Pallade Veneta - Bundesländer fordern umfassende Bafög-Reform

Bundesländer fordern umfassende Bafög-Reform


Bundesländer fordern umfassende Bafög-Reform
Bundesländer fordern umfassende Bafög-Reform / Foto: Ina FASSBENDER - AFP

Die Bundesländer fordern die Bundesregierung zu einer umfassenden Bafög-Reform auf. Der Bundesrat stimmte am Freitag für eine entsprechende Initiative mehrerer Länder. Die Länder weisen darauf hin, dass derzeit nur rund zwölf Prozent der Studierenden Bafög erhalten, das sei der niedrigste Wert seit dem Jahr 2000. Die Bundesregierung solle daher die im Koalitionsvertrag vorgesehenen Maßnahmen in einem umfassenden Reformschritt umsetzen. Der Forderung schlossen sich zahlreiche Verbände an.

Textgröße ändern:

Die Länder fordern unter anderem eine Erhöhung der Wohnkostenpauschale und eine Anpassung des Grundbedarfs von Bafög-Empfängern an das Niveau der Grundsicherung. Zudem müsse das Förderprogramm grundlegend vereinfacht werden. So könnten für leichtere Antragsverfahren auch Förder-Pauschalen eingeführt werden. Auch ein Bewilligungszeitraum über mehrere Semester hinweg sei denkbar. Darüber hinaus schlagen die Länder vor, das Antragsverfahren grundsätzlich vollständig zu digitalisieren und bereits beim Staat vorhandene Daten – unter Wahrung des Datenschutzes – zu nutzen.

"Wir müssen das Bafög noch näher an die Lebenswirklichkeit der Studierenden heranführen", sagte der Wissenschaftsminister von Sachsen-Anhalt, Armin Willingmann (SPD) im Bundesrat.

Die Wissenschaftsministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Bettina Martin (SPD) ergänzte, viele Studierende müssten nebenher arbeiten, um über die Runden zu kommen. "Jeder Euro, den wir investieren, wird sich um ein Vielfaches auszahlen."

Der hessische Forschungs- und Wissenschaftsminister Timon Gremmels (SPD) betonte, die Bafög-Reform der Bundesregierung müsse nun zügig gemeinsam mit den Ländern angegangen werden. "Studierende müssen die Sicherheit haben, dass sie ein Studium ohne Geldsorgen in Angriff nehmen können."

Die Forderung der Bundesländer wird von zahlreichen Gewerkschaften und Verbänden unterstützt, darunter der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), die Gewerkschaft Verdi und das Deutsche Studierendenwerk. "Die stark steigenden Mieten in den Hochschulstädten, die gestiegenen Preise für Lebensmittel und Energie setzen der jungen Generation enorm zu", erklärten diese gemeinsam. Sie forderten die Bundesregierung auf, eine im Koalitionsvertrag versprochene Bafög-Reform "rasch auf den parlamentarischen Weg zu bringen".

"Es wäre ein fatales Zeichen, wenn die Regierungsparteien ihr Bafög-Versprechen aus dem Koalitionsvertrag nicht einhalten", betonten die Verbände. "Alle demokratischen Parteien müssen deutlich machen, dass sie die Anliegen der jungen Generation ernstnehmen."

Eine Bafög-Reform sei längst überfällig, erklärte auch Verdi-Vorstandsmitglied Sylvia Bühler. "Ein Studium darf nicht davon abhängen, ob man reiche Eltern hat. Dass heute so viele Studierende einer umfangreichen Erwerbsarbeit nachgehen müssen, um ihr Studium zu finanzieren, ist keine gute Entwicklung."

O.Merendino--PV

Empfohlen

G7-Vertreter beraten mit China über Abbau von Ungleichheiten

Wenige Tage vor dem G7-Gipfel in Evian haben Vertreter der Teilnehmerstaaten mit China über den Abbau wirtschaftlicher Ungleichheiten beraten. "Wir sind gemeinsam zur Überzeugung gekommen, dass diese Ungleichheiten gefährlich sind", hieß es am Donnerstag im französischen Präsidialamt. Das gemeinsame Ziel sei ein "nachhaltiges, geteiltes Wachstum, das allen zugute kommt", betonte der Elysée am Donnerstag nach einer Videokonferenz, an der neben anderen der chinesische Vize-Ministerpräsident Zhang Guoqing und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) teilnahmen.

Lobbycontrol: Wirtschaft gibt Rekordsumme für Einflussnahme auf EU-Institutionen aus

Unternehmen und Wirtschaftsverbände geben nach Angaben von Lobbycontrol Rekordsummen aus, um EU-Institutionen zu beeinflussen. Zum Stichtag 11. Mai 2026 waren es binnen eines Jahres insgesamt 382 Millionen Euro, wie eine am Donnerstag in Brüssel veröffentlichte Analyse von Lobbycontrol und Corporate Europe Observatory ergab. Dies waren demnach 27 Millionen Euro mehr als im Vorjahreszeitraum und fast 50 Prozent mehr als noch im Jahr 2020.

Nach Aus für FCAS: Startschuss für mögliches Kampfjet-Nachfolgeprojekt

Nach dem Aus für das deutsch-französische Kampfjet-Projekt FCAS ist der Startschuss für eine mögliche europäische Nachfolgelösung gefallen. Ein Konsortium um den Flugzeugbauer Airbus schloss am Donnerstag bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin. eine entsprechende Vereinbarung, wie die beteiligten Unternehmen mitteilten. Ob sich die Bundesregierung tatsächlich für das Bündnis aus insgesamt acht Unternehmen entscheidet, ist offen.

Familien-Sommerferien-Ticket der DB ab Sonntag buchbar

Das von der Deutschen Bahn (DB) bereits angekündigte Familienticket für die Sommerferienwochen zum Preis von 99,99 Euro ist ab Sonntag buchbar. Ab dem 14. Juni bis zum 12. September könne das Angebot gebucht werden, teilte die Bahn am Donnerstag mit. Es gilt für Reisen zwischen dem 26. Juni und dem 14. September. Eine einzelne Hin- oder Rückfahrt kostet demnach 59,99 Euro.

Textgröße ändern: