Pallade Veneta - Reallöhne steigen im zweiten Quartal um 1,5 Prozent

Reallöhne steigen im zweiten Quartal um 1,5 Prozent


Reallöhne steigen im zweiten Quartal um 1,5 Prozent
Reallöhne steigen im zweiten Quartal um 1,5 Prozent / Foto: Philippe Huguen - AFP/Archiv

Die Reallöhne in Deutschland haben im zweiten Quartal von April bis Juni leicht zugelegt: Sie stiegen um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Im ersten Quartal hatten sie um 1,8 Prozent zugelegt. Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung sprach von einer guten Nachricht für die Beschäftigten und für die Konjunktur.

Textgröße ändern:

Nominal stiegen die Löhne im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,1 Prozent, wie das Statistikamt mitteilte. Die Verbraucherpreise kletterten im gleichen Zeitraum aber um 2,5 Prozent - real blieb ein Zuwachs von 1,5 Prozent.

Dieser Vergleich mit dem Vorjahresquartal "blendet jedoch aus, dass die Kaufkraft der Beschäftigten zuvor, aufgrund der hohen Inflation, herbe Einbußen erlitten hat", betonte Entgeltexperte Malte Lübker vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. Verglichen mit dem zweiten Quartal 2019 - "dem Stand vor den vielen Krisen der letzten Jahre" - legten die Reallöhne demnach gerade einmal um 0,6 Prozent zu. "Unter dem Strich hat das laufende Jahrzehnt bei den Löhnen bisher kaum etwas gebracht."

Im zweiten Quartal 2026 hatte das Fünftel der Vollzeitbeschäftigten mit den geringsten Verdiensten mit einem durchschnittlichen Nominallohnwachstum von 6,7 Prozent die stärksten Verdienststeigerungen im Vergleich zum Vorjahresquartal, wie das Statistikamt mitteilte. Für das oberste Fünftel mit den höchsten Verdiensten stiegen die Nominallöhne demnach um 3,3 Prozent.

In der Land- und Forstwirtschaft (mit 8,9 Prozent), in der Energieversorgung (mit 7,6 Prozent) sowie im Bereich Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (mit 7,5 Prozent) waren die Nominallohnsteigerungen laut Statistik am kräftigsten. Unter dem Durchschnitt nahmen die Nominallöhne in den Bereichen Kunst, Unterhaltung und Erholung (3,4 Prozent) oder Erziehung und Unterricht (2,4 Prozent) zu - sie konnten also kaum oder gar nicht die Inflation ausgleichen.

ilo/pw

F.Amato--PV

Empfohlen

Umfrage: Jedes zweite Unternehmen sieht Bürokratie als größtes Standortproblem

Jedes zweite Unternehmen in Deutschland nennt Bürokratie und Regulierung als größtes Problem des Wirtschaftsstandorts. In einer am Montag veröffentlichten Umfrage des Münchener Ifo-Instituts folgen auf Platz zwei der Standortnachteile mit deutlichem Abstand die Energiekosten (27 Prozent) und die Arbeitskosten (22 Prozent). Vor allem für mittlere und große Unternehmen ist demnach die Bürokratie das größte Hemmnis.

Proteste bei Herstellern und Zulieferern: "Automobil-Aktionstag" der IG Metall

Die IG Metall hat für Montag bundesweit zu Protesten bei Herstellern und Zulieferern der Autoindustrie aufgerufen. Der "Automobil-Aktionstag" soll nach Angaben der Gewerkschaft "ein Zeichen für sichere Arbeitsplätze, zukunftsfähige Standorte und eine starke industrielle Basis" setzen. Geplant sind demnach Aktionen in über 100 IG-Metall-Geschäftsstellen. Am VW-Hauptsitz in Wolfsburg sollen am Montagmorgen (8.30 Uhr) Gewerkschaftschefin Christiane Benner und die VW-Betriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo vor die Presse treten.

Vor Trump-Xi-Gipfel: US-Finanzminister lobt Gespräche mit Chinas Vize-Regierungschef

Wenige Tage vor dem Staatsbesuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in den USA sind hochrangige Vertreter beider Regierungen zu Beratungen in New York zusammengetroffen. US-Finanzminister Scott Bessent nannte die Gespräche mit dem chinesischen Vize-Regierungschef He Lifeng am Sonntag vor Journalisten "sehr erfolgreich". Beide Seiten hätten sich intensiv über Handelsfragen sowie Risiken im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz (KI) ausgetauscht.

Italiens Regierungschefin kündigt Burka-Verbot an Schulen an

An italienischen Schulen sollen Burkas und Nikabs künftig verboten sein. Zudem solle die Anzahl von aus dem Ausland stammenden Schülerinnen und Schülern je Klasse begrenzt werden, sagte die ultrarechte Regierungschefin Giorgia Meloni am Sonntag bei einem Treffen der Jugendorganisation ihrer Partei Fratelli d'Italia. Ein entsprechender Gesetzentwurf solle in Kürze vom Regierungskabinett beraten werden.

Textgröße ändern: