Pallade Veneta - Höchststand: Über eine Million Menschen waren 2024 wohnungslos

Höchststand: Über eine Million Menschen waren 2024 wohnungslos


Höchststand: Über eine Million Menschen waren 2024 wohnungslos
Höchststand: Über eine Million Menschen waren 2024 wohnungslos / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP/Archiv

Die Zahl der Wohnungslosen hat in Deutschland einen Höchststand erreicht: Über eine Million Menschen waren im vergangenen Jahr betroffen. Wie aus der am Montag veröffentlichten Hochrechnung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) hervorgeht, waren im Verlauf des Jahres 2024 mindestens 1.029.000 wohnungslos. Die Zahl stieg im Vergleich zum Vorjahr deutlich um elf Prozent an - 2023 gab es noch 928.000 Wohnungslose. Zum Stichtag 30. Juni 2024 waren 760.000 Menschen betroffen (2023: 681.000).

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Die Zahl derjenigen Wohnunglosen, die ganz ohne Unterkunft auf der Straße lebten, veränderte sich dabei nur kaum: 2024 waren es 56.000, ein Jahr zuvor 54.000. Rund 840.000 der Wohnungslosen waren im vergangenen Jahr laut Hochrechnung durch Städte und Kommunen untergebracht - zwölf Prozent mehr als 2023. "Gründe dafür sind unter anderem die anhaltende Zuwanderung nach Deutschland sowie der angespannte Wohnungsmarkt, der den steigenden Bedarf an bezahlbarem Wohnraum nicht auffangen kann", schreibt die BAG W.

Ihrer Hochrechnung zufolge waren im vergangenen Jahr 74 Prozent der Menschen ohne Wohnung Erwachsene - darunter 61 Prozent Männer und 39 Prozent Frauen. Die restlichen 26 Prozent der Wohnungslosen waren Kinder und Jugendliche unter 18. Sie lebten demnach mehrheitlich zusammen mit ihren Eltern und waren institutionell untergebracht.

820.000 oder 80 Prozent der wohnungslosen Menschen besaßen 2024 keine deutsche Staatsbürgerschaft, darunter waren 55.000 mit einer EU-Staatsbürgerschaft und 765.000 mit einer anderen Staatsbürgerschaft (oder Staatenlose). Besonders stark stieg den Angaben zufolge die Zahl der Wohnungslosen aus Nicht-EU-Staaten an - um 14 Prozent gegenüber 2023.

Als zentralen Gründe für Wohnungslosigkeit in Deutschland führt die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe den Mangel an bezahlbarem und bedarfsgerechtem Wohnraum sowie Armut an. Der vorhandene Wohnungsbestand könne die stetig steigende Nachfrage nicht decken; besonders problematisch sei zudem der Rückgang der Sozialwohnungen.

Zu den häufigsten Auslösern von Wohnungslosigkeit zählen laut BAG W "Miet- und Energieschulden, Konflikte im Wohnumfeld, Trennung oder Scheidung und Ortswechsel". Zudem hätten Wohnungslose ohne deutsche Staatsbürgerschaft mehrheitlich in Deutschland noch nie eine Wohnung gehabt.

"Die Wohnungslosigkeit in der Bundesrepublik Deutschland hat einen Höchststand erreicht und ein Ende ist nicht in Sicht", erklärte die Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe, Susanne Hahmann. "Die Ursachen sind bekannt: zu wenig bezahlbarer Wohnraum, Armut und drohende Kürzungen im sozialen Sicherungssystem." Hahmann forderte Politik und Gesellschaft auf, entschieden gegenzusteuern, sonst "werden noch mehr Menschen ihr Zuhause verlieren".

Die Linke erachtet die aktuellen Zahlen als "politischen Skandal". "Wohnungslosigkeit ist kein individuelles Versagen, sondern Ausdruck einer unsozialen Politik", kritisierte die Linken-Abgeordneten Sahra Mirow. Sie forderte "eine radikale Wende" wie die Deckelung von Mieten und den verstärkten Bau von Sozialwohnungen. "Wohnungspolitik darf nicht dem freien Markt überlassen werden. Wohnen ist ein Menschenrecht und kein Luxusgut."

C.Grillo--PV

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