Pallade Veneta - "Kein Sicherheitsrisiko": EU-Kommission kritisiert US-Sperre für KI-Modelle

"Kein Sicherheitsrisiko": EU-Kommission kritisiert US-Sperre für KI-Modelle


"Kein Sicherheitsrisiko": EU-Kommission kritisiert US-Sperre für KI-Modelle
"Kein Sicherheitsrisiko": EU-Kommission kritisiert US-Sperre für KI-Modelle / Foto: Nicolas TUCAT - AFP

Nach der Sperre der KI-Modelle Mythos und Fable wohl auf Anweisung der US-Regierung hat die EU-Kommission Washington zur Zusammenarbeit aufgerufen. "Europa ist eine wirtschaftliche Chance, kein Sicherheitsrisiko", erklärte EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen am Montag im Onlinedienst X. "Wir sind und bleiben ein verlässlicher Partner."

Textgröße ändern:

Das US-Unternehmen Anthropic hatte seine Modelle Mythos und Fable am Samstag gesperrt und seine Entscheidung mit einer Anweisung der US-Behörden begründet, die ausländischen Staatsangehörigen den Zugriff auf die beiden Modelle untersage. Da Anthropic seine Nutzer nicht nach ihrer Nationalität unterscheiden könne, habe das Unternehmen beide Dienste deaktiviert.

Das Modell Mythos kann Lücken in Cybersicherheitssystemen finden und ausnutzen, laut Experten mit bisher unerreichter Geschwindigkeit. Anthropic hat die testweise Nutzung auf wenige Partner beschränkt, darunter die US-Regierung und ausgewählte Unternehmen. Fable ist die allgemein zugängliche - und in ihren Funktionen eingeschränkte - Version des Modells.

Anthropic zufolge legte die US-Regierung keine konkreten Begründung für ihre Anweisung vor. Dahinter könne die Sorge stehen, Hacker könnten die Sicherheitsvorkehrungen um Fable mit einem sogenannten Jailbreak knacken und doch uneingeschränkten Zugang zu den Mythos-Funktionen erlangen.

"Jailbreaks als Rechtfertigung für eine weltweite Abschaffung zu nutzen, ist problematisch", urteilte der KI-Experte am Freiburger Centrum für Europäische Politik, Anselm Küsters. Eine solche Hackergefahr gebe es grundsätzlich bei allen KI-Modellen. Die Entscheidung der US-Regierung sei ein politisches Instrument und "einer der folgenreichsten KI-politischen Eingriffe bisher".

Der deutsche Digitalverband Bitkom mahnte an, EU-Anbieter für Digitaldienste und Künstliche Intelligenz zu fördern. "Deutschland und Europa sind beim Zugang zu den stärksten KI-Modellen vom Wohlwollen der US-Regierung abhängig", kritisierte Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. Er warnte vor Auswirkungen für Industrie, Verwaltung, Sicherheit und Wissenschaft.

Die großen KI-Modelle kommen derzeit aus den USA, wo Milliardeninvestitionen in die Branche fließen. Die EU will zwar unabhängiger werden, bislang fehlen nach Einschätzung der EU-Kommission aber unter anderem die Rechenzentren für Künstliche Intelligenz.

G.Riotto--PV

Empfohlen

Kommission auf Zielgerade: Linke und Grüne warnen vor Schwächung gesetzlicher Rente

Anlässlich der voraussichtlich abschließenden Beratungen der Rentenkommission der Bundesregierung an diesem Montag haben Linkspartei und Grüne vor Abstrichen bei der gesetzlichen Rente gewarnt. "Wir wissen, dass das, was sich dort abzeichnet, hochgefährlich ist", warnte Linken-Parteichefin Ines Schwerdtner in Berlin. "Den Versuchen, die gesetzliche Rente zu schwächen, erteilen wir eine Absage", sagte Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch der Nachrichtenagentur AFP.

Erleichterung und Skepsis nach Einigung auf Rahmenabkommen für Ende von Iran-Krieg

Die Einigung auf ein Rahmenabkommen für ein Ende des Iran-Kriegs ist international auf Erleichterung, aber auch Skepsis gestoßen. UN-Generalsekretär António Guterres begrüßte am Sonntag einen "entscheidenden Schritt hin zu einer friedlichen Beilegung des Konflikts", forderte aber zugleich "verstärkte Bemühungen" für ein endgültiges Konfliktende. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mahnte an, "das Vereinbarte zielstrebig umzusetzen". Viele wichtige Punkte - etwa die Zukunft des iranischen Atomprogramms - blieben offen.

Macron reagiert verärgert auf Trumps Zolldrohung vor G7-Gipfel

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat auf die jüngste Zolldrohung von US-Präsident Donald Trump verärgert reagiert. "So läuft das nicht", sagte er in einem Interview mit dem Sender TF1 am Montag kurz vor Beginn des G7-Gipfels in Evian. Trump hatte mit einem 100-Prozent-Zoll auf Wein und Champagner aus Frankreich gedroht, sollte Paris seine Digitalsteuer nicht zurücknehmen.

Bildungsbericht: Frühkindliche Bildung und Fachkräftesicherung stärker angehen

Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) hat die Relevanz der frühkindlichen Bildung betont und will dazu neben der Kita verstärkt die Familien in die Pflicht nehmen. "Die Bildungsschere tut sich ab der Geburt auf", sagte Prien am Montag bei der Vorstellung des diesjährigen Bildungsberichts. Mehr denn je müsse es daher darum gehen, Kinder im Vorschulalter zu erreichen. Der Bildungsbericht stellte die Themen Chancengerechtigkeit und Fachkräftesicherung in den Mittelpunkt.

Textgröße ändern: