Pallade Veneta - Lidl verzichtet nach Verurteilung in Frankreich auf TV-Werbung

Lidl verzichtet nach Verurteilung in Frankreich auf TV-Werbung


Lidl verzichtet nach Verurteilung in Frankreich auf TV-Werbung
Lidl verzichtet nach Verurteilung in Frankreich auf TV-Werbung / Foto: GABRIEL BOUYS, Pascal GUYOT - AFP/Archiv

Sechs Monate nach der Verurteilung zu einer Millionenzahlung wegen irreführender Geschäftspraktiken hat die französische Filiale der deutschen Supermarktkette Lidl angekündigt, künftig auf TV-Werbung zu verzichten und stattdessen in Online-Videos zu investieren. "Die Risiken sind angesichts der Reglementierung zu hoch", sagte Jassine Ouali von Lidl France der Fachzeitschrift "Stratégies". Online-Videos hätten ein großes Entwicklungspotenzial, fügte er hinzu.

Textgröße ändern:

Die französische Justiz hatte Lidl im Juli 2025 zu einer Entschädigung in Höhe von 43 Millionen Euro an den Konkurrenten Intermarché verurteilt, weil das Unternehmen für Produkte geworben hatte, die nicht überall und 15 Wochen lang verfügbar waren. Dies schreibt eine seit 1992 geltende Regelung vor. Lidl habe sich irreführender Geschäftspraktiken schuldig gemacht, heißt es in dem Urteil des Berufungsgerichts, gegen das Lidl Rechtsmittel eingelegt hat.

Im Zentrum der Anklage standen rund 370 TV-Werbespots aus der Zeit zwischen 2017 und 2023, die Produkte zu einem attraktiven Preis bewarben. Ein Hinweis, in welchen Filialen diese zu finden seien, sei zu versteckt gewesen, urteilten die Richter.

Bislang hat Lidl gut ein Fünftel seines Medien-Budgets für traditionelle TV-Sender ausgegeben. Diese Sparte soll künftig komplett wegfallen. Der öffentliche Sender FranceTV sprach von einem "besorgniserregenden Signal". Das Budget für Werbung in Printmedien will Lidl in Frankreich beibehalten.

A.Fallone--PV

Empfohlen

"Washington Post" entlässt zahlreiche Journalisten

Kahlschlag bei der "Washington Post": Die seit Jahren kriselnde Tageszeitung aus der US-Hauptstadt hat am Mittwoch den Abbau zahlreicher Journalisten-Stellen angekündigt. US-Medien zufolge muss rund ein Drittel der Belegschaft gehen. Gewerkschafter fürchten um die Glaubwürdigkeit der Zeitung, die "Amazon"-Gründer Jeff Bezos 2013 übernommen hatte.

Integrationskurse für Migranten auf Eis gelegt - Kritik auch aus Bundesregierung

Bestimmte Migranten in Deutschland können derzeit nur sehr eingeschränkt Integrationskurse belegen, weil Anträge auf Zulassung wegen einer Prüfung auf Eis liegen. Es finden zwar weiterhin Integrationskurse statt, wie das Bundesinnenministerium am Mittwoch auf AFP-Anfrage mitteilte. Der teilweise Zulassungsstopp durch das zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) stieß bei der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung und bei Kursträgern jedoch auf scharfe Kritik.

EU-Parlament setzt Umsetzung von US-Zolldeal aus dem vergangenen Jahr fort

Nach dem Grönland-Streit mit US-Präsident Donald Trump hat das Europaparlament die Arbeit an der Umsetzung einer Zollvereinbarung aus dem vergangenen Jahr wieder aufgenommen. Der Handelsausschuss des Parlaments könnte Ende Februar darüber abstimmen, die Zölle auf US-Industrieprodukte wie vereinbart abzuschaffen, teilte der Ausschussvorsitzende Bernd Lange (SPD) am Mittwoch mit. Die Abgeordneten setzen sich für eine Notbremse ein, falls Trump mit neuen Zöllen droht.

Washington verlängert Handelsabkommen mit afrikanischen Ländern bis Ende des Jahres

Mehr als 30 Länder in Afrika profitieren wieder von zollfreiem Zugang zum US-Markt für viele ihrer Produkte - allerdings nur bis Jahresende. Die US-Regierung verlängerte das Handelsabkommen African Growth and Opportunity Act (Agoa) rückwirkend ab dem 30. September 2025 bis Ende 2026. Für die Zeit danach forderte der US-Handelsbeauftrage Jamieson Greer am Dienstag, ein Abkommen "für das 21. Jahrhundert muss unseren Handelspartnern mehr abverlangen und US-Unternehmen, Landwirten und Viehzüchtern besseren Marktzugang verschaffen."

Textgröße ändern: