Pallade Veneta - Merz: Deutschland kann unabhängig von US-Rechenzentren werden

Merz: Deutschland kann unabhängig von US-Rechenzentren werden


Merz: Deutschland kann unabhängig von US-Rechenzentren werden
Merz: Deutschland kann unabhängig von US-Rechenzentren werden / Foto: Odd ANDERSEN - AFP

Die Bundesrepublik kann sich nach Ansicht von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) voraussichtlich von chinesischen und US-Rechenzentren für die Künstliche Intelligenz (KI) unabhängig machen. "Ich hätte vor zwei Jahren nicht geglaubt, Ihnen heute sagen zu können, dass ich zuversichtlich bin, dass wir uns mit Rechenkapazitäten in Deutschland unabhängig machen von amerikanischen Rechenzentren und von chinesischen Rechenzentren", sagte Merz am Dienstag beim Ostdeutschen Wirtschaftsforum im brandenburgischen Bad Saarow.

Textgröße ändern:

"Ich habe das vor zwei Jahren nicht geglaubt, dass uns das noch einmal gelingt", sagte der Kanzler weiter. "Aber wir haben in einem so großen Aufholprozess jetzt diese Zentren errichtet in vielen Bundesländern, übrigens auch im Osten, mit großen Investitionen, milliardenschweren Investitionen." Merz verwies auf die Rechenzentrumsstrategie der Bundesregierung, die vorsieht, dass die vorhandene Rechenzentrumskapazitäten in Deutschland bis 2030 verdoppelt werden.

Rechenkapazitäten seien "die Infrastruktur der Industrie von morgen", fuhr Merz fort. "Wenn wir KI wollen, dann brauchen wir große Rechenkapazitäten." Die deutsche Leistungsfähigkeit bei der Entwicklung und bei dem Einsatz neuer Technologien in der Industrie werde "ganz entscheidend darüber sein, wie sicher, wie souverän und wie wachstumsstark unser Land in den kommenden Jahrzehnten sein wird".

In diesem Zusammenhang unterstrich der Kanzler die Bedeutung der Forschungslandschaft in Sachsen, die "ein enormer Standortvorteil für ganz Deutschland von internationaler Dimension" sei. "Wir sehen jetzt schon, dass in Ostdeutschland strategische Zukunftsindustrie entwickelt" werde.

Der Halbleiterstandort Sachsen etwa sei "heute eines der bedeutendsten Mikroelektronik-Cluster ganz Europas", sagte Merz. "Ich weiß nicht, ob Sie das alle wissen, aber jeder dritte Chip in Europa, der gefertigt wird, stammt mittlerweile aus Sachsen." Diese "sehr erfreuliche Entwicklung" werde noch verstärkt "durch die Ansiedlung der neuen Chipfabrik von TSMC, durch die Eröffnung eines neuen Werkes von Infineon".

TSMC arbeitet in Dresden in einem Gemeinschaftsunternehmen namens ESMC mit Infineon und Bosch aus Deutschland und NPX aus den Niederlanden zusammen. In dem geplanten Werk soll Ende 2027 die Produktion von Chips vor allem für die Autoindustrie beginnen. Rund 2000 Arbeitsplätze sollen entstehen. Dafür werden am Standort insgesamt zehn Milliarden Euro investiert. Der Bund übernimmt davon fünf Milliarden Euro an Subventionen. Volkswirtschaftler hatten die hohe Subvention für das TSMC-Werk kritisiert.

Die Abhängigkeit vor allem von US-Technologie in vielen Bereichen beschäftigt auch Brüssel. Die EU-Kommission stellt daher am Mittwoch ein Gesetzespaket vor, mit dem sie europäische Unternehmen unterstützen und so der Abhängigkeit von US-Digitalkonzern entkommen will.

L.Barone--PV

Empfohlen

Ab November "dauerhaft": Deutsche Bahn verlängert für Ferien eingeführtes Familienticket

Das zunächst nur für einen begrenzten Zeitraum im Sommer eingeführte Familienticket der Deutschen Bahn soll ab November dauerhaft angeboten werden. "Wir haben uns entschieden, das Familienticket, das wir zunächst zeitweise für die Sommerferien eingeführt hatten, dauerhaft ins Sortiment aufzunehmen", sagte Bahn-Chefin Evelyn Palla der "Bild am Sonntag". Eine Hin- und Rückfahrt für Familien kostet in dem Tarif 99,99 Euro inklusive ICE-Reservierung.

Nach Scheitern von Wohnungsgesetz in Spanien: Zehntausende demonstrieren für bezahlbaren Wohnraum

Nach dem Nein des spanischen Parlaments zu einem Regulierungspaket gegen die Wohnungsnot haben am Samstag erneut zehntausende Menschen im Land für bezahlbaren Wohnraum demonstriert. In Madrid zogen mehrere Demonstrationszüge durch das Stadtzentrum. Auf einem großen Transparent stand "Auf zum Generalstreik". Nach Behördenangaben beteiligten sich alleine in der Hauptstadt 70.000 Menschen an den Demonstrationen, die Organisatoren sprachen von 500.000.

Trump lobt Freigabe europäischer Ölreserven - Keine Drohung mit Diesel-Exportstopp mehr

US-Präsident Donald Trump hat die Entscheidung der europäischen G7-Staaten zur Freigabe der Ölreserven gelobt - seine Drohung mit einem Diesel-Exportstopp der USA zog er zurück. "Was Europa gemacht hat, war wirklich eine großartige Sache", sagte Trump am Freitag (Ortszeit) auf die Frage eines AFP-Journalisten. Ein Exportstopp habe auch nie "wirklich auf dem Tisch gelegen". In Deutschland kritisierten die Grünen die Freigabe als "politische Dummheit".

Grüne kritisieren Freigabe von Ölreserven als "politische Dummheit"

Die Grünen haben die Entscheidung der G7-Staaten zur Freigabe von Öl und Diesel aus ihren nationalen Reserven scharf kritisiert. "Die Freigabe ist ein Fehler, schlimmer noch: eine politische Dummheit", sagte der Grünen-Energiepolitiker Michael Kellner am Samstag der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. "Die Reserven sind für echte Notfälle da und nicht für einen amerikanischen Präsidenten, dem im Wahlkampf die Felle davonschwimmen."

Textgröße ändern: