Pallade Veneta - Zahl der Firmenpleiten im April deutlich gestiegen

Zahl der Firmenpleiten im April deutlich gestiegen


Zahl der Firmenpleiten im April deutlich gestiegen
Zahl der Firmenpleiten im April deutlich gestiegen / Foto: John MACDOUGALL - AFP

Die Zahl der Firmenpleiten ist im April erneut deutlich gestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat beantragten 11,5 Prozent mehr Unternehmen Insolvenz, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Das sind demnach insgesamt 2125 Firmen. Die Forderungen der Gläubiger wurden mit 2,5 Milliarden Euro beziffert. "Der höchste April-Wert seit elf Jahren signalisiert klar, dass Deutschland nach wie vor große Standortprobleme hat", erklärte Volker Treier, Chefanalyst der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK).

Textgröße ändern:

Im April des vergangenen Jahres hatten die Forderungen bei weniger Insolvenzen mit 11,4 Milliarden deutlich höher gelegen. Das sei darauf zurückzuführen, dass vor einem Jahr mehr "wirtschaftlich bedeutende Unternehmen" Insolvenz beantragt hätten als im April 2025, erklärte das Statistikamt.

Auf 10.000 Unternehmen kamen im April 2025 dem Statistikamt zufolge 6,1 Unternehmensinsolvenzen. Die meisten Fälle entfielen auf den Bereich Verkehr und Lagerei mit 11,3 Fällen pro 10.000 Unternehmen. Darauf folgten das Bau- und das Gastgewerbe.

"Die Welle der Unternehmensinsolvenzen schwillt weiter an", erklärte DIHK-Chef Treier. Er verwies auf "hohe Kosten für Arbeit und Energie, ein in vielen Bereichen lähmendes Bürokratiedickicht und erhebliche Unsicherheiten im internationalen Geschäft". Zudem gebe es "Unternehmen, die nach Jahren kraftloser Konjunktur und andauernder Krisen ohnehin geschwächt sind".

Dem Statistikamt zufolge gab es im April 2025 auch 6238 Verbraucherinsolvenzen. Das bedeutet einen Anstieg von 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Das Statistikamt veröffentlichte auch vorläufige Angaben für Juni dieses Jahres. Demnach stiegen die Firmenpleiten gegenüber Juni 2024 voraussichtlich weniger stark um 2,4 Prozent.

Bei den Angaben für Juni handelt es sich laut Statistischem Bundesamt um einen Frühindikator, da die Anträge auf Regelinsolvenz erst nach einer Entscheidung des zuständigen Gerichts in die Statistik einfließen. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt also in vielen Fällen annähernd drei Monate davor.

Y.Destro--PV

Empfohlen

US-Prozess zu Social-Media-Sucht beginnt mit Eröffnungsplädoyers in Los Angeles

In den USA hat ein womöglich wegweisender Prozess gegen mehrere Internetriesen wegen des Vorwurfs der Förderung von Social-Media-Sucht begonnen. Die Anwälte der gegnerischen Seiten hielten am Montag ihre Eröffnungsplädoyers vor einer Geschworenenjury in Los Angeles. Der Anwalt der Klägerseite, Mark Lanier, warf Meta und Youtube beim Prozessauftakt vor, sie hätten bei minderjährigen Nutzern "Sucht erzeugt".

Frankreichs Zentralbankchef Villeroy de Galhau tritt zurück

Frankreichs Zentralbankchef François Villeroy de Galhau hat überraschend seinen vorzeitigen Rücktritt angekündigt. Er werde seinen Posten Anfang Juni räumen und anschließend ehrenamtlich einer Stiftung für benachteiligte Kinder und Jugendliche vorstehen, erklärte Villeroy de Galhau am Montag in einer Mitteilung der Zentralbank. Die Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, zollte ihm "großen Respekt". Sie lobte seinen "Sinn für Realität, verbunden mit europäischen Überzeugungen".

"Französische Lebensart": Macron will Wein-Exporte steigen

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat angesichts der Zollkrise mit den USA und den Folgen des Klimawandels auf die Weinproduktion zu einem verstärkten Export französischer Weine aufgerufen. "Wir verteidigen französischen Wein als Bestandteil der französischen Lebensart", sagte Macron bei der Eröffnung der internationalen Fachmesse Wine Paris in der französischen Hauptstadt am Montag. "Frankreich ist das Land des Weins. Darauf müssen wir stolz sein", fügte er hinzu.

Frankreichs Zentralbankchef tritt zurück

Frankreichs Zentralbankchef François Villeroy de Galhau hat seinen Rücktritt angekündigt. Er werde seinen Posten Anfang Juni räumen, erklärte Villeroy de Galhau am Montag in einer Mitteilung der Zentralbank. Die Ankündigung ist überraschend, das Mandat des Gouverneurs der Banque de France endet erst Ende des kommenden Jahres. Nähere Angaben zu seinen Gründen machte der 66-Jährige nicht.

Textgröße ändern: