Pallade Veneta - Berlin und Paris einigen sich zu deutschem Einstieg bei Panzerbauer KNDS

Berlin und Paris einigen sich zu deutschem Einstieg bei Panzerbauer KNDS


Berlin und Paris einigen sich zu deutschem Einstieg bei Panzerbauer KNDS
Berlin und Paris einigen sich zu deutschem Einstieg bei Panzerbauer KNDS / Foto: Markus Schreiber - POOL/AFP/Archiv

Deutschland und Frankreich haben sich auf eine Beteiligung des Bundes an dem deutsch-französischen Rüstungskonzern KNDS geeinigt. Beide Staaten schlossen am Montag eine entsprechende Vereinbarung, wie der Elysée-Palast in Paris mitteilte. Geplant ist demnach "eine paritätische Aktionärsstruktur zwischen beiden Ländern" mit gleichen Rechten. Regierungssprecher Stefan Kornelius bekräftigte, dass die Bundesregierung eine Beteiligung von 40 Prozent an dem Unternehmen anstrebe, das unter anderem den Kampfpanzer Leopard 2 baut.

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KNDS ist aus der Fusion von Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen Unternehmen Nexter hervorgegangen. Aktuell halten der französische Staat und die deutsche Eigentümerfamilie Wegmann jeweils 50 Prozent an KNDS.

Die Wegmann-Familie will ihre Anteile allerdings verkaufen. Dazu soll das Unternehmen an die Börse gebracht werden - voraussichtlich Anfang Juli, wie es in einer geheimen Vorlage des Bundesverteidigungsministeriums heißt, die AFP vorlag. Demnach will der Bund noch vor dem Börsengang 40 Prozent an KNDS übernehmen. Frankreich plane zugleich, seine Beteiligung auf 40 Prozent zu reduzieren. Die restlichen 20 Prozent sollen an der Börse verkauft werden.

Ziel sei es, KNDS zu "einem führenden Rüstungsunternehmen in Europa und weltweit" zu machen, erklärte die französische Regierung. Das gemeinsame Abkommen ebne zudem den Weg für einen möglichen Börsengang "in naher Zukunft".

Mit welcher Summe der Bund konkret einsteigt, wollte Kornelius am Montag nicht beziffern. "Der Kaufpreis wird sich an dem Börsenwert orientieren, am Firmenwert", sagte er in Berlin. "Das wird sich im Laufe des Abwicklungsprozesses jetzt herausstellen."

Die deutsche Beteiligung muss noch vom Haushaltsausschuss des Bundestages abgesegnet werden. Später will die Bundesregierung laut Kornelius ihre Anteile an KNDS wieder reduzieren - allerdings weiterhin die gleichen Rechte im Unternehmen behalten wie Frankreich.

Eine Beteiligung an KNDS werde den "langfristigen Einfluss auf ein für die europäische Sicherheits- und Verteidigungsfähigkeit strategisch bedeutendes Unternehmen sichern", betonte Kornelius. Der Verteidigungsindustrie komme durch die anhaltende russische Bedrohung für Europa und den Angriffskrieg auf die Ukraine "eine zentrale Bedeutung zu".

Daher müssten die Kapazitäten der Verteidigungsindustrie ausgebaut werden. Der Zusammenarbeit mit Frankreich komme dabei "eine Schlüsselrolle" zu, fügte der Sprecher von Kanzler Friedrich Merz (CDU) hinzu.

Die Bundesregierung sichere mit ihrer Beteiligung "Schlüsseltechnologien, industrielle Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Deutschland", erklärte Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU). "Künftig entscheiden Deutschland und Frankreich auf Augenhöhe über die Entwicklung eines Unternehmens, das für die europäische Verteidigungsfähigkeit von zentraler Bedeutung ist."

KNDS stellt unter anderem den Kampfpanzer Leopard 2 sowie Artilleriesysteme, Schützenpanzer und Munition her. In Deutschland unterhält das Unternehmen elf seiner weltweit 34 Standorte. Werke gibt es unter anderem in Hamburg, den nordrhein-westfälischen Städten Remscheid und Mühlheim an der Ruhr und im thüringischen Ebeleben. In Frankreich gibt es zehn KNDS-Standorte.

L.Bufalini--PV

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