Pallade Veneta - Stahl-Tarifverhandlungen Nordwest: "Letzer Einigungsversuch" gestartet

Stahl-Tarifverhandlungen Nordwest: "Letzer Einigungsversuch" gestartet


Stahl-Tarifverhandlungen Nordwest: "Letzer Einigungsversuch" gestartet
Stahl-Tarifverhandlungen Nordwest: "Letzer Einigungsversuch" gestartet / Foto: Daniel ROLAND - AFP

Nach drei ergebnislosen Runden in den Tarifverhandlungen für die rund 70.000 Beschäftigten in der nordwestdeutschen Stahlindustrie sind Arbeitgeber und Gewerkschaft am Dienstag erneut zusammengetroffen. Dies sei "die letzte Chance" für die Arbeitgeber, "unsere ausgestreckte Hand anzunehmen", sagte der Sprecher der IG Metall NRW, Mike Schürg, der Nachrichtenagentur AFP. Um Mitternacht läuft die Friedenspflicht in der Branche aus; danach sind Warnstreiks möglich.

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In der dritten Runde vergangene Woche hatten die Arbeitgeber ein verbessertes Angebot vorgelegt. Ab Januar 2026 bis Ende Januar 2027 sollte es 1,2 Prozent mehr Lohn geben.

Die IG Metall wies das zurück; sie verlangte zusätzlich eine Pauschale von 300 Euro für die Monate Oktober bis Dezember 2025 - je nach wirtschaftlicher Lage eines Betriebs könne dieser Betrag steigen oder auch null Euro betragen. Gewerkschaftsmitglieder sollen laut dem Vorschlag aber auf jeden Fall 150 Euro bekommen. Zudem verlangte die IG Metall eine Lohnerhöhung um 2,0 Prozent ab Januar 2026; der Tarifvertrag soll demnach zudem nur bis Ende September 2026 laufen.

Fünfstündige Verhandlungen brachten kein Ergebnis. Am Dienstag folgte nun der laut Gewerkschaft der "letzte Einigungsversuch". Sollte es keine Einigung geben, sei die IG Metall bereit zu Warnstreiks. Die Vorbereitungen hätten bereits begonnen.

Verhandlungen laufen auch für rund 8000 Beschäftigte in der ostdeutschen Stahlindustrie. Hier war die dritte Runde in der vergangenen Woche ebenfalls ohne Ergebnis geblieben. In der deutschen Stahlindustrie arbeiten laut IG Metall bundesweit 82.000 Beschäftigte mit Tarifvertrag. Mitte November startet die Stahl-Tarifrunde für das Saarland.

Die Stahlbranche steckt in der Krise. Sie leidet unter den hohen Energiepreisen in Deutschland, dazu kommen weltweite Überkapazitäten, billige Importe und hohe US-Zölle. Der Arbeitgeberverband Stahl hatte vergangene Woche nach der dritten Verhandlungsrunde erklärt, die Forderungen der IG Metall lägen "weit jenseits der Möglichkeiten unserer Industrie".

I.Saccomanno--PV

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