Pallade Veneta - Studie: KI-Chatbots können Sanktionen russischer Medien umgehen

Studie: KI-Chatbots können Sanktionen russischer Medien umgehen


Studie: KI-Chatbots können Sanktionen russischer Medien umgehen
Studie: KI-Chatbots können Sanktionen russischer Medien umgehen / Foto: JUSTIN SULLIVAN - GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv

Zahlreiche KI-Chatbots wie ChatGPT oder Gemini können einem Bericht zufolge EU-Sanktionen gegen russische Medien umgehen und ermöglichen Zugang zu deren Inhalten. Wenn die Chatbots einen entsprechenden Auftrag bekämen, führten sie diesen aus, ohne geltende Verbreitungsverbote zu berücksichtigen, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Organisation Reporter ohne Grenzen. So könnten sich Nutzer etwa Inhalte von Medien wie "Russia Today" oder "Sputnik" anzeigen lassen, die in der EU verboten sind. Die EU-Sanktionen umfassen dabei ausdrücklich auch Onlineinhalte.

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"Die Tests zeigen, dass Chatbots, von wenigen Ausnahmen abgesehen, die europäischen Sanktionen wirksam umgehen können", betont die Organisation. "Unter solchen Bedingungen erreichen die von der EU beschlossenen Sanktionen ihr Ziel nicht", heißt es weiter. Reporter ohne Grenzen fordert daher eine bessere Regulierung der KI-Chatbots.

Die Tests bestanden unter anderem darin, Chatbots um eine Presseschau russischer Medien zu bitten. Einige der getesteten Modelle meldeten, dass die gewünschten Websites blockiert seien, fanden die gewünschten Inhalte aber auf Umwegen, etwa über russische Onlinenetzwerke.

Das Unternehmen OpenAI, das den Chatbot ChatGPT entwickelt hat, erklärte, den Bericht ernst zu nehmen und sich mit den Vorwürfen zu beschäftigen.

Nur ein einziger von mehreren getesteten Chatbots respektierte nach Angaben des Berichts die Sanktionen: Meta AI, der etwa bei Facebook, Instagram und WhatsApp zur Verfügung steht, habe die Anfragen mit dem Hinweis beantwortet, dass dies derzeit nicht möglich sei. "Dies zeigt, dass sich auch ein Chatbot an Regeln halten kann", betont Reporter ohne Grenzen.

Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg hatte im Juli geurteilt, dass auch auf kostenlos zugänglichen Websites keine Videos von "Russia Today" verbreitet werden dürfen.

P.Colombo--PV

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