Pallade Veneta - DIHK: Weiter schlechte Stimmung bei vielen Unternehmen - Industrie macht Hoffnung

DIHK: Weiter schlechte Stimmung bei vielen Unternehmen - Industrie macht Hoffnung


DIHK: Weiter schlechte Stimmung bei vielen Unternehmen - Industrie macht Hoffnung
DIHK: Weiter schlechte Stimmung bei vielen Unternehmen - Industrie macht Hoffnung / Foto: Kirill KUDRYAVTSEV - AFP

Die schlechte Stimmung bei vielen Unternehmen in Deutschland hält angesichts der US-Handelspolitik und anhaltender wirtschaftlicher Schwächen an. "Der wirtschaftliche Aufbruch, den wir alle wünschen und den unser Land braucht, ist noch nicht in Sicht", erklärte die Hauptgeschäftsführerin der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Helena Melnikov, die am Dienstag die aktuelle Konjunkturumfrage vorstellte. Sie sieht "dringenden Handlungsbedarf" in der Wirtschaftspolitik.

Textgröße ändern:

Die Geschäftserwartungen der Unternehmen hellten sich in der Frühjahrsumfrage zwar auf, bleiben laut DIHK unter dem Strich aber "pessimistisch". 26 Prozent der Firmen blickten negativ in die Zukunft, nach 31 Prozent zum Jahresbeginn. 16 Prozent dagegen waren bei ihrer Prognose optimistisch gestimmt, zwei Prozentpunkte mehr als bei der vergangenen Umfrage.

Die aktuelle Lage bewertete ein Viertel der befragten Firmen gut, ebenso viele schlecht. "Das ist die schlechteste Lageeinschätzung seit der Corona-Pandemie", erklärte Melnikov. Die schwache Konjunktur im Inland, eine gedämpfte Nachfrage aus dem Ausland und strukturelle Probleme wie Fachkräftemangel, steigende Arbeitskosten und weiter hohe Energie- und Rohstoffpreise wirkten sich auf die Stimmung aus.

Hoffnung machen laut DIHK aber Industrie und Baugewerbe, wo sich "Anzeichen einer Erholung" zeigten. Beide Branchen könnten wieder zu treibenden Kräften der Wirtschaft werden.

Nötig seien dafür jedoch klare Zeichen aus der Bundespolitik. "Der versprochene Kurswechsel in der Wirtschaftspolitik muss nun auch in den Betrieben ankommen", forderte Melnikov. Bislang spürten die Firmen davon noch nichts. Die DIHK-Hauptgeschäftsführerin sprach sich für schnellere Genehmigungs- und Planungsverfahren, niedrigere Energiekosten und eine abgespeckte Bürokratie aus.

Eine Gefahr für die deutsche Wirtschaft sieht die DIHK weiter in möglichen Zollerhöhungen durch die USA. "Das würde uns enorm treffen", sagte Melnikov im ZDF-"Morgenmagazin". Die Erwartungen deutscher Unternehmen ans Auslandsgeschäft haben sich in der Umfrage im Frühjahr "gehörig verschlechtert".

Im ersten Quartal hatten sich Vorzieheffekte durch die drohenden Zölle noch positiv auf die Exporte ausgewirkt. Die Gefahr einer Rezession sieht die DIHK dadurch aber nicht gebannt. Die Kammer rechnet mit einer um 0,3 Prozent sinkenden Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr. "Damit verdichtet sich unsere Befürchtung, dass erstmals in der deutschen Nachkriegsgeschichte die Wirtschaftsleistung das dritte Jahr in Folge sinkt", sagte Melnikov.

Für die Studie befragte die DIHK zwischen Ende März und Ende April nach eigenen Angaben 23.000 Betriebe aus nahezu allen Branchen und Regionen. Die neue Bundesregierung stand zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

U.Paccione--PV

Empfohlen

Trump erzielt mit Kryptowährungen 2025 Einnahmen von 1,2 Milliarden Dollar

US-Präsident Donald Trump hat im vergangenen Jahr allein mit Aktivitäten in Kryptowährungen Einnahmen von 1,2 Milliarden Dollar (gut eine Milliarde Euro) erzielt. Dies geht aus einer Berechnung der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage der am Dienstag offiziell vorgelegten Aufstellung der Einkünfte des 80-Jährigen hervor. Ein Gesetz aus dem Jahr 1978 verpflichtet den Präsidenten und den Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten dazu, ihre Einkünfte und Vermögenswerte offenzulegen.

Reiche will Rechenzentren schneller ans Netz schließen

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) will Rechenzentren schneller ans Netz gehen lassen. "Künftig können Netzbetreiber Rechenzentren an besonders geeigneten Stellen prioritär anschließen", sagte Reiche dem Magazin "Stern". Im Moment warteten deutsche Unternehmen zu lange auf einen Netzanschluss. Geschwindigkeit sei aber beim Aufbau von souveräner Rechenleistung "überragend wichtig", führte die Ministerin aus. Die Netzagentur werde deshalb das Anschlussregime entsprechend ändern.

Französische Nationalversammlung macht Weg für Sterbehilfe frei

Die französische Nationalversammlung hat den Weg für ein Recht auf Sterbehilfe freigemacht. Die Abgeordneten verabschiedeten am Dienstag einen entsprechenden Gesetzestext. Demnach sollen volljährige Patienten, die an einer nicht heilbaren Krankheit im Endstadium leiden und bei Bewusstsein sind, um "Hilfe zum Sterben" bitten können.

Datenschützer fordern Ausstieg aus EU-Datenabkommen mit den USA

Die österreichische Datenschutzorganisation Noyb um den Aktivisten Max Schrems hat die EU-Kommission aufgefordert, aus dem Datenschutzabkommen mit den USA auszutreten. Der Oberste Gerichtshof der USA habe mit einer Entscheidung vom Montag die rechtliche Grundlage für das Abkommen "zerstört", indem er die Unabhängigkeit der US-Aufsichtsbehörde FTC aufgehoben habe, erklärte Schrems: "Da es in den USA keine unabhängigen Behörden mehr gibt, fordern wir die Kommission auf, die Angemessenheitsentscheidung für die USA in einem geordneten Prozess aufzuheben."

Textgröße ändern: