Pallade Veneta - Frankreich rehabilitiert wegen Abtreibung verurteilte Frauen

Frankreich rehabilitiert wegen Abtreibung verurteilte Frauen


Frankreich rehabilitiert wegen Abtreibung verurteilte Frauen
Frankreich rehabilitiert wegen Abtreibung verurteilte Frauen / Foto: - - AFP

Knapp 12.000 Französinnen, die wegen einer seinerzeit illegalen Abtreibung verurteilt wurden, sind symbolisch rehabilitiert worden. Das französische Parlament verabschiedete am Donnerstag ein Gesetz, das anerkennt, dass das bis 1975 geltende Abtreibungsverbot die Rechte der Frauen verletzte und ihre Gesundheit sowie ihr Leben gefährdete. Das Verbot habe zu "zahlreichen Todesfällen" und zu "großem körperlichen und seelischen Leid" geführt, heißt es in dem Gesetzestext.

Textgröße ändern:

Die Nationalversammlung stimmte einstimmig für den im März bereits vom Senat angenommenen Gesetzesentwurf. Ein halbes Jahrhundert nach der Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen in Frankreich handelt es sich vor allem um einen symbolischen Schritt. Entschädigungen sind nicht vorgesehen.

"Es ist ein Akt der Gerechtigkeit mit Blick auf die tausenden von Leben, die durch ungerechte Gesetze zerstört wurden", sagte die Parlamentsvorsitzende Aurore Bergé, die an eine Abtreibung erinnerte, die ihre eigene Mutter durchgestanden hatte. "Wir haben die Pflicht, zu warnen", sagte sie mit Blick auf die jüngsten Einschnitte bei Frauenrechten in zahlreichen Ländern.

Ehrengast in der Nationalversammlung war Claudine Monteil, eine von 343 Frauen, die sich 1971 öffentlich dazu bekannt hatten, abgetrieben zu haben. Frankreich will nun eine Kommission einrichten, die sich um Frauen kümmert, die wegen Abtreibungen Nachteile erlitten haben. Nach offiziellen Schätzungen wurden in Frankreich zwischen 1870 und 1975 etwa 11.660 Frauen verurteilt, weil sie abgetrieben hatten oder eine Abtreibung planten.

P.Colombo--PV

Empfohlen

Prozess um Social-Media-Sucht: Instagram und Youtube sollen drei Millionen Dollar zahlen

In einem wegweisenden Prozess um Social-Media-Sucht hat ein US-Gericht in Los Angeles die Onlineplattformen Instagram und Youtube zu einer hohen Entschädigungszahlung verurteilt. Sie sollen der Klägerin insgesamt drei Millionen Dollar (rund 2,6 Millionen Euro) zahlen, wie die Geschworenen am Mittwoch entschieden. Die heute 20-jährige Klägerin hatte den Unternehmen vorgeworfen, sie als Minderjährige abhängig gemacht und ihr dadurch schwere psychische Schäden zugefügt zu haben.

Trump beruft Zuckerberg und andere Tech-Chefs in Beirat

Präsident Donald Trump hat einige der größten Namen der US-Technologiebranche in einen Beirat des Weißen Hauses berufen. Dem Rat für Wissenschafts- und Technologieberatung (PCAST) gehören nach Angaben vom Mittwoch unter anderem Meta-Gründer Mark Zuckerberg und Google-Mitgründer Sergey Brin an. Vertreten sind unter anderem auch die Chefs des Halbleiterkonzerns Nvidia und des Softwareunternehmens Oracle, Jensen Huang und Larry Ellison.

Gericht: Pauschale Regelung zu Freistellung nach Kündigung ist unwirksam

Eine pauschale Regelung im Arbeitsvertrag, wonach die Firma Beschäftigte sofort nach der Kündigung freistellen darf, ist unwirksam. Sie benachteiligt Arbeitnehmer unangemessen, wie das Bundesarbeitsgericht in Erfurt am Dienstag entschied. Ihr Interesse, tatsächlich bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses weiterzuarbeiten, wiegt hier schwerer als das Interesse der Arbeitgeber an der Freistellung. (Az. 5 AZR 108/25)

Merz verteidigt Streichung von Mitteln für Demokratieförderung

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die geplante Streichung der Unterstützung für bestimmte Projekte zur Demokratieförderung verteidigt. Die Finanzmittel würden künftig "wirklich konzentriert auf diejenigen, die sich für unsere Demokratie für unser Land einsetzen", sagte Merz am Mittwoch in der Fragestunde des Bundestags. Merz äußerte sich auf eine Frage der Linken-Abgeordneten Mandy Eißling - und deutete an, dass von der Streichung gerade auch linksgerichtete Projekte betroffen sein könnten.

Textgröße ändern: