Pallade Veneta - Deutsche Bahn und Eurostar wollen Direktverbindung von Deutschland nach London

Deutsche Bahn und Eurostar wollen Direktverbindung von Deutschland nach London


Deutsche Bahn und Eurostar wollen Direktverbindung von Deutschland nach London
Deutsche Bahn und Eurostar wollen Direktverbindung von Deutschland nach London / Foto: HENRY NICHOLLS - AFP/Archiv

Zwischen Deutschland und der britischen Hauptstadt London soll es künftig eine direkte Hochgeschwindigkeitsverbindung auf der Schiene geben. Wie die Deutsche Bahn (DB) und Eurostar am Donnerstag mitteilten, wurde eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Ausgelotet werden sollen demnach "Optionen für ein gemeinsames Fernverkehrsangebot zwischen London und deutschen Großstädten wie Köln und Frankfurt".

Textgröße ändern:

Der Start der neuen Direktverbindung, bei der die neuen doppelstöckigen Celestia-Züge von Eurostar zum Einsatz kommen sollen, ist nach Unternehmensangaben für die frühen 2030er Jahre geplant. Allerdings müssen hierfür die notwendigen technischen, betrieblichen und rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sein.

Grenzüberschreitende Fernverkehrsangebote seien aufgrund der komplexen Rahmenbedingungen "oft nur durch Partnerschaften wie diese möglich", erklärte DB-Fernverkehrschef Michael Peterson. Gleichwohl sei die Bahn vom "großen Potenzial einer solchen Direktverbindung überzeugt", fügte er hinzu.

Eurostar-Chefin Gwendoline Cazenave erläuterte, dass ihr Unternehmen neben den neuen Zügen auch seine Expertise bei Bahnreisen durch den Tunnel unter dem Ärmelkanal beisteuern wolle. Die Partnerschaft mit der Deutschen Bahn sei "ein großer Schritt, um das Reisen zwischen London und Deutschland nachhaltiger und leichter zu gestalten", erklärte sie.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) wertete die Initiative als "starkes Zeichen für die Zukunft des europäischen Bahnverkehrs". In einer eigens für das Projekt gegründeten Taskforce werde bereits "mit Hochdruck" an den rechtlichen, infrastrukturellen und politischen Voraussetzungen für die neue Verbindung gearbeitet.

Die britische Verkehrsministerin Heidi Alexander hob hervor, dass eine direkte Bahnverbindung Arbeitsplätze schaffen und wichtige Handelsbeziehungen stärken werde. Zudem könne die Verbindung internationales Reisen "noch einfacher und umweltfreundlicher" machen, erklärte sie.

Schnieder und Alexander hatten bereits im August die Einrichtung der Taskforce verkündet und dabei unter anderem auf die Notwendigkeit einer Klärung von Fragen rund um Grenz- und Sicherheitskontrollen verwiesen. Trotz einer hohen Nachfrage sind neue Verbindungen eher selten, da an den entsprechenden Bahnhöfen die Infrastruktur für Grenzkontrollen aufgebaut werden muss. Die letzte neu eröffnete Strecke war die Verlängerung der Eurostar-Verbindung London-Brüssel nach Amsterdam im Jahr 2020.

N.Tartaglione--PV

Empfohlen

Spahn: Reformen in drei Stufen bis zum Sommer - "Aufschwung-Agenda" angekündigt

Die schwarz-rote Koalition in Berlin will ihre angekündigten Reformen nach den Worten von Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) in drei Stufen auf den Weg bringen. Erster Schritt seien die Vorschläge zur gesetzlichen Krankenversicherung am Montag, sagte Spahn der "Welt am Sonntag". Bis Ende April müssten dann die Eckpunkte für den Haushalt 2027 vorliegen. Dazu gehöre auch "eine Aufschwung-Agenda - mit Entlastungen bei Einkommensteuer, Sozialabgaben, Bürokratie und Energiekosten".

Verkehrsminister Schnieder: Zustand der Bahn geht in "demokratiegefährdende Richtung"

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hat angesichts von Verspätungen und anhaltenden Sanierungsarbeiten bei der Deutschen Bahn vor einer Bedrohung für die Demokratie gewarnt. "Das geht schon in eine demokratiegefährdende Richtung", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagsausgabe). "Wir dürfen nicht einreißen lassen, dass die Menschen glauben, der Staat bekommt Probleme wie marode Brücken oder notorisch verspätete Züge nicht in den Griff", erklärte Schnieder.

Schlangen an US-Flughäfen: Mittel für Mitarbeiter bleiben blockiert

Die langen Schlangen vor den Sicherheitskontrollen großer US-Flughäfen dürften vorerst bestehen bleiben: Im Kongress in Washington fiel am Freitag ein Vorschlag für ein Ende der Haushaltssperre des Heimatschutzministeriums durch. Zehntausende Sicherheitsmitarbeiter an Airports arbeiten derzeit ohne Bezahlung.

SPD sucht Profil: Entlastung bei Spritpreisen und Stärkung der Kommunen

Nach den jüngsten Wahlniederlagen will die SPD mit einem Fokus auf Wirtschaft und Arbeit, eine Stärkung der Kommunen sowie Entlastungen wegen der hohen Spritpreise an Profil gewinnen. Die Sozialdemokraten müssten sich "rauskämpfen aus einer sehr ernsten Situation", sagte SPD-Chef Lars Klingbeil am Freitag nach einem mehr als vierstündigen Krisentreffen mit SPD-Vertreterinnen und Vertretern aus Bund, Ländern und Gemeinden. Die SPD müsse dabei wieder "treibende Kraft" sein, "wenn es um Veränderungen geht".

Textgröße ändern: