Pallade Veneta - Greenpeace: Krisengewinne der Mineralölkonzerne vor allem in reicheren Ländern

Greenpeace: Krisengewinne der Mineralölkonzerne vor allem in reicheren Ländern


Greenpeace: Krisengewinne der Mineralölkonzerne vor allem in reicheren Ländern
Greenpeace: Krisengewinne der Mineralölkonzerne vor allem in reicheren Ländern / Foto: Henning Bagger - Ritzau Scanpix/AFP

Die Mineralölkonzerne haben durch den Krieg in Nahost einer Untersuchung im Auftrag von Greenpeace zufolge besonders in reicheren europäischen Ländern deutliche Gewinnsteigerungen erzielt. In Europa seien die Margen bei Diesel deutlich gestiegen, am stärksten in den Niederlanden, gefolgt von Schweden, Dänemark, Österreich und Deutschland, wie Greenpeace am Mittwoch mitteilte. "In kleineren Ländern mit weniger Kaufkraft wie der Slowakei, Ungarn oder Irland sind die Margen seit Kriegsbeginn im gleichen Zeitraum hingegen deutlich geschrumpft."

Textgröße ändern:

Der Energieexperte Steffen Bukold hat den Angaben nach im Auftrag der Umweltschützer die Entwicklung der Sprit- und Ölpreise seit Beginn der israelischen und US-Angriffe auf den Iran untersucht. Der starke Anstieg der Spritpreise in Europa kann demnach nicht nur mit den höheren Rohölpreisen erklärt werden. Die Ölindustrie habe zudem satte Übergewinne eingestrichen.

Bukold gibt an, diese Übergewinne in den 27 EU-Mitgliedstaaten innerhalb der ersten drei Kriegswochen berechnet zu haben: 81,4 Millionen Euro pro Tag. "Der größte Teil dieser Mehrgewinne entfiel auf Dieselkraftstoff." In den Niederlanden weiteten die Konzerne ihre Gewinnmarge bei Diesel demnach um 25,6 Cent pro Liter aus, in Deutschland um 22,5 Cent.

Bei Benzin fielen die Margensteigerungen - wenn es denn welche gab - deutlich niedriger aus. In den Niederlanden kamen demnach nur 0,5 Cent pro Liter hinzu, in Deutschland mit 6,2 Cent am meisten. In den meisten EU-Ländern sank hingegen die Marge, teils deutlich um mehr als zehn Cent pro Liter.

Bukold schränkt ein, dass die Berechnungen "lediglich einen groben Überblick vermitteln". Der Beobachtungszeitraum sei kurz gewesen und er habe mit vereinfachten Annahmen arbeiten müssen. "Dennoch vermitteln die Ergebnisse einen ersten Eindruck vom Ausmaß des Gewinnanstiegs und von der geografischen Verteilung der Gewinne in der EU."

Die Mineralölbranche verweist bei den stark gestiegenen Dieselpreisen darauf, dass die Golfstaaten in der Regel selbst viel Diesel exportieren. Wegen der Blockade der Straße von Hormus habe sich die auf dem Weltmarkt verfügbare Menge dieses speziellen Mineralölprodukts deshalb stärker verknappt. Benzin kommt hingegen zu größeren Teilen aus Raffinerien in Europa.

A.Tucciarone--PV

Empfohlen

Frühjahrsgutachten der Wirtschaftsinstitute: Wachstumsprognose mehr als halbiert

Die führenden deutschen Wirtschaftsinstitute haben ihre Konjunkturprognose für 2026 angesichts der durch den Iran-Krieg stark gestiegenen Energiepreise mehr als halbiert. Sie erwarten für das laufende Jahr eine Zunahme der deutschen Wirtschaftsleistung von 0,6 Prozent und für 2027 um 0,9 Prozent, wie am Mittwoch aus dem Frühjahrsgutachten der fünf Institute hervorging. Im Herbst hatten die Ökonomen noch mit einem Wachstum von 1,3 beziehungsweise 1,4 Prozent gerechnet.

Vorläufige Berechnung: 53 Prozent Strom aus Erneuerbaren im ersten Quartal

Strom aus Sonne, Wind und anderen regenerativen Quellen hat im ersten Quartal vorläufigen Zahlen zufolge 53 Prozent des deutschen Stromverbrauchs gedeckt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das ein Anstieg um fast sechs Prozentpunkte, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Mittwoch mitteilte. Allerdings liegt der Anstieg auch daran, dass das Vergleichsquartal 2025 sehr windarm ausgefallen war.

Oberstes US-Gericht: "Christliche Therapie" gegen sexuelle Orientierung erlaubt

In Deutschland sind sogenannte Konversionstherapien zur Änderung der sexuellen Orientierung unter anderem bei Homosexuellen verboten - das Oberste Gericht in den USA hat dagegen am Dienstag in einem Modellfall zugunsten einer evangelikalen Therapeutin entschieden, die durch ein ähnliches Verbot ihr Recht auf Meinungsfreiheit verletzt sah. Das Urteil gilt als Rückschlag für die Rechte sexueller Minderheiten.

Urteil: Bei verlorenem Gepäck auch Anspruch auf Teil der Reisekosten

Bei einer Pauschalreise mit dem Flugzeug verlorenes oder beschädigtes Gepäck ist einem Urteil zufolge ein so großer Mangel des Urlaubs, dass der Veranstalter neben dem Gepäck auch einen Teil der Reisekosten ersetzen muss. In einem am Dienstag vom Landgericht Frankenthal veröffentlichten und bereits rechtskräftigen Urteil bekam eine fünfköpfige Familie ein gutes Drittel des Reisepreises ersetzt. Der Reiseveranstalter musste insgesamt knapp 5000 Euro zahlen. (Az.: 7 O 321/25).

Textgröße ändern: