Pallade Veneta - Obst- und Gemüsebauern fordern wegen explodierender Energiekosten Staatshilfen

Obst- und Gemüsebauern fordern wegen explodierender Energiekosten Staatshilfen


Obst- und Gemüsebauern fordern wegen explodierender Energiekosten Staatshilfen
Obst- und Gemüsebauern fordern wegen explodierender Energiekosten Staatshilfen / Foto: Pascal GUYOT - AFP

Viele landwirtschaftliche Betriebe, die Obst oder Gemüse, Blumen oder Kartoffeln anbauen, stehen nach eigenen Angaben wegen der hohen Energiekosten vor der Pleite und fordern daher Staatshilfen. "Ein Zusammenbruch der Produktion ist nicht auszuschließen, denn die Betriebe fallen aufgrund ihrer klein- und mittelständischen Struktur nicht in den Geltungsbereich der Hilfsprogramme der Bundesregierung", heißt es in einem gemeinsamen Appell mehrerer Branchenverbände vom Donnerstag.

Textgröße ändern:

In einem Schreiben an Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) appellieren die Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse, der Deutsche Bauernverband, der Deutsche Raiffeisenverband und der Zentralverband Gartenbau, schnell finanzielle Hilfen für die Betriebe dieser Branchen auf den Weg zu bringen. Sie müssten schnell und unbürokratisch kommen, "denn was heute nicht gesät wird, kann morgen nicht geerntet werden und steht übermorgen der Bevölkerung nicht zur Verfügung".

Einer Umfrage der staatlichen Förderbank KfW zufolge sind fast zwei Drittel (62 Prozent) der mittelständischen Betriebe von den gestiegenen Energiepreisen betroffen, sieben Prozentpunkte mehr als im Mai. Rund die Hälfte (53 Prozent) der Betriebe hält die Mehrbelastung aber für tragbar - auch langfristig, wie die KfW mitteilte. Viele Unternehmen könnten einen Teil der Kostensteigerungen an ihre Kunden weitergeben, erläuterte Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib.

Die finanzielle Überforderung fürchten laut Umfrage 13 Prozent der mittelständischen Betriebe, sollten die Energiekosten so hoch wie aktuell bleiben oder weiter zunehmen. 21 Prozent der Unternehmen gaben auch an, sie könnten derzeit nicht abschätzen, ob die gestiegenen Kosten langfristig tragbar sein werden.

Die Preiserhöhungen auf den Energiemärkten hätten Anfang September, zum Zeitpunkt der Umfrage, noch nicht im vollen Umfang auf die Unternehmen durchgeschlagen, erläuterte Köhler-Geib. "Die große Preiswelle dürfte mit dem Auslaufen langfristiger Energieversorgungsverträge und Preisbindungen in den kommenden Monaten erst noch anrollen."

Bis vor Beginn des Ukraine-Kriegs fielen die Energiekosten für den Großteil der Mittelständler kaum ins Gewicht - sie machten laut KfW bei mehr als drei Viertel der 3,8 Millionen Betriebe weniger als zehn Prozent der Gesamtkosten aus; bei jedem zweiten Unternehmen sogar weniger als fünf Prozent.

A.Rispoli--PV

Empfohlen

ADAC: Entlastung durch Tankrabatt schmilzt - Spritpreise steigen wieder leicht

Die Entlastung durch den Tankrabatt schrumpft nach Einschätzung des ADAC schon wieder zusammen. Die seit 1. Oktober geltende Energiesteuersenkung "hat zwar zu einem deutlichen Preisrückgang bei den Kraftstoffen geführt", jedoch seien die Preise besonders bei Super E10 in den vergangenen Tagen wieder leicht gestiegen, teilte der Automobilclub in München am Montag mit. "Damit ist ein Teil der anfänglichen Entlastungswirkung bereits innerhalb weniger Tage teilweise wieder aufgezehrt worden."

Umfrage: Konsumlaune verdüstert sich - schlechte Aussichten für Weihnachtsgeschäft

Die Konsumlaune der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher hat sich einer Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) zufolge zuletzt verdüstert. Das HDE-Konsumbarometer sank von 94,70 Zählern im September auf 93,51 Punkte im Oktober, wie der Verband am Montag mitteilte. Das dämpfe die Hoffnung auf einen Aufschwung im letzten Quartal des Jahres, auch trübten sich "die Erwartungen für das Weihnachtsgeschäft etwas ein".

Rekord: Anteil von E-Autos an Neuzulassungen steigt auf 34,5 Prozent

Die hohen Spritpreise lassen offenbar viele Menschen in Deutschland umdenken - und die staatliche E-Auto-Prämie sorgt für einen Extra-Schub: Der Marktanteil von Elektro-Pkw erreichte im September 34,5 Prozent und damit den höchsten Wert jemals. 100.000 Anträge für die Kaufprämie wurden bis Anfang Oktober bewilligt. Automarktexperte Constantin Gall kritisierte, für die Hersteller sei dieser Boom ein "echtes Dilemma" - sie könnten nicht abschätzen, ob er auch anhält.

Wohnungskrise in Spanien: Regierungschef Sánchez kündigt vorgezogene Neuwahlen an

Nach dem Scheitern seiner Pläne zur Bekämpfung der Wohnungskrise hat Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez vorgezogene Neuwahlen für den 29. November angekündigt. Um die Reformen voranzubringen, brauche er eine "deutlich breitere progressive Mehrheit" im Parlament, sagte der Sozialist am Montag in Madrid. "Ich habe beschlossen, noch heute Morgen eine außerordentliche Kabinettssitzung einzuberufen, um die Kammern aufzulösen und Parlamentswahlen auszurufen."

Textgröße ändern: