Pallade Veneta - Erste Urlauber reisen aus der Golfregion zurück nach Deutschland

Erste Urlauber reisen aus der Golfregion zurück nach Deutschland


Erste Urlauber reisen aus der Golfregion zurück nach Deutschland
Erste Urlauber reisen aus der Golfregion zurück nach Deutschland / Foto: Fadel SENNA - AFP

Nach tagelangem Ausharren sind erste Urlauber aus der Golfregion am Dienstag nach Hause zurückgekehrt. In Frankfurt am Main landete am Mittag ein erstes Flugzeug aus Dubai, ein weiteres startete am späten Vormittag mitteleuropäischer Zeit in Abu Dhabi. Am frühen Nachmittag hob eine weitere Maschine von Dubai nach München ab. Von Samstag bis Montag waren wegen des Iran-Kriegs in der Region fast 13.000 Flüge gestrichen worden - allein aus Deutschland sitzen dort rund 30.000 Pauschalurlauber fest, dazu kommt eine unbekannte Zahl Individualreisende.

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Erste Flüge starteten bereits am Montag von Dubai und Abu Dhabi. Am internationalen Flughafen von Dubai zeigte die Tafel mit den Starts und Landungen am Dienstag aber weiterhin vor allem Annullierungen. Unter den Fluggesellschaften, die Flüge anboten, waren Emirates, Aeroflot aus Russland oder die Billig-Airline FlyDubai.

In Saudi-Arabien und Oman dagegen starteten am Dienstag bereits wieder zahlreiche Flüge Richtung Europa, Amerika, Asien und Australien. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hatte am Montag angekündigt, Charterflüge in diese beiden Länder zu schicken, um in Nahost gestrandete deutsche Reisende auszufliegen - zuerst "vulnerable Gruppen" wie Schwangere, Kinder und Alte. Am Dienstag sagte der Minister dem Sender Welt TV, einen ersten Flug werde es am Mittwoch von Maskat in Oman geben.

Der Reisekonzern TUI wollte nach Möglichkeit noch am Dienstag damit beginnen, im Nahen Osten festsitzende deutsche Touristen nach Deutschland zu holen, wie Tui-Chef Sebastian Ebel den Sendern RTL und ntv sagten. Der erste Flug ging nach München, wie ein TUI-Sprecher mitteilte.

Ebel sagte, TUI arbeite mit den Airlines Emirates, Qatar Airways und Etihad Airways zusammen. Die eigene Airline Tuifly halte ebenfalls Maschinen bereit, um "sobald wir die Erlaubnis bekommen, dorthin zu fliegen und Kunden möglichst zügig abzuholen". Dies müsse "auf Regierungsebene koordiniert werden", ergänzte der Unternehmenssprecher.

Von den rund 30.000 deutschen Pauschaltouristen in der Region sind Ebel zufolge etwa 10.000 TUI-Kunden - 5000 davon auf Kreuzfahrtschiffen. Die Rückholaktion werde sicherlich "einige Tage dauern", sagte Ebel. Voraussetzung sei, dass sichere Luftkorridore zur Verfügung stehen. Tatsächlich war die Lage weiterhin angespannt: Katar etwa meldete am Dienstag, es habe iranische Angriffe auf seinen Flughafen in Doha abgewehrt.

Seit Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran am Samstag wurden laut dem Flugdatenauswerter Cirium bis Montagabend 12.903 Flüge in der Golfregion annulliert. Die Zahl der Plätze betrug etwa 900.000 pro Tag - betroffen waren also weit mehr als eine Million Passagiere. Am Sonntag waren demnach quasi hundert Prozent der Flüge gestrichen worden, am Montag 93,5 Prozent.

Die Fraktionen der Grünen und Linken im Bundestag kritisierten das Vorgehen von Außenminister Wadephul. "Was wir derzeit im Nahen Osten erleben, ist eine Eskalation, die sich seit Wochen als mögliches Szenario abgezeichnet hat", sagte die Grünen-Außenexpertin Luise Amtsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Dass die Bundesregierung in dieser nun akuten Gefährdungslage dennoch unvorbereitet ist und überfordert wirkt, ist erschütternd."

Der Schutz der eigenen Bürgerinnen und Bürger gehöre zu den Pflichten einer Bundesregierung, ergänzte Amtsberg. "Erst an Tag drei nach Ausbruch des Krieges anzukündigen, einzelne vulnerable Personengruppen aus der Region evakuieren zu wollen, reicht nicht aus." Die außenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Cansu Özdemir, kritisierte in den Funke-Zeitungen die Krisenkommunikation der Bundesregierung als mangelhaft.

J.Lubrano--PV

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