Pallade Veneta - Stuttgart 21 wird noch teurer und noch später fertig

Stuttgart 21 wird noch teurer und noch später fertig


Stuttgart 21 wird noch teurer und noch später fertig

Das Bahn-Großprojekt Stuttgart 21 wird noch teurer und noch später fertig. Die Deutsche Bahn verschob die Inbetriebnahme des neuen Tiefbahnhofs am Freitag offiziell auf 2031. Alle Elemente des Projektes - weitere Bahnhöfe und Tunnel im Großraum Stuttgart - sollen erst bis Dezember 2033 fertiggestellt werden. Die erwarteten Kosten erhöhen sich um weitere drei Milliarden, wie Bahn-Chefin Evelyn Palla mitteilte.

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Der Tiefbahnhof in Stuttgart sollte eigentlich Ende dieses Jahres eröffnet werden. Palla hatte vor einigen Monaten bereits mitgeteilt, dass dies nicht zu halten sei. Den politischen Verantwortungsträgern, in erster Linie Baden-Württembergs Regierungschef Cem Özdemir (Grüne) und Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU), stellte sie nun einen internen Bericht zum Projekt vor.

Palla zeigte sich "erschüttert" über die Ergebnisse zu den Hintergründen. Die Untersuchung habe "erhebliche Projektversäumnisse festgestellt", sagte sie. "Der Bericht zeigt gravierende Defizite in Planung, in Steuerung und auch im Risikomanagement." Sie versprach eine Neuaufstellung der ausführenden Stellen. "Das klare Ziel ist dabei, die komplexen Prozesse verlässlich und zukunftsfähig zu steuern. Wesentlich ist dafür, dass Ehrlichkeit und Realismus einkehren."

"Ich glaube, alle miteinander stehen wir davor, dass es kaum zu erklären ist, dass wir mittlerweile die neunte Verschiebung um weitere fünf Jahre haben", sagte Özdemir. Palla dankte er für ihre Offenheit: "Es geht nur mit maximaler Transparenz".

An Stuttgart 21 wird seit gut 16 Jahren gearbeitet. Die 21 im Projektnamen steht für das 21. Jahrhundert - es sollte ein Vorzeigeprojekt werden. Die Inbetriebnahme wurde bereits mehrfach verschoben. Die Kosten für das Gesamtprojekt hatte die Bahn zunächst bei drei Milliarden Euro angesetzt. Inzwischen haben sie sich auf 14,5 Milliarden nahezu verfünffacht.

Wichtig sei, dass grundsätzlich an der vollständigen Fertigstellung des Projekts festgehalten werde, sagte Özdemir weiter. "Wir brauchen einen leistungsfähigen Bahnknoten mit maximaler Kapazität, mit hoher Pünktlichkeit und vollständiger Digitalisierung." Er hoffe zudem, dass "die Belastungen für die Fahrgäste und die Bevölkerung auf ein Minimum reduziert werden".

Stuttgarts Bürgermeister Nopper lobte, dass Palla "für die Deutsche Bahn glaubhaft Besserung" und "schonungslose Offenheit" gelobt habe. "Diese schonungslosen Offenheit war nicht gegeben." Der neue Zeitplan scheine nun "realistisch und nachvollziehbar". "Die Deutsche Bahn hat als Bauherrin glaubhaft versichert, dass sie nicht mehr verspricht, als sie halten kann."

Im Detail soll zunächst im Dezember 2030 der neue Fernbahnhof am Stuttgarter Flughafen in Betrieb gehen, bis zur Eröffnung des Hauptbahnhofs fahren dort aber nur Regionalzüge. Auch mit Inbetriebnahme des Hbf im Dezember 2031 wird zudem der Betrieb am alten Kopfbahnhof noch nicht eingestellt, weil Züge aus und in Richtung Bad Cannstatt erst Mitte 2032 am neuen Bahnhof halten können. Im Juli 2032 folgt außerdem noch die Inbetriebnahme der digitalisierten und verlängerten S-Bahn-Stammstrecke und im Dezember 2033 die Inbetriebnahme des Pfaffensteigtunnels.

B.Cretella--PV

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