Pallade Veneta - Tschechien beauftragt Südkoreaner KHNP mit Bau neuer Kernreaktoren

Tschechien beauftragt Südkoreaner KHNP mit Bau neuer Kernreaktoren


Tschechien beauftragt Südkoreaner KHNP mit Bau neuer Kernreaktoren
Tschechien beauftragt Südkoreaner KHNP mit Bau neuer Kernreaktoren / Foto: Michal Cizek - AFP/Archiv

Tschechien hat das südkoreanische Unternehmen KHNP mit dem Bau zweier neuer Kernreaktoren beauftragt. Der Vertrag sei unterzeichnet worden, sagte Regierungschef Petr Fiala am Mittwoch. Die Unterzeichnung hatte sich zuvor wegen einer Gerichtsentscheidung verzögert, Hintergrund war eine Beschwerde des französischen Wettbewerbers EDF, der die Ausschreibung gegen KHNP verloren hatte.

Textgröße ändern:

KHNP soll zwei neue Reaktoren im Kraftwerk Dukovany im Süden Tschechiens bauen. Geplanter Baubeginn ist 2029, die Inbetriebnahme für den ersten der beiden Reaktoren im Testbetrieb wird für 2036 anvisiert.

Der Vertrag mit KHNP sollte ursprünglich im März finalisiert werden. EDF legte jedoch Beschwerde bei der Wettbewerbsaufsicht gegen die Auftragsvergabe an KHNP ein, weshalb sich die Unterzeichnung verzögerte.

Die Behörde wies die Beschwerde zwar ab, die Franzosen reichten jedoch Klage ein. Daraufhin stoppte ein tschechisches Gericht Anfang Mai erneut die Vertragsunterzeichnung. Die Entscheidung sei "präventiv", hieß es damals, um gegebenenfalls ein faires erneutes Vergabeverfahren zu ermöglichen, sollte die Klage Erfolg haben.

Ein höheres Gericht hob die Entscheidung jedoch am Mittwoch wegen Verfahrensfehlern auf, sodass die Regierung das Abkommen unterzeichnen konnte. "Wir haben unser Bestes getan, um sicherzustellen, dass das Abkommen unterzeichnet werden kann, sobald die rechtlichen Hindernisse beseitigt sind", sagte Fiala. Zuvor hatte er bereits betont, das Angebot der Südkoreaner sei "in allen Punkten besser bewertet" worden als das von EDF.

Der staatlich kontrollierte tschechische Energiekonzern CEZ betreibt neben Dukovany noch das Kernkraftwerk Temelin, ebenfalls in Südtschechien. Die beiden Kraftwerke machen etwa 40 Prozent der tschechischen Stromerzeugung aus. Mit den neuen sowie weitereren kleinen, modularen Reaktoren soll der Atomstromanteil bis 2050 auf 50 Prozent steigen. Regierungschef Fiala sprach von einem "grundlegenden Schritt auf dem Weg zu mehr Energiesicherheit und Autarkie".

B.Cretella--PV

Empfohlen

Selenskyj: "Erhebliche Schäden" am Stromnetz der Ukraine durch russische Angriffe

Die jüngsten russischen Angriffe auf die Ukraine haben nach den Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj landesweit "erhebliche Schäden" am Stromnetz verursacht. Reparaturarbeiten liefen "Tag und Nacht", erklärte Selenskyj am Freitag in Onlinediensten. Betroffen sei auch die Stromversorgung von Verkehrsunternehmen.

China verkündet Einigung mit EU bei Handel mit Hybridautos

Die Europäische Union und China haben sich nach Angaben aus Peking beim umstrittenen Handelsthema Hybridautos geeinigt. Die Einigung stehe "im Einklang mit den Regeln der Welthandelsorganisation" und betreffe unter anderem "Preisverpflichtungen der Unternehmen", erklärte das chinesische Handelsministerium am Freitag. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic hält sich derzeit zu Gesprächen in Peking auf und sollte dort später vor die Presse treten.

UN-Menschenrechtsbüro verfolgt Schülerproteste in Frankreich "mit Sorge"

Das UN-Menschenrechtsbüro verfolgt die Vorfälle im Zusammenhang mit den Schülerprotesten in Frankreich "mit Sorge". "Wir rufen jeden dazu auf sicherzustellen, dass die Proteste friedlich bleiben und dass kein unverhältnismäßiger Einsatz von Gewalt durch die Sicherheitskräfte erfolgt", erklärte die Sprecherin des UN-Menschenrechtsbüros, Shabia Mantoo, am Freitag mit Blick auf teils gewaltsame Ausschreitungen. Das Recht auf Versammlungsfreiheit müsse gewahrt bleiben, fügte sie hinzu.

EU-Staaten einigen sich auf gemeinsame Börsenaufsicht - Ausnahme für Deutsche Börse

Die EU-Staaten haben sich auf die Einrichtung einer gemeinsamen Börsenaufsicht geeinigt. Die Finanzminister der Mitgliedstaaten stimmten bei ihrer Sitzung in Luxemburg am Freitag am Freitag dafür, die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (Esma) mit Sitz in Paris mit weiteren Mitteln und Zuständigkeiten auszustatten. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) sprach von einem "wichtigen und bedeutenden Schritt" und dem "Herzstück" der Kapitalmarktunion.

Textgröße ändern: