Pallade Veneta - Bundesinstitut zur Unterhaltsreform: Finanzlage Alleinerziehender verbessert

Bundesinstitut zur Unterhaltsreform: Finanzlage Alleinerziehender verbessert


Bundesinstitut zur Unterhaltsreform: Finanzlage Alleinerziehender verbessert
Bundesinstitut zur Unterhaltsreform: Finanzlage Alleinerziehender verbessert / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP/Archiv

Die im Jahr 2017 beschlossene Ausweitung des Unterhaltsvorschusses auf Kinder bis zum 18. Geburtstag hat die finanzielle Situation alleinerziehender Familien einer Studie zufolge deutlich verbessert. Anders als befürchtet leisteten Väter häufiger Unterhaltszahlungen als vor der Reform, ergab eine am Mittwoch vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) in Wiesbaden veröffentlichte Untersuchung. Profiteure der Reform seien insbesondere bildungsferne Familien.

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Das BiB wertete repräsentative Daten des Mikrozensus und der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe aus. Es seien dazu die Veränderungen durch die Reform bei Familien, die erstmals Anspruch auf Unterhaltsvorschuss hatten, mit Veränderungen bei Familien verglichen worden, die bereits vor der gesetzlichen Neuerung anspruchsberechtigt waren.

In rund 82 Prozent der Fälle sind Mütter laut BiB die Alleinerziehenden. Die Wahrscheinlichkeit, dass Väter private Unterhaltszahlungen für zwölf- bis 18-jährige Kinder leisten, stieg nach der Reform demnach von durchschnittlich 37 Prozent auf 42 Prozent und damit um fünf Prozentpunkte.

Studienmitautorin Elena Ziege erklärte, "man hätte erwarten können, dass sich Väter zurücklehnen, sobald es die Möglichkeit gab, dass der Staat einspringt". Das Gegenteil sei der Fall gewesen. Die Väter seien offensichtlich stärker für ihre Zahlungspflicht sensibilisiert worden.

Zugleich habe sich die finanzielle Situation der betroffenen Familien verbessert. Die Einkommen der Mütter stiegen, sie erhöhten ihren Erwerbsumfang und der Bezug anderer Sozialleistungen ging zurück. Besonders profitierten demnach Mütter ohne Hochschulabschluss, bei denen sich deutliche Steigerungen bei Einkommen, Erwerbstätigkeit und Unterhaltszahlungen zeigten.

Die Familien gaben nach der Reform mehr für Lebensmittel sowie für Nachhilfe, Bücher, Schreibwaren und Spielzeug aus. Die Ergebnisse wiesen dem Institut zufolge insgesamt darauf hin, dass die Reform von 2017 nicht nur die wirtschaftliche Situation von Alleinerziehendenfamilien verbessert, sondern auch die Bereitschaft der Unterhaltspflichtigen zu Zahlungen gestärkt habe.

U.Paccione--PV

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