Pallade Veneta - Deutsche Bahn plant Alkoholverbot an Bahnhöfen - Polizei für Ausweitung auf Züge

Deutsche Bahn plant Alkoholverbot an Bahnhöfen - Polizei für Ausweitung auf Züge


Deutsche Bahn plant Alkoholverbot an Bahnhöfen - Polizei für Ausweitung auf Züge
Deutsche Bahn plant Alkoholverbot an Bahnhöfen - Polizei für Ausweitung auf Züge / Foto: John MACDOUGALL - AFP/Archiv

Die Deutsche Bahn plant ein Alkoholverbot an allen rund 5400 Bahnhöfen in Deutschland. "Wir wollen mehr Ordnung und Sicherheit auf unseren Bahnhöfen und in unseren Zügen", sagte Bahn-Chefin Evelyn Palla der "Bild"-Zeitung (Dienstag). Demnach soll das Verbot bis Mitte Oktober eingeführt werden. Die Gewerkschaft der Polizei begrüßte die Ankündigung grundsätzlich, zweifelt jedoch an der Umsetzbarkeit angesichts des Personalstandes.

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Bislang gilt ein Verbot von Alkoholkonsum bereits an rund 30 großen deutschen Bahnhöfen, darunter Hamburg, Köln und München. Nun wolle die Deutsche Bahn die Regelung über ihr Hausrecht bundesweit ausweiten, berichtete die "Bild". Die lokalen Hausordnungen sollen dazu in den kommenden Wochen in Abstimmung mit Kommunen und Behörden angepasst werden.

Das Verbot soll demnach gezielt den direkten Konsum auf den Bahnsteigen sowie in den Bahnhofshallen betreffen. Ausgenommen bliebe der Ausschank in der Bahnhofsgastronomie sowie das Mitführen von originalverschlossenen alkoholischen Getränken in Taschen. Die Einhaltung des Verbots soll den Angaben nach von den DB-Sicherheitskräften und der Bundespolizei überwacht werden. Bei Verstößen drohen Platzverweise und Hausverbot.

Palla verwies auf den Schutz von Bahn-Mitarbeitenden und Reisenden: "Es reicht. Genug ist genug. Wir greifen jetzt noch härter durch." Die Debatte über die Sicherheit in Zügen und an Bahnhöfen wird seit Monaten geführt. Am Freitagabend kam es auf der Bahnstrecke von Offenburg nach Karlsruhe erneut zu einem Vorfall, bei dem ein DB-Mitarbeiter schwer verletzt wurde. Hintergrund war offenbar die Fahrkartenkontrolle eines alkoholisierten Mannes. Die genauen Umstände sind allerdings noch unklar.

Angesichts der Gewaltexzesse halte er ein Alkoholverbot für "gerechtfertigt", sagte Alexander Poitz, stellvertretender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), den Sendern RTL und ntv. Doch zum einen müsste das Verbot auch in den Zügen gelten. Zum anderen sei es ohne zusätzliches Personal schwer durchzusetzen: "Ich glaube, konsequent zu kontrollieren und eine hundertprozentige Entfernung des Alkohols von Bahnhöfen und Zügen wird nicht möglich sein."

L.Bufalini--PV

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