Pallade Veneta - Schneider will als Umweltminister Emissionen weiter senken

Schneider will als Umweltminister Emissionen weiter senken


Schneider will als Umweltminister Emissionen weiter senken
Schneider will als Umweltminister Emissionen weiter senken / Foto: John MACDOUGALL - AFP/Archiv

Der neue Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) will "den Klimaschutz vorantreiben" und die Treibhausgasemissionen weiter senken. Das kündigte Schneider am Mittwoch in Berlin zu seinem Amtsantritt bei der Übergabezeremonie mit der bisherigen Ressortchefin Steffi Lemke (Grüne) an. Zu zügigem Handeln mahnte die Initiative Klimaneutrales Deutschland (IKND).

Textgröße ändern:

Anders als bisher werden in der neuen Regierung die Zuständigkeiten für den Klimaschutz wieder weitgehend im Umweltressort gebündelt, das nun Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) heißt. Bisher war hier das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz federführend beziehungsweise für internationalen Klimaschutz das Auswärtige Amt. Umgekehrt ist für den bisher im Umweltministerium angesiedelten Verbraucherschutz künftig das Justizressort zuständig.

"Ich freue mich, in den nächsten Jahren den Klimaschutz voranzutreiben, für Erhalt und Verbesserung unserer natürlichen Lebensgrundlagen in Natur und Umwelt, für Böden, Wasser und Luft einzutreten", sagte Schneider. "Nur eine gesunde Natur kann uns helfen, das Klima und uns Menschen wirkungsvoll zu schützen", hob er hervor. "Um den CO2-Ausstoß in Deutschland zu verringern, werden wir die Potenziale der Erneuerbaren Energien nutzen und uns für innovative Technologien einsetzen", kündigte der SPD-Politiker weiter an.

Als zentrale Aufgaben nannte Schneider auch einen "ambitionierten Meeresschutz" sowie "eine Fortsetzung des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz zur Stärkung der wichtigen Ökosysteme in Wäldern, Mooren und Gewässern". Städte und Gemeinden sollten beim Naturschutz und bei der Klimaanpassung unterstützt werden. Die Suche nach einem Atommüll-Endlager will der neue Minister beschleunigen. Als neue Parlamentarische Staatssekretärinnen und -sekretäre im Umweltressort nahmen Rita Schwarzelühr-Sutter und Carsten Träger ihre Arbeit auf. Schneider war bisher Ostbeauftragter der Regierung gewesen.

Die Geschäftsführerin der Initiative Klimaneutrales Deutschland, Carolin Friedemann, wies darauf hin, dass die Regierung gesetzlich verpflichtet ist, innerhalb der kommenden zwölf Monate ein neues Klimaschutzprogramm vorzulegen. Sie verwies vor allem auf dringenden Handlungsbedarf in den Bereichen Gebäude und Verkehr.

"Im Gebäudesektor steht die ambitionierte Umsetzung der EU-Gebäuderichtline ganz oben auf der Agenda", mahnte Friedemann. Auch die künftige Ausgestaltung des Gebäudeenergiegesetzes müsse rasch geklärt werden. Die schwarz-rote Koalition will das sogenannte Heizungsgesetz in der bestehenden Form abschaffen und durch neue Regelungen ersetzen. Umweltverbände befürchten, dass sich dadurch die Defizite im Gebäudebereich bei der Senkung von Emissionen noch verstärken könnten.

Der IKND-Verkehrsexperte Adrien Pagano pochte auf ein Festhalten an der EU-Vorgabe, ab 2035 nur noch klimaneutrale Autos zuzulassen. Dies sichere langfristig Wettbewerbsfähigkeit, Exporte und Arbeitsplätze in der deutschen Automobilindustrie und dürfe nicht infrage gestellt werden. Pagano drang auch auf zielgerichtete, ausreichend ausgestatteten Förderprogramme, damit "die Elektromobilität in dieser Wahlperiode endlich den nötigen Durchbruch schaffen kann".

B.Fortunato--PV

Empfohlen

Bau-Präsident: Bereits "verheerende Folgen" durch Vergesellschaftungspläne der Linken

Die Pläne der Linkspartei zur Vergesellschaftung von Wohnungen in Berlin haben nach Angaben von Bauindustrie-Präsident Olaf Demuth "schon jetzt eine verheerende Wirkung". "Baugesellschaften, die in Berlin Darlehen aufnehmen wollen, um dort Wohnraum zu schaffen, kommen nicht mehr an frisches Geld", sagte Demuth der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstagsausgabe). "Die Kreditgeber sind plötzlich zurückhaltender. Das merken selbst die staatlichen Akteure."

Lisa Cook: Trump treibt Plan zur Entlassung von Zentralbank-Vorständin voran

US-Präsident Donald Trump treibt seinen Plan zur Entlassung von Zentralbank-Vorständin Lisa Cook weiter voran. Trump berief am Freitag ein Komitee ein, das Cook am 5. November im Weißen Haus befragen soll. Dabei geht es um angebliche Falschangaben der Ökonomin bei Immobilienkrediten. Trump hatte bereits im vergangenen Jahr versucht, Cook zu feuern, war aber vom Obersten Gerichtshof gestoppt worden.

EU und China einigen sich auf Begrenzung chinesischer Hybridauto-Exporte

Die Europäische Union und China haben sich auf eine Begrenzung der chinesischen Exporte von Hybridautos nach Europa verständigt. "Dies eröffnet die Aussicht, Chinas Export um mehr als die Hälfte zu reduzieren", sagte EU-Handelskommissar Maros Sefcovic nach einem Treffen mit dem chinesischen Handelsminister Wang Wentao am Freitag in Peking. Der europäische Herstellerverband Acea begrüßte die Einigung als "positiven Schritt" zur Entschärfung des Handelskonflikts zwischen den beiden Seiten.

Deutlich weniger Korridorsanierungen bis 2031: Bahn streckt Baustellenplanung

In den kommenden Jahren soll es deutlich weniger lange Streckensperrungen wegen umfassender Sanierungen durch die Deutsche Bahn geben. Statt 21 bislang geplanter sogenannter Korridorsanierungen sollen bis 2031 nun nur 13 umgesetzt werden, wie die Infrastruktursparte der Bahn DB Infrago und das Bundesverkehrsministerium am Freitag mitteilten. Sie verweisen auf eine bessere Machbarkeit der Vorhaben bei einem reduziertem Pensum. Finanzielle Gründe dürften allerdings auch ein Rolle spielen.

Textgröße ändern: