Pallade Veneta - Norwegen legt Tiefseebergbau vorerst auf Eis - Umweltschützer erleichtert

Norwegen legt Tiefseebergbau vorerst auf Eis - Umweltschützer erleichtert


Norwegen legt Tiefseebergbau vorerst auf Eis - Umweltschützer erleichtert
Norwegen legt Tiefseebergbau vorerst auf Eis - Umweltschützer erleichtert / Foto: OLIVIER MORIN - AFP/Archiv

Für den umstrittenen Abbau von Rohstoffen in der Tiefsee werden in Norwegen vorerst keine Lizenzen erteilt. Wie die Regierung am Mittwoch in Oslo mitteilte, wurde im Rahmen der Verhandlungen über den Staatshaushalt des Landes eine Einigung erzielt, wonach es in der bis 2029 laufenden Legislaturperiode keine Ausschreibungen für den Tiefseebergbau geben wird. Umweltschützer reagierten erleichtert.

Textgröße ändern:

Hintergrund ist, dass das norwegische Parlament Anfang 2024 grünes Licht für den Tiefseebergbau gegeben hatte, woraufhin das Energieministerium geeignete Gebiete im Norwegischen Meer und im Grönlandmeer auswies, um 2025 erste Lizenzen für die Erkundung des Meeresbodens zu vergeben. Dort werden nach Angaben der norwegischen Offshore-Behörde "beachtliche Mengen an Bodenschätzen" vermutet - darunter Kupfer, Zink und Seltene Erden, die für die Energiewende wichtig sind und in zahlreichen Produkten von Windkraftanlagen bis hin zu Mobiltelefonen Anwendung finden.

Die von den Sozialdemokraten geführte Minderheitsregierung stößt bei dem Vorhaben jedoch auf Widerstand mehrerer kleinerer Parteien, die dem Tiefseebergbau ablehnend gegenüberstehen, deren Unterstützung für eine Mehrheit im Parlament aber unerlässlich ist. Ein in der Nacht zu Mittwoch erzielter Kompromiss zur für Freitag geplanten Verabschiedung des Haushaltsentwurfs für das kommende Jahr sieht nun die Verschiebung der Lizenzvergabe für die Erkundungsvorhaben in der Tiefsee vor.

Während norwegische Industrieunternehmen dies als "nachteilig" kritisierten, begrüßte die Umweltschutzorganisation WWF die Entscheidung als "großen Sieg für die Natur". Greenpeace-Meeresexpertin Franziska Saalmann erklärte, die Entscheidung sei "die einzig richtige, um die Tiefsee, den letzten weitgehend unberührten Lebensraum der Erde, vor der Zerstörung zu schützen".

O.Mucciarone--PV

Empfohlen

Einsatz von Tränengasgranate: Polizist wegen Gewaltanwendung bei Schülerprotesten angeklagt

Weil er während der Schülerproteste in Frankreich aus nächster Nähe eine Tränengasgranate auf einen 14-Jährigen abgefeuert hat, ist ein Polizist wegen Gewaltanwendung angeklagt worden. Der Beamte sei nach dem Vorfall in Saint-Ouen-l'Aumône nordwestlich von Paris nicht in Untersuchungshaft genommen sondern unter richterliche Aufsicht gestellt worden, teilte ein örtlicher Staatsanwalt am Dienstag mit.

Verfahren gegen russische Kinderhospizleiterin eingestellt

Die russische Justiz hat ein Verfahren gegen die Leiterin eines Kinderhospizes eingestellt, der die Verbreitung von Falschinformationen über die russische Armee vorgeworfen worden war. Die Ermittlungen gegen Lida Moniawa seien "mangels strafrechtlich relevanter Tatbestände" beendet worden, sagte ihr Anwalt Michail Birjukow am Dienstag. Ihre Organisation bestätigte die Einstellung des Verfahrens und erklärte: "Es grenzt an ein Wunder!"

Souveräne KI: Französisches Unternehmen Mistral stellt neues Modell vor

Das auf Künstliche Intelligenz (KI) spezialisierte französische Startup Mistral hat die Einführung eines neuen Modells angekündigt, mit dem das Unternehmen im KI-Wettrennen Boden gutmachen will. Das neue Modell ML4 werde es Nutzern erlauben, die Parameter der KI anzupassen, teilte Mistral am Dienstag mit. Dies soll demnach nicht nur eine bessere Leistung ermöglichen - sondern auch mehr Sicherheit für Kunden, die ihre Daten privat halten wollen.

Internationaler Währungsfonds: Anhaltender Preisschock wegen Kriegen und Krisen

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht anhaltende Auswirkungen von Kriegen und Krisen weltweit auf das Preisniveau von Lebensmitteln und Energie. Die Preise für lebensnotwendige Güter seien im Vergleich zu anderen Gütern inzwischen seit Jahren deutlich erhöht, erklärte der IWF am Dienstag. Die Menschen seien "mit einer anhaltenden Verschlechterung der Erschwinglichkeit von Gütern des täglichen Bedarfs" konfrontiert.

Textgröße ändern: