Pallade Veneta - Starmer mahnt nach Warnschüssen von russischem Kriegsschiff im Ärmelkanal zu Wachsamkeit

Starmer mahnt nach Warnschüssen von russischem Kriegsschiff im Ärmelkanal zu Wachsamkeit


Starmer mahnt nach Warnschüssen von russischem Kriegsschiff im Ärmelkanal zu Wachsamkeit
Starmer mahnt nach Warnschüssen von russischem Kriegsschiff im Ärmelkanal zu Wachsamkeit / Foto: Alexander KAZAKOV - POOL/AFP/Archiv

Nach den Warnschüssen eines russischen Kriegsschiffs in Richtung eines Segelbootes im Ärmelkanal hat der britische Premierminister Keir Starmer zu Wachsamkeit aufgerufen. Es sei ein "Fakt, dass Russland offenkundig quer durch Europa aggressiv ist", sagte Starmer am Mittwoch dem Sender GB News. Die von der "Admiral Grigorowitsch" abgegebenen Warnschüsse seien "leichtsinnig" gewesen. Die britischen Segler kritisierten die Warnschüsse als ungerechtfertigt.

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Starmer sagte zu GB News, der Vorfall vom Dienstag sei beim G7-Gipfel im französischen Evian Thema gewesen. "Wir müssen wachsam sein", betonte der Premier. Zugleich sagte Starmer, bei der russischen Fregatte habe es sich um ein im Wasser "treibendes Kriegsschiff" gehandelt und "nicht um etwas weiter Bedrohliches".

Nach Angaben aus Kreisen des britischen Verteidigungsministeriums war das russische Schiff zum Zeitpunkt des Vorfalls offenbar nicht mit Motorkraft gesteuert worden, sondern trieb durch den Ärmelkanal. Dies könnte demnach an Bord zu dem Gefühl geführt haben, "dass sie verletzlicher waren".

Die Segler der in Großbritannien registrierten Yacht "Bright Future" kritisierten die Warnschüsse als ungerechtfertigt. Den Vorwurf Russlands, ihre Yacht habe sich auf einem "gefährlichen" Kollisionskurs befunden, wies die Rentnerin Jane Kelvey im Sender BBC zurück. Ihr Mann Alan bezeichnete die Schüsse als "nicht notwendig". Den Vorfall bezeichneten beide als "surreal".

Jane Kelvey sagte, nachdem fünf Mal das Horn des russischen Kriegsschiffs erklungen sei, hätten sie ihr Boot "sofort zwei Grad Richtung Hafen gewendet, so dass sie sehen konnten, dass wir eine absichtliche Kursänderung vorgenommen haben, wir sie also gesehen haben". Etwa eine Minute später sei das Signalhorn der Russen erneut fünf Mal erklungen und direkt danach habe die Schiffsbesatzung "vier bis fünf Schüsse kleinen Kalibers" abgegeben. "Das galt nicht uns - es waren Warnschüsse in die Luft, glauben wir", sagte Jane Kelvey.

Das russische Verteidigungsministerium hatte am Dienstag erklärt, das Segelboot habe sich dem russischen Kriegsschiff "gefährlich angenähert", weshalb die russische Fregatte beschlossen habe, Warnschüsse in Richtung des Boots abzugeben. Die Fregatte habe zuvor "Signalraketen" abgefeuert, um die Aufmerksamkeit der Segler zu erlangen. Nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums dienten die Warnschüsse dazu, einen Zusammenstoß zu vermeiden.

Laut einem Beamten im britischen Verteidigungsministerium hatte sich der Vorfall etwa 20 Seemeilen südlich der Isle of Wight ereignet, kurz außerhalb der britischen Hoheitsgewässer. Die Segler gaben die Entfernung zum russischen Kriegsschiff mit 450 Metern an. Verletzte und Schäden gab es nicht.

Berichten zufolge begleitete die "Admiral Grigorowitsch" Tanker der sogenannten russischen Schattenflotte. Mit den oft veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffen umgeht Russland nach Überzeugung westlicher Staaten unter anderem Sanktionen gegen seine Ölexporte. Die britischen Marine hatte nach eigenen Angaben im April mehrere Patrouillenschiffe eingesetzt, um die "Admiral Grigorowitsch" zu beobachten. Zum Zeitpunkt des Vorfalls war offenbar die "HMS Mersey" im Einsatz.

Die Warnschüsse vom Dienstag ereigneten sich vor dem Hintergrund massiver Spannungen zwischen Russland und westlichen Staaten wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Erst am Sonntag hatte die britische Marine im Ärmelkanal einen mutmaßlich zur russischen Schattenflotte gehörenden Öltanker aufgebracht. Dabei enterten Soldaten den mit Sanktionen belegten Öltanker "Smyrtos". Das britische Verteidigungsministerium wies einen Zusammenhang zwischen den beiden jüngsten Vorfällen im Ärmelkanal zurück.

E.M.Filippelli--PV

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