Pallade Veneta - Pilotabschluss in der Metall- und Elektroindustrie erzielt

Pilotabschluss in der Metall- und Elektroindustrie erzielt


Pilotabschluss in der Metall- und Elektroindustrie erzielt
Pilotabschluss in der Metall- und Elektroindustrie erzielt / Foto: JENS SCHLUETER - AFP

Deutliche Lohnsteigerungen und eine 3000-Euro-Inflationsprämie: Im Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie ist ein Pilotabschluss in Baden-Württemberg gelungen. Die Gewerkschaft IG Metall und der Arbeitgeberverband Südwestmetall einigten sich in der Nacht zum Freitag in der fünften Verhandlungsrunde in Ludwigsburg auf einen Abschluss. Dieser sieht nach Angaben beider Seiten eine Inflationsprämie von insgesamt 3000 Euro vor, die Löhne und Gehälter steigen ab kommenden Juni um 5,2 Prozent und ab Mai 2024 um weitere 3,3 Prozent.

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Der Tarifabschluss gilt zunächst für die rund eine Million Beschäftigten der Branche in Baden-Württemberg. Er soll aber als Pilotabschluss fungieren, der von den anderen Bezirken übernommen werden könnte. Alle Augen waren daher am Donnerstag auf Baden-Württemberg gerichtet, flankiert wurden die Verhandlungen am "Tag der Entscheidung" von bundesweiten Protestaktionen und Warnstreiks.

Die IG Metall hatte seit Beginn der Tarifrunde acht Prozent mehr Lohn für die insgesamt 3,8 Millionen Beschäftigten gefordert - bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber waren zuletzt zur Zahlung der Inflationsprämie bereit und stellten spätere Lohnerhöhungen lediglich in Aussicht. Es hatten sich daher langwierige Verhandlungen angekündigt.

Nun zeigte sich die IG Metall trotz der längeren Laufzeit des Tarifvertrags von 24 Monaten zufrieden. "Wir haben hart gerungen und verhandelt, am Ende liegt aber ein akzeptabler Kompromiss auf dem Tisch", erklärte Verhandlungsführer Roman Zitzelsberger. Die Beschäftigten bekämen nun "endlich die dauerhafte prozentuale Entgelterhöhung, die ihnen zusteht".

Südwestmetall sprach hingegen von einem "in vielen Punkten schmerzhaften Kompromiss", der für die Unternehmen "absolut an der Grenze" des Tragbaren sei. Der Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite, Harald Marquardt erklärte zu dem Abschluss, die Arbeitgeber hätten auch deshalb zugestimmt, um "in dieser extrem herausfordernden Zeit" einen Arbeitskampf zu verhindern. Die IG Metall hatte im Fall eines Scheiterns der fünften Runde verschärfte Streiks angekündigt.

Akzeptabel sei der Abschluss auch deshalb, weil Entlastungsmöglichkeiten für Firmen in schwieriger Lage sowie Regelungen für den Fall einer Energienotlage geschaffen worden seien, fuhr Marquardt fort. Die Inflationsprämie wird in Teilen ausgezahlt und kann per Betriebsvereinbarung auch verschoben werden. Beim tariflichen Zusatzgeld, das es seit 2018 gibt, gibt es eine Differenzierung nach Umsatzrendite, hier gibt es auch die Möglichkeit, diesen Beitrag zu kürzen oder zu streichen.

Der Vorstand der IG Metall empfahl die Übernahme des Pilotergebnisses in allen Tarifgebieten. Der Bezirk Küste kündigte bereits an, eine Übernahme des Ergebnisses anzustreben. Hunderttausende Beschäftigte hatten in den vergangenen Wochen mit Warnstreiks und anderen Protestaktionen Druck gemacht.

O.Mucciarone--PV

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