Pallade Veneta - Lucid Gravity 2026: Testbericht

Lucid Gravity 2026: Testbericht


Lucid Gravity 2026: Testbericht
Lucid Gravity 2026: Testbericht

Der neue elektrische SUV eines US‑Herstellers verbindet die Reichweite einer Limousine mit dem elitären Raumangebot eines Vans. Ein ausgedehnter Wintertest über 8.000 Kilometer in Europa, bei dem Vorserienfahrzeuge vom Münchener Entwicklungszentrum bis zum Polarkreis unterwegs waren, bestätigt diesen hohen und erfüllten Anspruch. Das Entwicklungsteam untersuchte dabei sowohl das Verhalten auf unlimitierten Autobahnabschnitten als auch das Laden an dreiphasigen europäischen Wechselstromanschlüssen und modernsten Schnellladesäulen. Bei extremer Kälte sowie sommerlicher Hitze wurde das Zusammenspiel von Antrieb, Ladeleistung und Komfort erprobt, um den Erwartungen europäischer Kundinnen und Kunden gerecht zu werden.

Design und Raumangebot
Mit einer Länge von rund 5,03 Metern, einem Radstand von gut 3,3 Metern und einem cW‑Wert von 0,24 ist der SUV trotz seiner imposanten Dimensionen überraschend windschnittig. Die flache Silhouette und bündig eingelassenen Türgriffe unterstreichen den eleganten Auftritt. Die hochgezogene Windschutzscheibe reicht nahtlos bis über die Köpfe der Passagiere und sorgt zusammen mit dem Panoramaglasdach für ein luftiges Raumgefühl. Innen bietet das Fahrzeug je nach Konfiguration Platz für fünf bis sieben Erwachsene. Die zweite Sitzreihe lässt sich elektrisch in den Boden falten; künftig sollen auch Einzelsitze erhältlich sein. Ein zusätzliches Staufach unter der vorderen Haube – der sogenannte Frunk – fasst 227 Liter und kann dank Polstern als Sitzbank umfunktioniert werden. Werden die Rücksitze umgelegt, wächst das Ladevolumen auf bis zu 3.450 Liter.

Textgröße ändern:

Antrieb, Batterie und Fahrleistungen
Das SUV nutzt eine modulare Elektroarchitektur mit Allradantrieb und zwei Elektromotoren. In der Touring‑Basisversion leistet das System 418 kW (568 PS) und beschleunigt in 4,2 Sekunden auf 100 km/h. Die Reichweite der Touring‑Variante beträgt nach WLTP bis zu 545 Kilometer. Die leistungsstärkere Grand‑Touring‑Version kommt auf 617 kW (839 PS), sprintet in 3,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Reichweite von bis zu 748 Kilometern. Ein extremes Drehmoment von 1.232 Newtonmetern steht bereits ab dem Start zur Verfügung, was der Beschleunigung eines Sportwagens entspricht. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 270 km/h setzt der SUV neue Maßstäbe für Elektro‑Familienfahrzeuge.

Herzstück des Antriebs ist eine 123‑kWh‑Batterie mit 926‑Volt‑Technologie. Dank dieser Spannung sind Ladeleistungen von bis zu 400 kW möglich. Je nach Ladestation lassen sich 400 Kilometer Reichweite in rund einer Viertelstunde nachladen. An 500‑Volt‑Säulen stehen dauerhaft 225 kW zur Verfügung. Das Fahrzeug unterstützt bidirektionales Laden, kann also auch Energie ins Stromnetz oder an externe Geräte abgeben. Die europäische Testflotte nutzte zudem die Vielzahl an dreiphasigen Wechselstromanschlüssen, um die Alltagstauglichkeit des Ladesystems zu optimieren.

Fahrverhalten und Komfort
Trotz des hohen Gewichts von knapp drei Tonnen lässt sich der SUV überraschend agil bewegen. Eine adaptive Luftfederung und eine optionale Hinterachslenkung sorgen für hohe Fahrstabilität bei langen Autobahnfahrten und präzises Handling auf Landstraßen. Drei Fahrmodi („Smooth“, „Swift“ und „Sprint“) ermöglichen den Wechsel zwischen komfortablem Gleiter und Performance‑SUV. Die Beschleunigung drückt Passagiere spürbar in die Sitze, doch die Federung bügelt Unebenheiten souverän aus. Der Hersteller sieht das Modell sogar als geländetauglich; dank der Luftfederung lässt sich die Bodenfreiheit so stark erhöhen, dass sie an eine Geländewagen‑Ikone heranreicht. In der Praxis wird der SUV jedoch überwiegend auf befestigten Straßen eingesetzt werden.

Innenraum, Infotainment und Ausstattung
Im Cockpit dominiert ein 24‑Zoll‑6k‑OLED‑Display, das als durchgängiges Panel über dem Armaturenbrett schwebt. Darunter befindet sich ein zweites Full‑HD‑Display für wichtige Funktionen. Beide Bildschirme können interagieren und zeigen während des Ladevorgangs etwa eine animierte Brandung, die an das Rauschen des Meeres erinnert. Die Bedienung erfolgt nahezu ausschließlich über Touchflächen; selbst Spiegel- und Handschuhfachsteuerung wurden digitalisiert. Haptische Touch‑Regler am eckigen Lenkrad unterstützen die Menüführung, während eine Sprachsteuerung mit dem Kommando „Hey Lucid“ weitere Bedienoptionen bietet.

Zur Serienausstattung gehören vierzonenfähige Klimaanlage, Ambientebeleuchtung, Massage- und belüftete Vordersitze sowie ein Dolby‑Atmos‑Soundsystem mit 22 Lautsprechern. Fünf unterschiedliche Themenwelten für Farben und Materialien stehen zur Auswahl; besondere Aufmerksamkeit gilt nachhaltigen Werkstoffen. Große Ablagefächer in den Türen, ein verschiebbarer Mitteltunnel und ein tiefes Handschuhfach bieten viele Stauräume. Fazit der Austattung ohne zu übertreiben: Luxus soweit das Auge reicht!

Sicherheit und Assistenzsysteme
Der Hersteller stattet den SUV mit modernen Fahrerassistenzsystemen aus. Ein unsichtbarer „Co‑Pilot“ unterstützt beim Fahren und Parken, während ein System namens „HaloSecure“ die Umgebung überwacht und potenzielle Gefahren erkennt. Dazu kommen in der EU vorgeschriebene Funktionen wie Notbrems‑ und Spurhalteassistent, intelligenter Geschwindigkeitsassistent, Rückfahrassistent, Müdigkeitswarner und Reifendruckkontrolle. Offizielle Crashtest‑Ergebnisse liegen noch nicht vor, doch eine ähnliche Limousine des Herstellers erhielt bereits die Höchstwertung bei Sicherheitsprüfungen.

Garantie und Zuverlässigkeit
Kundinnen und Kunden erhalten eine Fahrzeuggarantie von vier Jahren oder 80.000 Kilometern, der Antriebsstrang ist bis zu 160.000 Kilometer abgesichert und das Hochvoltsystem für zehn Jahre. Langzeiterfahrungen fehlen jedoch, weil der Hersteller erst wenige Modelle im Markt hat. Bei der Limousine gab es vereinzelt Rückrufe und Softwareprobleme; ob der neue SUV ähnliche Kinderkrankheiten zeigt, wird sich erst nach den ersten Auslieferungen zeigen.

Marktstart und Preise
Die Produktion der Grand‑Touring‑Variante startete bereits Ende des Jahres 2024 in den USA, in Arizona, die Touring‑Version folgte ein Jahr später. In Europa kann der SUV seit Herbst des vergangenen Jahres 2025 bestellt werden; erste Auslieferungen für Deutschland gab es dann auch im Herbst 2025, die Produktion läuft. Die Preise beginnen bei etwa 99.900 Euro für die Touring‑Variante, während die Grand‑Touring‑Ausführung ab 116.900 Euro erhältlich ist. In den USA startet das Basismodell bei rund 79.900 Dollar, die höher motorisierte Version kostet ab 94.900 Dollar. Ein künftiges Einstiegsmodell könnte den Preisbereich unter 100.000 Euro weiter abrunden.

Fazit zum neuen Gravity
Der neue elektrischen SUV setzt mit seinem leistungsstarken Antrieb, der rekordverdächtigen Ladeleistung und dem großzügigen Raumangebot neue Maßstäbe. Der Wintertest in Europa zeigt, dass das Fahrzeug auch unter extremen Bedingungen äußerst zuverlässig funktioniert und an die Anforderungen europäischer Straßen und Ladeinfrastruktur angepasst ist. Der Mix aus purem Luxus, praktischer Variabilität und beeindruckender Performance macht das Modell zu einem ernsthaften Konkurrenten für etablierte Premium‑Hersteller. Hohe Preise und ein noch dünnes Vertriebsnetz könnten den Erfolg allerdings stark einschränken, doch die technischen Fähigkeiten versprechen eine spannende Zukunft für den elektrischen SUV.

Empfohlen

Cabrio: Mit geschlossenem Dach auf der sicheren Seite

Wer Diebstahl leichtfertig ermöglicht, riskiert Versicherungsschutz

Toyota bZ7: EV‑Luxus in China

Die neue Elektro‑Limousine Toyota bZ7 mischt die chinesische Oberklasse auf. Das fünf Meter lange Modell entstand aus der Kooperation von Toyota mit dem Hersteller GAC und richtet sich ausschließlich an den chinesischen Markt. Laut Branchenangaben beträgt die Länge 5.130 mm, die Breite 1.965 mm und der Radstand 3.020 mm, womit sich die Limousine auf Augenhöhe mit dem Tesla Model S befindet. Sie startet bei rund 147.800 Yuan (knapp 21.500 Euro) und ist in fünf Ausstattungen bis 199.800 Yuan erhältlich.Ein Highlight des bZ7 ist die Technik: Die Limousine verfügt über das HarmonyOS 5.0‑Cockpit von Huawei, ein 15,6 Zoll großes Touchscreen‑Display, ein 8,8 Zoll großes Kombiinstrument und ein 27 Zoll großes Head‑Up‑Display. Die Sprachsteuerung unterstützt Mehrzonen‑Erkennung und mehrere Befehle, gleichzeitig bleiben wichtige haptische Tasten erhalten. Momenta liefert das R6‑ADAS mit LiDAR und weiteren 26 Sensoren, das Navigation auf Autopilot für Stadt und Autobahn sowie vollautomatische Parkfunktionen ohne Abo‑Gebühren ermöglicht.Im Innenraum erwarten die Passagiere belüftete, beheizte und mit Massagefunktion ausgestattete Sitze; die Vordersitze sind als schwebende Null‑Schwerpunkt‑Sitze konzipiert. Luftfederung und vorausschauendes Fahrwerk versprechen hohen Fahrkomfort.

AC Schnitzer, wenn Kulttuner verstummen

Das angekündigte Ende von AC Schnitzer zum Jahresende 2026 ist weit mehr als das Aus eines bekannten Tunernamens. Es ist ein Signal, das weit über die BMW- und Tuning-Szene hinausreicht. Wenn ein Unternehmen, das über Jahrzehnte als Synonym für sportliche BMW-Veredelung, für geschmiedete Felgen, Aerodynamik, Leistungssteigerung und eine eigene Form deutscher Ingenieursleidenschaft stand, seine Produktion und sein Tuning-Geschäft nicht mehr wirtschaftlich in Deutschland betreiben kann, dann betrifft das nicht nur eine Marke. Dann geht es um den automobilen Wirtschaftsstandort Deutschland selbst. AC Schnitzer wird damit zum Symbolfall: für die Erosion von Wettbewerbsfähigkeit, für einen immer schwerer tragbaren Kostenrahmen und für die wachsende Sorge, dass politische Reaktionen auf diese Entwicklung zu spät, zu langsam und zu unentschlossen ausfallen.Gerade deshalb trifft das Thema so viele Beobachter emotional. AC Schnitzer war nie bloß Zubehörlieferant. Die Marke stand für eine eigenständige Kultur des Veredelns, für den schmalen Grat zwischen Werksnähe und Rebellion, für Fahrzeuge, die mehr Präsenz, mehr Dynamik und oft auch mehr Charakter versprachen als die Serie. Für viele BMW-Enthusiasten gehörte AC Schnitzer über Jahrzehnte zum automobilen Inventar der Republik. Aachen, BMW, Motorsport-Nähe, komplette Fahrzeugprogramme, exklusive Räder, Fahrwerke, Abgasanlagen und ikonische Sonderumbauten – all das ergab ein Markenbild, das weit über die reine Teileliste hinausging. Wenn eine solche Institution aufgibt, dann geht es nicht nur um Bilanzen, sondern um den Verlust industrieller Identität.Die Gründe für das Ende sind dabei aufschlussreich, weil sie genau jene Problemkette offenlegen, über die in Deutschland seit Jahren gesprochen wird. Im Kern steht ein toxischer Mix aus steigenden Entwicklungs- und Produktionskosten, zähen Zulassungsverfahren, wachsendem internationalem Wettbewerbsdruck und einer verschobenen Nachfrage. Besonders schwer wiegt der Verweis auf die langen Genehmigungswege im deutschen System. Wer Teile erst viele Monate nach ausländischen Konkurrenten auf den Markt bringen kann, verliert in einem spezialisierten Nischengeschäft genau das, was am wichtigsten ist: Zeit, Sichtbarkeit und Marge. Hinzu kommen teurere Rohstoffe, volatile Wechselkurse, die Schwäche von Zulieferstrukturen, Zölle auf wichtigen Auslandsmärkten, eine gedämpfte Kauflaune und der schrittweise Rückzug des Verbrennungsmotors aus dem Zentrum der automobilen Begehrlichkeit. AC Schnitzer beschreibt damit nicht irgendein Einzelproblem, sondern eine Verdichtung struktureller Belastungen.

Maybach zwischen Glanz und Zäsur

Die neue Mercedes-Maybach S-Klasse ist weit mehr als eine sorgfältig überarbeitete Luxuslimousine. Sie erscheint in einer Phase, in der Mercedes den obersten Rand seines Portfolios strategisch schärft, die S-Klasse technisch umfassend modernisiert und Maybach zugleich als eigene Luxuswelt zwischen Chauffeurslimousine, elektrischem SUV und exklusivem Roadster weiter ausbaut. Genau deshalb besitzt dieses Modell eine besondere Bedeutung. Die neue Generation soll digitaler, individueller und sichtbarer luxuriös sein, ohne den eigentlichen Markenkern aufzugeben: Stille, Raumgefühl, Komfortkultur und repräsentative Souveränität.Schon äußerlich zeigt die überarbeitete Limousine, wohin die Reise geht. Die Karosserie bleibt eine imposante Erscheinung von rund 5,48 Metern Länge, doch der Auftritt wird noch selbstbewusster inszeniert. Der Kühlergrill wächst, Licht wird zum Gestaltungsmittel, Maybach-Embleme und weitere Elemente wirken präsenter, neue Felgendesigns setzen zusätzliche Akzente, und selbst kleine Details wie projizierte Schriftzüge beim Einsteigen oder roségoldene Nuancen in den Scheinwerfern unterstreichen den Anspruch, Luxus nicht nur zu besitzen, sondern sichtbar zu inszenieren. Wer es dunkler und expressiver mag, findet weiterhin eine besonders kontrastreiche Interpretation. Das ist kein Design der Zurückhaltung, sondern eines der kalkulierten Wirkung.Im Innenraum wird noch klarer, wie Mercedes Luxus im Jahr 2026 versteht. Die neue Mercedes-Maybach S-Klasse übernimmt das große digitale Bildschirm-Panorama mit Superscreen, führt MB.OS in die Maybach-Welt ein und verbindet diese Technik mit einer Materialinszenierung, die sich gezielt von bloßer Elektronikshow absetzen will. Der Fond bleibt die eigentliche Bühne des Fahrzeugs: Executive-Sitze, Chauffeur-Fokus, großzügige Beinfreiheit, größere Bildschirme für die Passagiere hinten und zahlreiche Komfortdetails schaffen den Eindruck eines rollenden privaten Rückzugsraums. Zugleich öffnet sich Maybach erstmals deutlicher einem veränderten Luxusverständnis. Bemerkenswert ist vor allem das neue lederfreie Interieur aus Leinen und recyceltem Polyester. Es zeigt, dass Exklusivität heute nicht mehr ausschließlich über traditionelle Opulenz definiert wird, sondern zunehmend auch über Materialbewusstsein, Haptik und kuratierte Individualität.

Textgröße ändern: