Pallade Veneta - Lufthansa: Knapp 800 Flüge wegen Streiks annulliert

Lufthansa: Knapp 800 Flüge wegen Streiks annulliert


Lufthansa: Knapp 800 Flüge wegen Streiks annulliert
Lufthansa: Knapp 800 Flüge wegen Streiks annulliert / Foto: Kirill KUDRYAVTSEV - AFP/Archiv

Wegen eines Streiks bei der Lufthansa sind am Donnerstag nach Konzernangaben knapp 800 Flüge gestrichen worden. Die ganztägige Arbeitsniederlegung "trifft unsere Fluggäste extrem hart und unverhältnismäßig", es seien rund 100.000 Passagiere betroffen, erklärte das Unternehmen. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatte bei der Kernmarke Lufthansa und der Frachtsparte Lufthansa Cargo zum Streik aufgerufen, die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) bei der Lufthansa Cityline.

Textgröße ändern:

"Bei Eurowings, Lufthansa City Airlines und Discover Airlines finden heute hingegen rund 400 Flüge statt", erklärte die Lufthansa-Gruppe weiter. Das Unternehmen geht demnach davon aus, ab Freitag wieder weitestgehend nach Plan fliegen zu können.

VC hatte den Arbeitskampf kurzfristig am Dienstagabend angekündigt. Hintergrund ist eine Auseinandersetzung um die betriebliche Altersvorsorge. Die VC-Mitglieder hatten sich bereits im September mit großer Mehrheit für den Ausstand ausgesprochen. Die Gewerkschaft wollte anschließend aber noch einmal das Gespräch mit der Unternehmensführung suchen. Die UFO begründet ihren Warnstreik mit der bekanntgegebenen Schließung des Flugbetriebs der Lufthansa CityLine und dem Fehlen eines Sozialplans.

"Wir hätten eine Eskalation sehr gerne vermieden", erklärte VC-Chef Andreas Pinheiro. "Nach der Urabstimmung Ende September haben wir der Lufthansa bewusst mehrere Monate Zeit eingeräumt, um doch noch zu einer verhandlungsfähigen Lösung zu kommen." Der Arbeitgeber habe dieses Zeitfenster jedoch erneut nicht genutzt.

Lufthansa-Arbeitsdirektor Michael Niggemann erklärte am Donnerstag, das Ziel des Konzerns sei "eine Einigung für unsere Beschäftigten und die Zukunftsfähigkeit insbesondere der Lufthansa Classic". "Wir sind jederzeit dazu bereit und wollen die Gespräche mit UFO und VC fortsetzen", fuhr er fort.

Der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbands ADV, Ralph Beisel, mahnte, das Land stehe angesichts der am Freitag beginnenden Münchener Sicherheitskonferenz "im Fokus der internationalen politischen Aufmerksamkeit". Das Streikrecht sei "unbestritten", doch "wer in der kritischen Infrastruktur agiert, trägt besondere Verantwortung", führte Beisel aus. "Arbeitskämpfe zur Unzeit schaden der internationalen Reputation Deutschlands."

H.Ercolani--PV

Empfohlen

Vor Sicherheitsgipfel zur Bahn Forderung nach mehr Schutz für Beschäftigte

Vor dem Sicherheitsgipfel zur Bahn am Freitag haben die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sowie der Fahrgastverband Pro Bahn eine deutliche Aufstockung des Sicherheitspersonals in Zügen verlangt. Der GdP-Vorsitzende für den Bereich Bundespolizei, Andreas Roßkopf, kritisierte in den Zeitungen der Funke Mediengruppe einen massiven Personalmangel.

Online-Diagnose von Erektionsstörungen: BGH verhandelt über Zulässigkeit von Werbung

Werbung für Diagnosen über das Internet hat am Donnerstag den Bundesgerichtshof (BGH) beschäftigt. In Karlsruhe wurde über einen Rechtsstreit zwischen dem Verband Sozialer Wettbewerb und einem Unternehmen verhandelt, das die Vermittlung von Arztterminen im Internet unter anderem bei Erektionsstörungen anbietet. Ein Urteil fiel noch nicht. (Az. I ZR 118/24)

Gewinn bei Mercedes 2025 um fast die Hälfte eingebrochen

Schwierigkeiten im China-Geschäft und Zollhürden haben den Gewinn des Stuttgarter Autobauers Mercedes-Benz im Jahr 2025 um beinahe die Hälfte einbrechen lassen. Das Konzernergebnis für das vergangene Jahr belief sich auf 5,3 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag bekanntgab. Das entspricht einem Rückgang von fast 49 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Personalkarussell bei Europas Pharmakonzernen: Merck-Chefin übernimmt bei Sanofi

Der Chef des französischen Pharmakonzerns Sanofi, Paul Hudson, muss überraschend gehen. Der Aufsichtsrat verlängerte den Vertrag mit dem Briten am Donnerstag nicht, kommende Woche scheidet er damit aus. Den Chefposten übernimmt Ende April Belén Garijo, die bisherige Chefin des deutschen Konkurrenten Merck, wie Sanofi mitteilte. Der Konzern bedankte sich für Hudsons "wertvollen Beitrag", nannte aber keine Gründe für den Führungswechsel.

Textgröße ändern: