Pallade Veneta - Studie: Männer erhalten im Durchschnitt 52 Prozent mehr Rente als Frauen

Studie: Männer erhalten im Durchschnitt 52 Prozent mehr Rente als Frauen


Studie: Männer erhalten im Durchschnitt 52 Prozent mehr Rente als Frauen
Studie: Männer erhalten im Durchschnitt 52 Prozent mehr Rente als Frauen / Foto: BARBARA SAX - AFP/Archiv

Männer erhalten in Deutschland im Durchschnitt 52 Prozent mehr Rente als Frauen. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Donnerstag veröffentliche Studie des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) und des Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos. Während Frauen 2023 durchschnittlich 936 Euro Rente bezogen, bekamen Männer 1427 Euro - und damit 491 Euro mehr jeden Monat. Noch größer ist der so genannte Gender Pension Gap in Westdeutschland: Hier bekommen Männer 66  Prozent mehr gesetzliche Rente als Frauen.

Textgröße ändern:

Grund für die kleinere Differenz der Renten in Ostdeutschland ist den Angaben zufolge eine historisch höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen dort. GDV und Prognos verglichen für die Studie für das Jahr 2023 die Renten aller deutscher Landkreise.

Die ermittelten Differenzen beziehen sich dabei auf die Rentenzahlbeträge - also die monatlich ausgezahlte gesetzliche Rente nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen, die aus eigenen Rentenansprüchen erworben wurde. Für 2023 lag der durchschnittliche Rentenzahlbetrag für Männer und Frauen demnach bei 1149 Euro. Der Gender Pension Gap liegt dabei bei 491 Euro.

Die Renten von Frauen sind laut Analyse allerdings innerhalb von zehn Jahren deutlich stärker gestiegen als die der Männer: Die Durchschnittsrente der Frauen stieg von 2013 bis 2023 um 62 Prozent, die der Männer lediglich um 30 Prozent.

Der Gender Pension Gap spiegelt den Angaben zufolge "typische Unterschiede in den Erwerbsbiografien von Männern und Frauen wider". Frauen würden vielfach so genannte Care-Arbeit übernehmen, deswegen häufiger in Teilzeit arbeiten und ihre Erwerbstätigkeit öfter und länger unterbrechen als Männer. Sie würden zudem öfter in niedriger bezahlten Berufsfeldern arbeiten.

"Das führt dazu, dass Frauen weniger in Rentenkassen und Altersvorsorge einzahlen und im Alter dann finanziell schlechter dastehen als Männer", erklärte der stellvertretende GDV-Hauptgeschäftsführer, Moritz Schumann. Das sei "eine erhebliche Benachteiligung". Schumann betonte: "Von Gleichberechtigung können wir hier noch lange nicht sprechen."

Die Studienautorinnen und -autoren fordern unter anderem eine bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Kinderbetreuung. Dazu müssten Betreuungsangebote ausgebaut werden und Väter sich fairer an der Betreuung beteiligen.

A.Rispoli--PV

Empfohlen

Frankreichs Zentralbankchef tritt zurück

Frankreichs Zentralbankchef François Villeroy de Galhau hat seinen Rücktritt angekündigt. Er werde seinen Posten Anfang Juni räumen, erklärte Villeroy de Galhau am Montag in einer Mitteilung der Zentralbank. Die Ankündigung ist überraschend, das Mandat des Gouverneurs der Banque de France endet erst Ende des kommenden Jahres. Nähere Angaben zu seinen Gründen machte der 66-Jährige nicht.

Das E-Auto als Stromspeicher: BMW und Eon bieten erstes Produktpaket an

Wer ein neues E-Auto von BMW fährt, kann es künftig als Stromspeicher zur Verfügung stellen: BMW und der Stromanbieter Eon bieten erstmals eine technische Lösung für das sogenannte bidirektionale Laden an, wie sie am Montag mitteilten. Der BMW-Besitzer spart im Gegenzug bei seiner Stromrechnung.

Hubig will mehr Mieterschutz noch in diesem Jahr - Haus & Grund kritisiert Pläne scharf

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hat sich zuversichtlich geäußert, die von ihr vorgeschlagene Reform für mehr Mieterschutz noch in diesem Jahr durchzubringen - Widerstand gibt es aber sowohl vom Koalitionspartner Union als auch von Vermieterseite. Der Eigentümerverband Haus & Grund, Vertreter von mehr als 945.000 Privatvermietern, kritisierte die Pläne Hubigs am Montag scharf. Sie seien ein "weiterer Angriff auf die Funktionsfähigkeit des Mietwohnungsmarktes".

Befragung: Mittelstand setzt wegen Trump vermehrt auf Deutschland und Europa

Der deutsche Mittelstand setzt einer Unternehmensbefragung zufolge angesichts der erratischen Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump zunehmend auf den Heimatmarkt. "Um Abhängigkeiten zu vermindern, strebt der Mittelstand eine höhere Diversifizierung an", erklärte die DZ Bank, die mehr als tausend Inhaber und Geschäftsführer mittelständischer Firmen befragte. "Vor allem die stärkere Ausrichtung auf europäische Nachbarn und die Rückbesinnung auf den Heimatmarkt sollen dabei helfen."

Textgröße ändern: