Pallade Veneta - Umfrage zum Kinderreport: Große Mehrheit für einheitliche Bildungsstandards

Umfrage zum Kinderreport: Große Mehrheit für einheitliche Bildungsstandards


Umfrage zum Kinderreport: Große Mehrheit für einheitliche Bildungsstandards
Umfrage zum Kinderreport: Große Mehrheit für einheitliche Bildungsstandards / Foto: Ina FASSBENDER - AFP/Archiv

Um benachteiligten Kindern bessere Chancen im Bildungssystem zu geben, fordert eine große Mehrheit in Deutschland einheitliche Bildungsstandards und mehr staatliche Investitionen. Laut einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerkes sehen zudem sowohl die allermeisten Erwachsenen sowie Kinder und Jugendlichen eine verbindliche Demokratiebildung in Schulen und mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler als wichtige Maßnahmen, um Teilhabe und demokratisches Lernen zu fördern.

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Wie aus der in Berlin vorgestellten Umfrage des Instituts Forsa für den Kinderreport 2026 des Deutschen Kinderhilfswerks hervorgeht, sprach sich die große Mehrheit der Befragten dafür aus, dass die Bedingungen und Standards in Bildungseinrichtungen in ganz Deutschland gleich sein sollten. Das forderten 91 Prozent der Erwachsenen und 87 Prozent der Minderjährigen.

Beide Gruppen sprachen sich auch für eine stärkere Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Bildungseinrichtungen aus. Eine Mehrheit war dafür, dass Schulen mit vielen sozial benachteiligten Kindern finanziell gefördert werden sollten. Forsa befragte für den Kinderreport 1002 Erwachsene sowie 1006 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 17 Jahren vom 7. bis zum 16. Januar online.

90 Prozent der erwachsenen Befragten und 88 Prozent der Kinder und Jugendlichen finden zudem, dass die Bildung in Kita und Schule kostenlos sein sollte. Das gelte auch für Lehrmaterialien. Vor allem die Erwachsenen plädierten außerdem für mehr qualifiziertes Personal, das pädagogische Fachkräfte von Organisationsaufgaben entlasten sollte.

Sowohl die Erwachsenen als auch die Kinder und Jugendlichen sprachen sich darüber hinaus für verbindliche Lern- und Sprachförderangebote sowie eine flächendeckende Schulsozialarbeit und mehr psychosoziale Beratungsmöglichkeiten aus, um insbesondere die Bildungschancen sozial benachteiligter Kinder zu verbessern.

Mehr Investitionen in das Bildungssystem seien "kein Nice-to-have", sie seien vielmehr "eine Art von Schicksalsfrage für unsere Nation", sagte Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) bei der Vorstellung des Kinderreports 2026. So könne das Fachkräfteproblem nur gelöst werden, wenn jedem Kind ein erfolgreicher Bildungsgang ermöglicht werde, "je nach seinen Talenten und Neigungen".

80 Prozent der Erwachsenen und 78 Prozent der Kinder und Jugendlichen gaben außerdem an, dass geflüchtete Kinder die Möglichkeit haben sollten, schnell nach ihrer Ankunft in die Schule zu gehen. Gefragt wurde auch nach möglichen Maßnahmen, um sozial benachteiligte Kinder direkt besser zu unterstützen. 94 Prozent der erwachsenen Befragten hielten dabei verbindliche Lern- und Sprachförderung für wichtig, 91 Prozent Unterstützungsangebote für Familien in belasteten Lebenslagen. Ähnlich sahen es mit 88 beziehungsweise 86 Prozent die Kinder und Jugendlichen.

Bildungschancen in Deutschland seien nach wie vor ungleich verteilt, kritisierte die Vizepräsidentin des Deutschen Kinderhilfswerkes, Anja Siegesmund. Sozialer Aufstieg hänge "heute mehr denn je vom Portemonnaie des Elternhauses" ab. "Fehlende Kita-Plätze, ein bundesweit ungleiches Bildungssystem und unzureichende Investitionen in Personal und Ausstattung sind auch im Jahr 2026 weiterhin Realität." Besonders betroffen von Barrieren im Bildungssystem seien "Kinder, die in Armut leben oder einen Migrationshintergrund haben".

Eine große Mehrheit der Befragten war außerdem dafür, dass in Schulen gelernt werden sollte, wie der Staat und das Gemeinwesen zusammenspielen. "Es darf uns auch nicht kalt lassen, wenn 94 Prozent der Kinder an der Schule lernen wollen, wie Demokratie funktioniert und Schule einfach keine Zeit findet", kritisierte Siegesmund.

Prien sagte dazu, die Demokratie in Deutschland hänge "wahrscheinlich entscheidend davon ab, dass möglichst alle Kinder und Jugendlichen eine gute Bildung erfahren, die ihnen die Möglichkeit eröffnet, kritisch zu denken und politische, historische Sachverhalte auch kritisch bewerten zu können".

D.Vanacore--PV

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