Pallade Veneta - Nach Kampfjet-Aus: Merz will mit Frankreich weiter an Luftkampfsystem arbeiten

Nach Kampfjet-Aus: Merz will mit Frankreich weiter an Luftkampfsystem arbeiten


Nach Kampfjet-Aus: Merz will mit Frankreich weiter an Luftkampfsystem arbeiten
Nach Kampfjet-Aus: Merz will mit Frankreich weiter an Luftkampfsystem arbeiten / Foto: RALF HIRSCHBERGER - AFP

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht nach dem Aus für den gemeinsamen Bau eines Kampfjets der Zukunft nicht das vollständige Ende der Zusammenarbeit mit Frankreich in diesem Bereich. "Der eigentliche Kern" des sogenannten FCAS-Projekts - also das Kommunikations- und Luftkampfsystem - wollten beide Seiten weiterführen, sagte Merz am Mittwoch zur Eröffnung der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA). Hier liege "eine große Chance eines zentralen deutsch-französischen verteidigungsindustriellen Zukunftsprojekts".

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Durch die gemeinsam mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron getroffene Entscheidung, den Bau des eigentlichen Kampfjets aufzugeben, sei "eine langjährige Blockade" aufgehoben worden, sagte Merz. Wie sich die weitere Zusammenarbeit beim Kern von FCAS als "System der Systeme" weiterführen lasse, sollten die Verteidigungsminister beider Seiten bis zum nächsten deutsch-französischen Regierungstreffen im Juli erarbeiten.

Bei dem Treffen solle es auch einen gemeinsamen "Arbeitsplan" zur gesamten verteidigungspolitischen Zusammenarbeit geben, sagte Merz weiter. "Wir wollen einige wenige relevante, aber dann auch machbare Vorhaben, die einen echten Unterschied für unsere gemeinsame Sicherheit ausmachen, verwirklichen."

Ein "Schlüsselvorhaben" sei dabei die im März beschlossene "Zusammenarbeit bei der nuklearen Abschreckung" mit der Atommacht Frankreich. Beide Seiten wollten bei Macrons Initiative zur nach vorne gerichteten nuklearen Abschreckung "entschlossen gemeinsam vorangehen".

Die deutsche und die französische Regierung hatten neun Jahre nach der Ankündigung das Ende der Entwicklung eines gemeinsamen Kampfjets am Montag bekannt gegeben. Grund war Streit zwischen dem französischen Hersteller Dassault und dem Airbus-Konzern über die Führung in dem Projekt. Bei FCAS geht es allerdings nicht nur um ein Flugzeug, sondern ein vernetztes Luftkampfsystem einschließlich Drohnen.

Er und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hätten es sich mit der Entscheidung über die Zukunft des Projekts "wirklich nicht leicht gemacht", sagte Merz. "Über Monate haben wir zusammen mehrere Anläufe unternommen, um die beteiligten Unternehmen zu einer Einigung zu bewegen." Als auch ein Mediationsverfahren nichts bebracht habe, seien beide übereingekommen, "dass die Unternehmen beim Bau eines gemeinsamen Kampflugzeuges nicht zueinander finden".

"Diese Realität erkennen wir an", sagte Merz. "Präsident Macron und ich haben deshalb am vergangenen Freitag vereinbart, den Bau eines gemeinsamen Kampfflugzeuges nicht weiter zu verfolgen."

O.Pileggi--PV

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