben einem Werk in Spanien, wo 450.000 Granaten im Jahr produziert werden sollen.

Der Konzern baut auch in der Ukraine gemeinsam mit einem heimischen Partner eine Artilleriefabrik. Auch hier vergrößert Rheinmetall die Kapazitäten: "Ursprünglich war eine jährliche Produktionsmenge von 150.000 Schuss geplant, die werden wir deutlich erhöhen", sagte Papperger. 2026 solle das Werk fertiggestellt sein.

Rheinmetall hatte 2024 einen Rekordgewinn von fast 1,5 Milliarden Euro gemacht. Der Umsatz lag bei rund 9,75 Milliarden Euro. Papperger sagte bei der Vorlage der Jahresbilanz Mitte März, in Europa habe eine "Epoche der Aufrüstung" begonnen; Rheinmetall bringe das "Wachstumsperspektiven, wie wir sie noch nie erlebt haben".

H.Lagomarsino--PV

Empfohlen

China verstetigt Zölle auf EU-Milchprodukte - Aufschläge aber deutlich niedriger

Im Handelskonflikt mit der Europäischen Union hat China bislang vorläufige Zölle auf Milchprodukte für fünf Jahre verlängert - die Zollsätze jedoch deutlich gesenkt. Ab Freitag gelten Aufschläge in Höhe von 7,4 bis 11,7 Prozent, wie das Handelsministerium in Peking am Donnerstag mitteilte. Betroffen sind eine Reihe von Produkten, darunter Frisch- und Schmelzkäse, Blauschimmelkäse sowie bestimmte Milch- und Sahnesorten.

Viele Flugausfälle wegen Pilotenstreiks bei der Lufthansa

Wegen eines Streiks der Piloten sind am Donnerstag reihenweise Flüge der Lufthansa ausgefallen. An den Flughäfen in Frankfurt, Berlin, Hamburg und Düsseldorf fielen ab dem frühen Morgen die meisten Lufthansa-Verbindungen aus. In München starteten die meisten Flüge hingegen planmäßig. Betroffen ist nach Angaben der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) auch die Frachtsparte Cargo. Zudem rief die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) ebenfalls für Donnerstag das Kabinenpersonal der Lufthansa CityLine zu einem Warnstreik auf.

US-Prozess zu Social-Media-Sucht: Instagram-Chef bestreitet Suchtpotenzial der App

In dem womöglich wegweisenden US-Prozess gegen mehrere Internetriesen wegen des Vorwurfs der Förderung von Social-Media-Sucht hat der Chef des Onlinedienstes Instagram das Suchtpotenzial der App bestritten. "Ich denke, es ist wichtig, zwischen klinischer Sucht und problematischer Nutzung zu unterscheiden", sagte Instagram-Chef Adam Mosseri am Mittwoch vor dem Gericht in Los Angeles. Auch er habe schon einmal gesagt, nach einer Fernsehserie "süchtig" zu sein - das sei jedoch mit einer klinischen Sucht nicht vergleichbar.

Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände entsetzt über geplante Führerscheinreform

Die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände (BVF) hat mit scharfer Kritik auf die von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) geplante Führerscheinreform reagiert. Der Reformvorschlag sei "absolut entsetzend" und käme einem "massiven Angriff auf die Verkehrssicherheit" gleich, sagte der Vize-Vorsitzende der BVF, Kurt Bartels, der "Rheinischen Post" (Donnerstagsausgabe). "Das System in Deutschland ist auf die Verkehrssicherheit ausgelegt und das radiert Herr Schnieder einfach weg", fügte er hinzu.

Textgröße ändern: