Pallade Veneta - Commerzbank kritisiert Vorstoß der Unicredit bei Übernahme

Commerzbank kritisiert Vorstoß der Unicredit bei Übernahme


Commerzbank kritisiert Vorstoß der Unicredit bei Übernahme
Commerzbank kritisiert Vorstoß der Unicredit bei Übernahme / Foto: MARCO BERTORELLO, Daniel ROLAND - AFP/Archiv

Die Commerzbank hat die italienische Unicredit dafür kritisiert, unabgesprochen ihre Anteile an der deutschen Bank erhöht zu haben. "Die Unicredit hat gestern durch eine Pressemitteilung bekanntgegeben, dass sie ihren Aktienanteil an der Commerzbank auf etwa 20 Prozent erhöht hat", erklärte eine Commerzbank-Sprecherin am Mittwoch. "Dieser Schritt ist erneut nicht mit der Commerzbank abgestimmt."

Textgröße ändern:

Das deutsche Unternehmen will demnach weiter an seiner Strategie festhalten, die darauf ausgerichtet ist, Wachstum und Gewinne zu steigern, um die Aktionäre zu überzeugen. "Unsere jüngsten Geschäftsergebnisse belegen klar, dass unser eigenständiges Geschäftsmodell funktioniert", erklärte die Sprecherin.

Die italienische Großbank war in großem Stil bei der Commerzbank eingestiegen; das Bundeskartellamt hatte ihr Mitte April eine Anteilserhöhung auf 29,9 Prozent freigegeben. Einen großen Teil der Anteile hatte die Unicredit in Form von Derivaten, also Aktienoptionen, erworben, von denen einige nun in Commerzbank-Anteile umgewandelt wurden.

Nach Angaben der Unicredit hält sie nun 20 Prozent der Commerzbank-Anteile. Sie beabsichtige, "die verbleibende synthetische Position von rund neun Prozent zu gegebener Zeit in physische Aktien umzuwandeln und damit rund 29 Prozent der Stimmrechte der Commerzbank zu erreichen", erklärten die Italiener.

Ab 30 Prozent wäre die Unicredit zu einem öffentlichen Übernahmeangebot verpflichtet, dem die Aktionäre zustimmen müssten. Die Führung der Commerzbank und die Beschäftigten ebenso wie die Bundesregierung, die seit der staatlichen Rettung der Bank in der Krise 2008 noch Anteile besitzt, haben sich gegen eine Übernahme ausgesprochen.

Eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums sagte am Mittwoch, die Bundesregierung habe die Erhöhung der Beteiligung der Unicredit an der Commerzbank zur Kenntnis genommen. "Sie lehnt das erneut unabgestimmte und unfreundliche Vorgehen der Unicredit ab" und unterstützte die auf Eigenständigkeit ausgerichtete Strategie der Commerzbank. Seine verbleibende Beteiligung werde der Bund daher vorerst nicht veräußern.

Y.Destro--PV

Empfohlen

US-Tech-Aktien sacken ab - Anleger befürchten Blase

Die Aktien großer US-Tech-Unternehmen sind zum Wochenende hin abgesackt. Der Tech-Index Nasdaq gab zum Handelsbeginn in den USA am Freitag um ein Prozent nach. Hintergrund sind Sorgen, dass die hohen Kurse im Zuge der Entwicklung Künstlicher Intelligenz sich als Blase entpuppen könnten.

Niedersachsens Ministerpräsident Lies gegen radikale Sparpläne bei VW

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) hat sich gegen radikale Sparpläne beim Autokonzern Volkswagen gestellt. "Die Zukunft von Volkswagen wird nicht dadurch gewonnen, dass man immer neue Werksschließungen oder immer größere Stellenabbauprogramme in den Fokus stellt", erklärte er am Freitag. Medienberichten zufolge plant VW einen radikalen Konzernumbau mit massive Stellenstreichungen und mehreren Werksschließungen in Deutschland.

Stuttgart 21 wird noch teurer und noch später fertig

Das Bahn-Großprojekt Stuttgart 21 wird noch teurer und noch später fertig. Die Deutsche Bahn verschob die Inbetriebnahme des neuen Tiefbahnhofs am Freitag offiziell auf 2031. Alle Elemente des Projektes - weitere Bahnhöfe und Tunnel im Großraum Stuttgart - sollen erst bis Dezember 2033 fertiggestellt werden. Die erwarteten Kosten erhöhen sich um weitere drei Milliarden, wie Bahn-Chefin Evelyn Palla mitteilte.

Wadephul reist in die USA und nach Südamerika - Gespräche über Mercosur geplant

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) reist Anfang der kommenden Woche in die USA und nach Südamerika. Am Montag trifft er zuerst seinen US-Kollegen Marco Rubio in Washington, wie ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Freitag in Berlin sagte. Bei den Gesprächen soll es demnach um die Lage im Nahen Osten und die weitere Unterstützung der Ukraine gehen. Im Anschluss reist Wadephul weiter in die paraguayische Hauptstadt Asunción.

Textgröße ändern: