Pallade Veneta - Rohstofffonds der Bundesregierung "in den Startlöchern"

Rohstofffonds der Bundesregierung "in den Startlöchern"


Rohstofffonds der Bundesregierung "in den Startlöchern"
Rohstofffonds der Bundesregierung "in den Startlöchern" / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP

Der Rohstofffonds der Bundesregierung, der die deutsche Wirtschaft unabhängiger von China machen soll, kann bald die Arbeit aufnehmen. "Wir stehen hier in den Startlöchern", sagte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums am Montag. Derzeit würden noch mehrere potenziell zu fördernde Projekte geprüft. Medienberichten zufolge geht es dabei um ein Vorhaben zur Förderung von Lithium im Rheingraben sowie um jeweils ein Bergbauprojekt in Kanada und Australien.

Textgröße ändern:

Der Fonds geht auf eine Initiative des ehemaligen Bundeswirtschaftsministers Robert Habeck (Grüne) zurück, eingeplant war dafür eine Milliarde Euro. In der neuen Bundesregierung herrschte Uneinigkeit über die Finanzierung. Das Düsseldorfer "Handelsblatt" berichtete dann in der vergangenen Woche über eine Einigung zwischen Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD).

Der "Bild"-Zeitung berichtete nun, dass am Zielwert von einer Milliarde Euro bis 2029 festgehalten werde. Noch in diesem Jahr sollen demnach 50 Millionen Euro für die Lithium-Gewinnung in Deutschland zur Verfügung stehen. Das deutsch-australische Unternehmen Vulcan Energy Resources will im Oberrheingraben per Geothermie Lithium-haltiges Wasser fördern und das Metall dann mit chemischen Prozessen aus dem Wasser herauslösen, um es anschließend in der Batterieproduktion zu verwenden.

Ein weiteres Projekt sei die Kupfer-Gold-Förderung mit Kanada, die mit bis zu 150 Millionen Euro gefördert werden soll, berichtete die "Bild" weiter. Außerdem werde sich der Fonds an der Förderung von Seltenen Erden in Australien mit bis zu 100 Millionen Euro beteiligen. Reiche betonte zudem, dass die Bundesregierung zusätzlich auf private Investoren setze. Für das Projekt in der Pfalz gebe es bereits Zusagen in Milliardenhöhe.

"Wir stellen uns der schwierigen Situation mit China und investieren selbst", sagte Reiche der "Bild". "Die Bundesregierung stellt einen Euro zur Verfügung und private Investoren stellen dann zusätzlich jeweils neun Euro zur Verfügung". Dies zeige, dass der Bund in der Lage sei, privates Kapital zu hebeln.

China dominiert bei wichtigen Rohstoffen wie Seltenen Erden und Lithium den Weltmarkt. Die Problematik ist seit Langem bekannt, im Zuge des Handelsstreits zwischen den USA und China, in dessen Rahmen Peking seine Marktmacht speziell bei Seltenen Erden offen als Druckmittel einsetzt, hat das Thema jedoch weiter an Bedeutung gewonnen.

Sowohl bei Seltenen Erden als auch bei Lithium ist der Abbau technologisch komplex und hat deutliche Auswirkungen auf die Umwelt. China hat große eigene Vorkommen und verfügt zudem über die Technologien für Abbau und Weiterverarbeitung. Auch bei weiteren Rohstoffen wie Kobalt, Graphit, Nickel und Kupfer, die für Technologien wie Batterien, Elektromotoren und Windkraftanlagen benötigt werden, sind Deutschland und Europa auf Importe angewiesen.

Deutschland will die Lieferketten diversifizieren. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) warb in diesem Kontext am Montag vor einem Besuch in Bolivien um eine Partnerschaft mit dem südamerikanischen Land. "Bolivien ist reich an Rohstoffen, vor allem im Bereich Lithium", erklärte Wadephul er. "Auch in Bezug auf Seltene Erden gibt es in Bolivien beeindruckende Möglichkeiten."

A.dCosmo--PV

Empfohlen

Einsatz von Tränengasgranate: Polizist wegen Gewaltanwendung bei Schülerprotesten angeklagt

Weil er während der Schülerproteste in Frankreich aus nächster Nähe eine Tränengasgranate auf einen 14-Jährigen abgefeuert hat, ist ein Polizist wegen Gewaltanwendung angeklagt worden. Der Beamte sei nach dem Vorfall in Saint-Ouen-l'Aumône nordwestlich von Paris nicht in Untersuchungshaft genommen sondern unter richterliche Aufsicht gestellt worden, teilte ein örtlicher Staatsanwalt am Dienstag mit.

Verfahren gegen russische Kinderhospizleiterin eingestellt

Die russische Justiz hat ein Verfahren gegen die Leiterin eines Kinderhospizes eingestellt, der die Verbreitung von Falschinformationen über die russische Armee vorgeworfen worden war. Die Ermittlungen gegen Lida Moniawa seien "mangels strafrechtlich relevanter Tatbestände" beendet worden, sagte ihr Anwalt Michail Birjukow am Dienstag. Ihre Organisation bestätigte die Einstellung des Verfahrens und erklärte: "Es grenzt an ein Wunder!"

Souveräne KI: Französisches Unternehmen Mistral stellt neues Modell vor

Das auf Künstliche Intelligenz (KI) spezialisierte französische Startup Mistral hat die Einführung eines neuen Modells angekündigt, mit dem das Unternehmen im KI-Wettrennen Boden gutmachen will. Das neue Modell ML4 werde es Nutzern erlauben, die Parameter der KI anzupassen, teilte Mistral am Dienstag mit. Dies soll demnach nicht nur eine bessere Leistung ermöglichen - sondern auch mehr Sicherheit für Kunden, die ihre Daten privat halten wollen.

Internationaler Währungsfonds: Anhaltender Preisschock wegen Kriegen und Krisen

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht anhaltende Auswirkungen von Kriegen und Krisen weltweit auf das Preisniveau von Lebensmitteln und Energie. Die Preise für lebensnotwendige Güter seien im Vergleich zu anderen Gütern inzwischen seit Jahren deutlich erhöht, erklärte der IWF am Dienstag. Die Menschen seien "mit einer anhaltenden Verschlechterung der Erschwinglichkeit von Gütern des täglichen Bedarfs" konfrontiert.

Textgröße ändern: