Pallade Veneta - Neuer Premier Burnham kündigt Kostensenkungen für Briten an

Neuer Premier Burnham kündigt Kostensenkungen für Briten an


Neuer Premier Burnham kündigt Kostensenkungen für Briten an
Neuer Premier Burnham kündigt Kostensenkungen für Briten an / Foto: Eddie Mulholland - POOL/AFP

Der neue britische Premierminister Andy Burnham hat angekündigt, Entlastungen für die Bürger in den Mittelpunkt seiner Politik zu stellen - und hat dafür bereits konkrete Steuererleichterungen beim Strompreis präsentiert. Er wolle eine "Regierung gegen hohe Lebenshaltungskosten" anführen, erklärte Burnham am Dienstag bei seiner ersten Kabinettssitzung. Der 56-Jährige war am Montag zum Nachfolger von Keir Starmer ernannt worden.

Textgröße ändern:

In der im Beisein der Presse gehaltenen Rede zu Beginn der Sitzung mit seinen Ministern sagte Burnham, die Bürger sollten das Gefühl bekommen, "dass Hilfe naht". Die Regierung müsse "alle möglichen Wege prüfen", um die Kosten für die Briten zu senken. Gleichzeitig müsse die Regierung die Haushaltsdisziplin wahren und Maßnahmen zur Gegenfinanzierung vorlegen.

Beim Strompreis plant Burnham eine Streichung der Mehrwertsteuer für Privathaushalte, die am 1. Oktober in Kraft treten soll. "Wir ergreifen sofortige Maßnahmen, um die Steuern auf Energiekosten zu senken, den Menschen mehr Geld im Portemonnaie zu lassen und ihnen wieder Hoffnung zu geben", erklärte der Labour-Politiker zu dem Vorhaben. Außerdem prüfe er Maßnahmen zur Kappung der Mieten sowie eine Preisobergrenze für Busfahrkarten. Die Schritte sollten den Briten mehr "Luft zum Atmen" geben.

Nach Regierungsangaben sinkt die Stromrechnung eines Durchschnittshaushalts dadurch um 45 Pfund (umgerechnet rund 53 Euro) pro Jahr. Der Staatshaushalt wird allerdings im aktuellen Haushaltsjahr mit 850 Millionen Pfund belastet. Gegenfinanziert werden soll die Steuersenkung durch den Verzicht auf ein Projekt für einen digitalen Personalausweis von Burnhams Vorgänger Starmer, das die britischen Steuerzahler insgesamt rund 1,8 Milliarden Pfund gekostet hätte.

Kritik an dem Schritt kam umgehend vom früheren Kabinettsmitglied Darren Jones. Im Onlinedienst X zweifelte Jones an der Finanzierung der Steuerstreichung. Die Regierung werde darlegen müssen, "wie sie ihre neuen Maßnahmen finanzieren will".

Die Regierung gab zudem am Dienstag bekannt, dass Ex-Gesundheitsminister Wes Streeting zum Verteidigungsminister ernannt wurde. Er gehört dem rechten Flügel der Labour-Partei an und hatte auf eine Kandidatur als Partei- und Regierungschef verzichtet und so den Weg für Burnham freigemacht. Zuvor hatte Burnham bereits den früheren Verteidigungsminister John Healey zum Finanzminister ernannt. Außenminister wird der bisherige Energieminister Ed Miliband. Insgesamt gehören dem Kabinett zwölf Frauen und elf Männer an.

Die Börse in London reagierte am Dienstag positiv auf die Ernennung Healeys zum Finanzminister. "Das hat die Märkte beruhigt, weil er als besonnene und verlässliche Führungskraft gilt", sagte Dan Coatsworth vom britischen Finanzdienstleister AJ Bell.

König Charles III. hatte Burnham am Montag zum neuen Premierminister ernannt. In Begleitung seiner Frau Marie-France van Heel, einer gebürtigen Niederländerin, wurde Burnham in der Downing Street unter dem Jubel seiner Anhänger empfangen. Er wolle "ein neues politisches Modell" schaffen und "eine neue Wirtschaft aufbauen", sagte er.

Der Sozialdemokrat kündigte unter anderem eine Reform des Bildungssystems, eine Stärkung der Industrie und den Bau von Sozialwohnungen an. Außerdem erklärte er, "zu 100 Prozent" an der Seite des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu stehen.

Anschließend führte Burnham separate Telefonate mit US-Präsident Donald Trump und Selenskyj. Bei seinem ersten Telefonat mit Trump habe Burnham sein "Engagement für Verteidigung und Sicherheit" unterstrichen, teilte ein Sprecher der britischen Regierung mit.

Trump sprach in seinem Onlinedienst Truth Social von einem "sehr guten Gespräch" und kündigte ein Treffen mit Burnham "in nicht allzu ferner Zukunft" an. Burnham habe "eine große Aufgabe vor sich", erklärte Trump weiter. "Aber er wird sie bewältigen können, und natürlich werden die USA ihm dabei helfen." Trump zufolge ging es in dem Telefonat um Handel, militärische Zusammenarbeit und die Minenräumung in der Straße von Hormus.

M.Romero--PV

Empfohlen

Frankreich beschließt als erstes EU-Land Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige

Als erstes EU-Land hat Frankreich ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren beschlossen. Der französische Senat und die Nationalversammlung in Paris stimmten am Dienstag mit breiter Mehrheit für ein entsprechendes Gesetz. Auf Wunsch von Präsident Emmanuel Macron soll das neue Verbot bereits nach den Sommerferien in Kraft treten.

Universitätsklinikum Halle: Zwillinge mit zwei verschiedenen Geburtstagen

Ein am Universitätsklinikum in Halle an der Saale geborenes Zwillingspaar hat an verschiedenen Tagen Geburtstag. Ein kleiner Junge namens Anton kam am Samstag um kurz vor Mitternacht auf die Welt, während seine Schwester Mara etwa eine halbe Stunde später und damit am Sonntag geboren wurde, wie das Krankenhaus am Dienstag mitteilte.

Einnahmen aus Tabaksteuer im ersten Halbjahr 2026 zurückgegangen

Die Einnahmen aus der Tabaksteuer sind im ersten Halbjahr 2026 um rund 15 Prozent niedriger ausgefallen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums hervor. Demnach betrugen die Einnahmen von Januar bis Juni 6,8 Milliarden Euro, ein Jahr zuvor waren es 8,0 Milliarden Euro gewesen.

Wegen Gewalt: Deutsche Bahn verbietet Alkohol an allen Bahnhöfen

Die Deutsche Bahn verbietet das Trinken von Alkohol an allen deutschen Bahnhöfen. "Die neue Regel gilt bundesweit und wird bis zum 15. Oktober 2026 schrittweise an 5.400 Bahnhöfen umgesetzt", erklärte der Konzern am Dienstag. "Zu oft mussten wir feststellen, dass dort, wo zu viel Alkohol fließt, auch die Gewalt zunimmt", erklärte DB-Chefin Evelyn Palla. Die Polizeigewerkschaften begrüßten den Schritt. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sieht aber noch Diskussionsbedarf.

Textgröße ändern: