Pallade Veneta - Prien will Kinder- und Jugendhilfe grundlegend umgestalten

Prien will Kinder- und Jugendhilfe grundlegend umgestalten


Prien will Kinder- und Jugendhilfe grundlegend umgestalten
Prien will Kinder- und Jugendhilfe grundlegend umgestalten / Foto: John MACDOUGALL - AFP/Archiv

Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) will die Kinder- und Jugendhilfe grundlegend umgestalten. Das geht laut einem Bericht des Portals Politico vom Montag aus einem Referentenentwurf ihres Ministeriums hervor. Prien will demnach durch die Reform mittelfristig 2,7 Milliarden Euro einsparen.

Textgröße ändern:

"Um sicherzustellen, dass die Kinder- und Jugendhilfe auch in Zukunft wirkungsvoll ihren Auftrag erfüllen kann, ist eine umfassende Reform ihrer Strukturen erforderlich", heißt es dem Bericht zufolge in dem Gesetzentwurf. Vorgesehen ist demnach, individuelle Hilfe stärker durch pauschale Angebote zu ersetzen. "Der individuelle Rechtsanspruch auf Anleitung und Begleitung in Kindertageseinrichtungen, Schulen oder Hochschulen im Rahmen von Hilfe zur Erziehung oder Eingliederungshilfe wird durch ein infrastrukturelles Angebot der Bildungsassistenz erfüllt", zitiert Politico aus dem Text.

Zudem sollen demnach Leistungen der Eingliederungshilfe aus dem Neunten Sozialgesetzbuch in die Kinder- und Jugendhilfe im Achten Sozialgesetzbuch überführt werden, um die Leistungen unter einem Dach zusammenzuführen. Bislang komme es häufig zu Zuständigkeitskonflikten, da Behörden zwischen der Art der Beeinträchtigung und den Gründen für den Unterstützungsbedarf unterscheiden müssten, was in der Praxis jedoch häufig kaum möglich sei.

Von den Einsparungen profitieren würden laut dem Bericht vor allem Länder und Kommunen. Allerdings würden diese erst nach und nach wirksam werden. In dem Gesetzentwurf rechne das Ministerium für 2028 mit Einsparungen von 200,6 Millionen Euro, die bis 2036 aber auf 2,7 Milliarden Euro pro Jahr steigen würden.

Positiv reagierten die Grünen. "Die Reform ist ein Meilenstein für die Kinder- und Jugendhilfe. Es ist zu begrüßen, dass der Entwurf nun vorliegt", sagte die familienpolitische Sprecherin Denise Loop der Nachrichtenagentur AFP. Sie wies darauf hin, dass die Vorlage auf einem Gesetzentwurf der Vorgängerregierung beruht, der wegen des Bruchs der Ampel-Koalition nicht mehr verabschiedet worden war.

Loop bedauerte die seither eingetretene Verzögerung. "Alle Kinder - ob mit oder ohne Behinderung - müssen Unterstützung durch die Kinder- und Jugendhilfe erhalten", stelle sie klar. Auch machte sie deutlich, dass "schlanke Strukturen" zwar hilfreich sein könnten. Es dürften aber "individuelle Bedarfe dabei nicht übergangen werden". Das Recht von Kindern auf Förderung, Selbstbestimmung und Teilhabe "muss an erster Stelle stehen".

R.Zarlengo--PV

Empfohlen

EZB gibt Leitzinsentscheidung bekannt - Erste Erhöhung seit 2023 erwartet

Vor dem Hintergrund wachsender Inflationsrisiken wegen des Iran-Krieges verkündet die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag (14.15 Uhr) ihre neue Leitzinsentscheidung. Es wird erwartet, dass die EZB die Leitzinsen zum ersten Mal seit September 2023 wieder anheben könnte. EZB-Präsidentin Christine Lagarde erläutert die Entscheidung im Anschluss auf einer Pressekonferenz (14.45 Uhr).

Reformtreffen im Kanzleramt: Koalition will Gespräche mit Sozialpartnern fortsetzen

"Konstruktive" Atmosphäre und die Vereinbarung weiterer Gespräche: Die Spitzen der schwarz-roten Koalition haben am Mittwochabend im Kanzleramt dreieinhalb Stunden mit Vertretern von mit Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden über die Reformpläne der Regierung diskutiert. Konkrete Entscheidungen wurden wie angekündigt nicht gefasst. Das Treffen wurde in der Regierung aber als Signal der Geschlossenheit vor den anstehenden schwierigen Entscheidungen gewertet.

Britischer Konzern Frasers bietet zwei Milliarden Euro für Hugo Boss

Der britische Bekleidungskonzern Frasers will den Aktionären des deutschen Herstellers Hugo Boss nach eigenen Angaben fast zwei Milliarden Euro für den Erwerb noch ausstehender Anteile an dem Unternehmen anbieten. Hugo Boss sei schon jetzt "ein wichtiger Markenpartner für Frasers und zählt zu den fünf wichtigsten Marken innerhalb der Frasers-Gruppe", erklärte das britische Unternehmen am Mittwoch.

Koalition berät mit Sozialpartnern über Reformen - Merz: "Lösungen im Dialog"

Die Spitzen der schwarz-roten Koalition sind am Mittwochabend zu Beratungen mit Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden über die geplanten Reformen im Sozialbereich und zur Stärkung der Wirtschaft zusammengekommen. "Gute Lösungen entstehen im Dialog", schrieb Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nach Beginn des Treffens im Kurzbotschaftendienst X. Gemeinsam mit den Sozialpartnern berate die Bundesregierung, "wie wir unsere Wettbewerbsfähigkeit und den Arbeitsmarkt stärken".

Textgröße ändern: