Pallade Veneta - Deutsche Exportwirtschaft leidet unter Trump-Zöllen: Ausfuhren im November gesunken

Deutsche Exportwirtschaft leidet unter Trump-Zöllen: Ausfuhren im November gesunken


Deutsche Exportwirtschaft leidet unter Trump-Zöllen: Ausfuhren im November gesunken
Deutsche Exportwirtschaft leidet unter Trump-Zöllen: Ausfuhren im November gesunken / Foto: FABIAN BIMMER - AFP

Deutschlands Exportwirtschaft schwächelt weiterhin. Der Wert der Ausfuhren ging im November im Vergleich zum Vormonat um 2,5 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Deutsche Exporteure leiden besonders unter den hohen US-Zöllen. Die Importe dagegen nahmen im November leicht um 0,8 Prozent zu - Experten sehen darin immerhin einen Beleg für eine sich stabilisierende Binnenkonjunktur.

Textgröße ändern:

Der Wert der Exporte erreichte den Angaben nach im November 128,1 Milliarden Euro. Die meisten Waren gingen in andere Mitgliedsländer der Europäischen Union - ihr Wert betrug 73,1 Milliarden Euro. In Drittstaaten führten deutsche Unternehmen Waren im Wert von 55,1 Milliarden Euro aus.

Größter einzelner Abnehmer waren erneut die USA, dorthin gingen Waren im Wert von 10,8 Milliarden Euro. Das waren allerdings 4,2 Prozent weniger als im Oktober und knapp 23 Prozent weniger als im November 2024. Die Einfuhren aus den USA stiegen hingegen - um 7,9 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro.

Der Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Volker Treier, sprach von einer "problematischen" Beziehung zum wichtigsten Exportland. Deutsche Unternehmen leiden besonders unter der Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump.

Zwar hat die EU ein Abkommen mit den USA geschlossen und noch höhere Zölle, wie Trump sie im April angekündigt hatte, verhindert. Das Zollniveau ist jedoch weiterhin deutlich höher als vorher und insbesondere für Stahl und Aluminium sowie Produkte, in denen die Metalle verbaut sind, werden bei Lieferung in die USA hohe Aufschläge fällig.

Die Exporte nach China legten laut Statistikamt um 3,4 Prozent auf einen Wert von 6,5 Milliarden Euro zu. Insbesondere wegen der stark wachsenden Importe ist das Land mittlerweile wieder der wichtigste Handelspartner Deutschlands. Im November wurden Waren im Wert von 14,9 Milliarden Euro aus China eingeführt - eine Steigerung um 8,0 Prozent im Vormonatsvergleich.

"Immerhin weisen die gestiegenen Importe und auch die überwiegend erfreulichen Zahlen bei der Industrieproduktion darauf hin, dass im Inland wieder etwas mehr investiert und produziert wird", erklärte Treier von der DIHK. "Insgesamt sind das erste Anzeichen für eine nachhaltige Stabilisierung der Industrie zum Jahresende."

Der Präsident des Außenhandelsverbands BGA, Dirk Jandura, sieht in den Exportzahlen nur "ein weiteres Warnsignal für den Wirtschaftsstandort Deutschland". Die Exportwirtschaft werde "zwischen schwacher Auslandsnachfrage, geopolitischen Risiken und wachsendem Wettbewerbsdruck zerrieben".

Mit Blick auf Deutschlands wichtigsten Handelspartner sprach Jandura von einem "Chinaschock": "Deutsche und europäische Anbieter geraten preislich immer stärker ins Hintertreffen."

R.Zarlengo--PV

Empfohlen

"Washington Post" entlässt zahlreiche Journalisten

Kahlschlag bei der "Washington Post": Die seit Jahren kriselnde Tageszeitung aus der US-Hauptstadt hat am Mittwoch den Abbau zahlreicher Journalisten-Stellen angekündigt. US-Medien zufolge muss rund ein Drittel der Belegschaft gehen. Gewerkschafter fürchten um die Glaubwürdigkeit der Zeitung, die "Amazon"-Gründer Jeff Bezos 2013 übernommen hatte.

Integrationskurse für Migranten auf Eis gelegt - Kritik auch aus Bundesregierung

Bestimmte Migranten in Deutschland können derzeit nur sehr eingeschränkt Integrationskurse belegen, weil Anträge auf Zulassung wegen einer Prüfung auf Eis liegen. Es finden zwar weiterhin Integrationskurse statt, wie das Bundesinnenministerium am Mittwoch auf AFP-Anfrage mitteilte. Der teilweise Zulassungsstopp durch das zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) stieß bei der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung und bei Kursträgern jedoch auf scharfe Kritik.

EU-Parlament setzt Umsetzung von US-Zolldeal aus dem vergangenen Jahr fort

Nach dem Grönland-Streit mit US-Präsident Donald Trump hat das Europaparlament die Arbeit an der Umsetzung einer Zollvereinbarung aus dem vergangenen Jahr wieder aufgenommen. Der Handelsausschuss des Parlaments könnte Ende Februar darüber abstimmen, die Zölle auf US-Industrieprodukte wie vereinbart abzuschaffen, teilte der Ausschussvorsitzende Bernd Lange (SPD) am Mittwoch mit. Die Abgeordneten setzen sich für eine Notbremse ein, falls Trump mit neuen Zöllen droht.

Washington verlängert Handelsabkommen mit afrikanischen Ländern bis Ende des Jahres

Mehr als 30 Länder in Afrika profitieren wieder von zollfreiem Zugang zum US-Markt für viele ihrer Produkte - allerdings nur bis Jahresende. Die US-Regierung verlängerte das Handelsabkommen African Growth and Opportunity Act (Agoa) rückwirkend ab dem 30. September 2025 bis Ende 2026. Für die Zeit danach forderte der US-Handelsbeauftrage Jamieson Greer am Dienstag, ein Abkommen "für das 21. Jahrhundert muss unseren Handelspartnern mehr abverlangen und US-Unternehmen, Landwirten und Viehzüchtern besseren Marktzugang verschaffen."

Textgröße ändern: