Pallade Veneta - Iranische Revolutionsgarden schießen auf Tanker - Auch TUI-Schiff bedroht

Iranische Revolutionsgarden schießen auf Tanker - Auch TUI-Schiff bedroht


Iranische Revolutionsgarden schießen auf Tanker - Auch TUI-Schiff bedroht
Iranische Revolutionsgarden schießen auf Tanker - Auch TUI-Schiff bedroht / Foto: FADEL SENNA - AFP/Archiv

Die iranischen Revolutionsgarden haben nach der erneuten Schließung der Straße von Hormus auf mindestens ein Schiff geschossen und auch das TUI-Kreuzfahrtschiff "Mein Schiff 4" bedroht. Wie die britische Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) am Samstag mitteilte, berichtete der Kapitän eines Tankers von einem Angriff durch zwei Patrouillenboote der Revolutionsgarden rund 37 Kilometer nordöstlich von Oman.

Textgröße ändern:

Ohne Vorwarnung hätten die Boote "auf den Tanker geschossen", erklärte die Behörde. Der Tanker und die Besatzung waren demnach in Sicherheit.

Die Sicherheitsfirma Vanguard Tech erklärte, bei dem Tanker handle es sich um das Schiff "Sanmar Herald", das unter indischer Flagge fährt. Demnach seien durch die Schüsse Fenster an der Kommandobrücke beschädigt worden.

Vanguard Tech erklärte zudem, die Revolutionsgarden hätten das ohne Passagiere fahrende Kreuzfahrtschiff "Mein Schiff 4" beim Durchqueren der Straße von Hormus auf der Seite des Oman bedroht. Die Revolutionsgarden hätten laut dem Kapitän erklärt: "Wir führen einen Einsatz aus, wir werden schießen und euch zerstören." Nahe des Schiffes sei ein Einschlag gemeldet worden, Schäden seien aber nicht gemeldet worden.

Bei einem dritten Vorfall meldete ein Containerschiff nach Angaben der UKMTO, durch ein "unbekanntes Projektil" getroffen worden zu sein. Mehrere Container seien beschädigt worden, ein Feuer sei aber nicht ausgebrochen.

Der Iran hatte am Samstag seine am Vortag verkündete Öffnung der Straße von Hormus rückgängig gemacht. Die iranische Armeeführung begründete die neuerliche Blockade der für den Welthandel immens wichtigen Schifffahrtsstraße laut Staatsmedien mit der anhaltenden US-Blockade iranischer Häfen. Die Straße von Hormus stehe nun erneut "unter strenger Führung und Kontrolle der Streitkräfte", solange die USA nicht die freie Schifffahrt zum Iran ermöglichten, hieß es.

Nach Angaben des Schifffahrts-Analyseunternehmens Kpler gelang es am Samstagmorgen aber mindestens acht Öl- und Gastankern, die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman zu passieren.

Daten der Trackingplattform "MarineTraffic" zeigten, dass mehrere andere Rohöltanker vom Persischen Golf aus auf die Meerenge zusteuerten, dann aber kehrtmachten, ebenso wie vier Containerschiffe der französischen Reederei CMA CGM. Den Daten zufolge gelang es derweil neben "Mein Schiff 4" auch drei weiteren Kreuzfahrtschiffen, die Meerenge zu passieren. Sie alle sollen ohne Passagiere unterwegs sein.

Das Kreuzfahrtunternehmen TUI Cruises erklärte, die "Mein Schiff 4" und die "Mein Schiff 5" hätten die Straße von Hormus "erfolgreich passiert". "Der Fokus liegt nun auf der zügigen Weiterfahrt der Schiffe in Richtung Mittelmeer." Eine Unternehmenssprecherin wollte sich gegenüber der Nachrichtenagentur AFP nicht über die Bedrohung der "Mein Schiff 4" durch die Revolutionsgarden äußern.

Teheran hatte am Freitag nach dem Inkrafttreten einer Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon die Öffnung der Straße von Hormus für Handelsschiffe bekannt gegeben. Durch die Meerenge verläuft normalerweise ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssigerdgaslieferungen.

Die Märkte reagierten zunächst erleichtert; der Ölpreis, der wegen der Blockade weltweit massiv angestiegen war, sackte ab. Am Samstag verkündete der Iran dann aber die erneute Schließung der Meerenge.

F.Dodaro--PV

Empfohlen

Nach ausländerfeindlichen Protesten wächst in Belfast die Sorge vor neuer Gewalt

Geschlossene Schulen und Geschäfte, Stillstand bei Bussen und Bahnen, Polizei in Alarmbereitschaft: Nach den Ausschreitungen bei ausländerfeindlichen Protesten in Belfast wächst in der nordirischen Stadt die Sorge vor neuer Gewalt. Rechtsextreme Aktivisten hatten zu den Protesten am Dienstagabend aufgerufen, bei denen Fahrzeuge und Häuser in Brand gesteckt wurden. Hintergrund war die Veröffentlichung eines Videos eines brutalen Messerangriffs, für den ein festgenommener sudanesischer Migrant verantwortlich gemacht wird.

Nach Aus für FCAS-Kampfjet: Bundesregierung setzt auf europäische Nachfolgelösung

Nach dem Ende des deutsch-französischen Kampfjet-Vorhabens FCAS strebt die Bundesregierung eine europäische Nachfolgelösung an. Darüber werde nun mit Partnern in Europa und auch der Industrie beraten, sagte Vizeregierungssprecher Steffen Mayer am Mittwoch. Ein Konsortium um den Flugzeugbauer Airbus will am Donnerstag eine Absichtserklärung für ein mögliches Nachfolgeprojekt unterzeichnen. Kanzler Friedrich Merz (CDU) machte seinerseits klar, dass er mit Frankreich andere Teile des FCAS-Vorhabens weiterführen will.

Rheinland-Pfalz darf frühere Hilfen für Flughafen Frankfurt-Hahn nicht rückfordern

Das Land Rheinland-Pfalz kann keine Beihilfen für den Flughafen Frankfurt-Hahn im Hunsrück aus den Jahren 2017 und 2018 zurückfordern. Das entschied das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am Mittwoch und gab damit dem Insolvenzverwalter der früheren Betreibergesellschaft Flughafen Frankfurt Hahn GmbH Recht. Es ging um 10,3 Millionen Euro. (Az. 8 C 4.25)

Slots für ausländische Airlines: Bundesregierung für Marktöffnung in der Luftfahrt

Die Bundesregierung hat sich grundsätzlich offen für den Markteintritt ausländischer Airlines gezeigt. Die am Mittwoch vom Kabinett verabschiedete Luftfahrtstrategie nennt eine "weitere, am Bedarf orientierte Marktöffnung" als mögliche Maßnahme. Zugleich betont das Papier allerdings auch die Notwendigkeit, "faire internationale Wettbewerbsbedingungen und Reziprozität in der Luftfahrt" zu schaffen.

Textgröße ändern: