Pallade Veneta - Angespannte Finanzlage: MDR produziert für drei Jahre keine neuen "Tatort"-Folgen

Angespannte Finanzlage: MDR produziert für drei Jahre keine neuen "Tatort"-Folgen


Angespannte Finanzlage: MDR produziert für drei Jahre keine neuen "Tatort"-Folgen
Angespannte Finanzlage: MDR produziert für drei Jahre keine neuen "Tatort"-Folgen / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP/Archiv

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) produziert aufgrund einer angespannten Finanzlage für drei Jahre keine neuen Folgen für die bekannten Krimireihen "Tatort" und "Polizeiruf". Das teilte der Sender am Montag in Leipzig mit. Die von den Bundesländern gestoppte Erhöhung der Gebühren für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk bedeute eine "umfangreiche Budgetkürzung", erklärte Intendant Ralf Ludwig. Der Sender müsse daher einen "einschneidenden Weg" gehen.

Textgröße ändern:

Nach Angaben des Senders gehört der dreijährige Verzicht auf neue Krimiproduktionen zu einem größeren Maßnahmenpaket, das Ludwig am Montag dem MDR-Rundfunkrat vorlegte. Unter anderem ist der Sender ARD-intern in Gesprächen darüber, die Produktion des ARD-"Mittagsmagazins" nächstes Jahr abzugeben. Demnach könnte der Norddeutsche Rundfunk übernehmen.

Der MDR müsse "strategisch Prioritäten" setzen, erklärte Programmchef Boris Lochthofen am Montag. Die Senderspitze habe dabei bewusst darauf verzichtet, "in der Breite" zu kürzen. Andernfalls würden der MDR insgesamt geschwächt und die öffentlich-rechtlichen Aufgaben gefährdet.

Bei den Krimireihen "Tatort" und "Polizeiruf" verfügt der MDR nach eigenen Angaben noch über "bereits fertiggestellte und vertraglich fixierte Produktionen". Sie seien "vorrätig" und würden in den kommenden Jahren gesendet, hieß es in der Mitteilung zum Sparpaket.

Auch andere ARD-Sender reagierten bereits auf wachsenden Spardruck. Im März hatte der Südwestrundfunk (SWR) mitgeteilt, die Musikshow "Immer wieder sonntags" nach mehr als 30 Jahren auslaufen zu lassen. Als Grund wurden wirtschaftliche Gründe genannt.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sieht sich seit einigen Jahren mit wachsenden Forderungen konfrontiert, seine über Gebühren finanzierten Ausgaben zu senken. Die Sender, zu denen neben dem ARD-Verbund auch das ZDF gehört, reagierten unter anderem auch mit der Streichung mehrerer Spartensender wie tagesschau24. Sie werden Ende des Jahres eingestellt.

Eine von der zuständigen Kommission vorgeschlagene Gebührenerhöhung ab 2025 war aufgrund des Widerstands in einigen Bundesländern gescheitert. Die Sender schalteten anschließend das Bundesverfassungsgericht ein, entschieden hat dieses bislang über die Angelegenheit noch nicht.

Im Februar legte die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) einen neuen Vorschlag vor, der eine geringere Gebührenanhebung um 28 Cent auf 18,64 Euro pro Monat vorsieht. Sie soll zudem erst ab Anfang 2027 greifen. Derzeit beträgt der Rundfunkbeitrag 18,36 Euro. Er wurde letztmalig 2021 angehoben. Die Kommission gibt nur Empfehlungen, Entscheidungen trefen die Landesregierungen und Landesparlamente.

U.Paccione--PV

Empfohlen

Ab November "dauerhaft": Deutsche Bahn verlängert für Ferien eingeführtes Familienticket

Das zunächst nur für einen begrenzten Zeitraum im Sommer eingeführte Familienticket der Deutschen Bahn soll ab November dauerhaft angeboten werden. "Wir haben uns entschieden, das Familienticket, das wir zunächst zeitweise für die Sommerferien eingeführt hatten, dauerhaft ins Sortiment aufzunehmen", sagte Bahn-Chefin Evelyn Palla der "Bild am Sonntag". Eine Hin- und Rückfahrt für Familien kostet in dem Tarif 99,99 Euro inklusive ICE-Reservierung.

Nach Scheitern von Wohnungsgesetz in Spanien: Zehntausende demonstrieren für bezahlbaren Wohnraum

Nach dem Nein des spanischen Parlaments zu einem Regulierungspaket gegen die Wohnungsnot haben am Samstag erneut zehntausende Menschen im Land für bezahlbaren Wohnraum demonstriert. In Madrid zogen mehrere Demonstrationszüge durch das Stadtzentrum. Auf einem großen Transparent stand "Auf zum Generalstreik". Nach Behördenangaben beteiligten sich alleine in der Hauptstadt 70.000 Menschen an den Demonstrationen, die Organisatoren sprachen von 500.000.

Trump lobt Freigabe europäischer Ölreserven - Keine Drohung mit Diesel-Exportstopp mehr

US-Präsident Donald Trump hat die Entscheidung der europäischen G7-Staaten zur Freigabe der Ölreserven gelobt - seine Drohung mit einem Diesel-Exportstopp der USA zog er zurück. "Was Europa gemacht hat, war wirklich eine großartige Sache", sagte Trump am Freitag (Ortszeit) auf die Frage eines AFP-Journalisten. Ein Exportstopp habe auch nie "wirklich auf dem Tisch gelegen". In Deutschland kritisierten die Grünen die Freigabe als "politische Dummheit".

Grüne kritisieren Freigabe von Ölreserven als "politische Dummheit"

Die Grünen haben die Entscheidung der G7-Staaten zur Freigabe von Öl und Diesel aus ihren nationalen Reserven scharf kritisiert. "Die Freigabe ist ein Fehler, schlimmer noch: eine politische Dummheit", sagte der Grünen-Energiepolitiker Michael Kellner am Samstag der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. "Die Reserven sind für echte Notfälle da und nicht für einen amerikanischen Präsidenten, dem im Wahlkampf die Felle davonschwimmen."

Textgröße ändern: