Pallade Veneta - Vorwurf des "Völkermords" im Gaza-Krieg: Israel weist Anschuldigungen von Amnesty zurück

Vorwurf des "Völkermords" im Gaza-Krieg: Israel weist Anschuldigungen von Amnesty zurück


Vorwurf des "Völkermords" im Gaza-Krieg: Israel weist Anschuldigungen von Amnesty zurück
Vorwurf des "Völkermords" im Gaza-Krieg: Israel weist Anschuldigungen von Amnesty zurück / Foto: BASHAR TALEB - AFP

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat Israel vorgeworfen, mit dem Vorgehen im Gazastreifen im Krieg gegen die radikalislamische Hamas einen "Völkermord" zu begehen. "Im Gazastreifen wurde Völkermord verübt", heißt es im am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht der Organisation für 2024. Die israelische Regierung wies die Anschuldigungen zurück und warf der NGO "unbgegründete Lügen" vor.

Textgröße ändern:

Israels Vorgehen in dem Palästinensergebiet "hatte katastrophale Folgen für die palästinensische Zivilbevölkerung", hieß es in dem Amnesty-Bericht.

Im Westjordanland habe Israel im vergangenen Jahr "das System der Apartheid und rechtswidrigen Besetzung weiterhin gewaltsam" durchgesetzt, hieß es weiter. Die Menschenrechtsorganisation kritisierte dort "willkürliche Inhaftierungen, rechtswidrige Tötungen und staatlich unterstützte Angriffe israelischer Siedlerinnen und Siedler auf palästinensische Zivilpersonen", die 2024 stark zugenommen hätten.

Israel wies die Anschuldigungen entschieden zurück. "Die radikale Anti-Israel-Organisation Amnesty hat sich wieder einmal dazu entschlossen, unbegründete Lügen gegen Israel zu veröffentlichen", erklärte der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Oren Marmorstein. Es sei vielmehr die Hamas, die zum "Völkermord an Israel" aufrufe. Israel kämpfe, um sich gegen die militanten Islamisten zu verteidigen.

Auch die Vorwürfe zum Vorgehen Israels im besetzten Westjordanland seien haltlos, erklärte Marmorstein. "Alle Aktionen Israels im Westjordanland dienen dazu, palästinensische Terroranschläge auf israelische Zivilisten zu verhindern", betonte der Außenamtssprecher.

Die Hamas und mit ihr verbündete Islamisten hatten am 7. Oktober 2023 einen Großangriff auf Israel ausgeführt, etwa 1200 Menschen getötet und damit den Gaza-Krieg entfacht. Israel geht seitdem massiv militärisch im Gazastreifen vor. Dabei wurden bislang nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums mehr als 52.000 Menschen getötet.

Amnesty übte in dem Jahresbericht auch Kritik an der internationalen Staatengemeinschaft, die keine wirksame Maßnahmen ergriffen habe, um Gräueltaten in Konflikten wie dem Krieg im Gazastreifen zu stoppen. Die NGO kritisierte insbesondere die USA, warf aber auch Großbritannien und vielen EU-Mitgliedstaaten vor, sich offen hinter das Vorgehen Israels im Gazastreifen gestellt zu haben.

UN-Experten hätten gefordert, Waffenlieferungen nach Israel auszusetzen, führte Amnesty aus. Deutschland habe nicht zu den Ländern gehört, die dieser Forderung nachgekommen seien. Stattdessen habe die Bundesrepublik weiter Waffen nach Israel und in weitere Länder geliefert, "wo ein erhebliches Risiko bestand, dass die Waffen für schwere völkerrechtliche Verstöße eingesetzt werden bzw. solchen Verstößen Vorschub leisten könnten", darunter auch Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Amnesty forderte die Einstellung dieser "unverantwortlichen Rüstungsexporte".

O.Merendino--PV

Empfohlen

Frau wirft Mette-Marits Sohn in Prozess "Alptraum"-Vergewaltigung vor

Im Vergewaltigungsprozess gegen den Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit hat ein weiteres mutmaßliches Opfer eine Vergewaltigung durch Marius Borg Hoiby als "schlimmsten Alptraum" geschildert. In dem Fall, den das Gericht in Oslo am Dienstag erörterte, geht es um eine mutmaßliche Vergewaltigung am 8. Oktober 2023 auf den Lofoten, einer Inselgruppe im Norden Norwegens.

Mord an 18-Jährigem in Bayern: Urteil gegen Ehepaar rechtskräftig

Nach dem Mord an einem 18-Jährigen in Bayern sind der Täter und die Täterin, ein Ehepaar, rechtskräftig wegen Mordes zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe bestätigte das Urteil des Landgerichts Aschaffenburg, wie dieses am Dienstag mitteilte. Das Paar hatte den jungen Mann demnach mit Beilhieben auf den Kopf getötet.

Mindestens 89 Jugendliche missbraucht: 79-Jähriger in Frankreich in U-Haft

Ein 79 Jahre alter Mann aus Frankreich soll über Jahrzehnte hinweg insgesamt 89 Jugendliche in mehreren Ländern missbraucht haben, auch in Deutschland. Der aus dem ostfranzösischen Annecy stammende Jacques Leveugle habe zudem gestanden, seine Mutter und eine Tante getötet zu haben, teilte Staatsanwalt Etienne Manteaux am Dienstag in Grenoble mit. Der Beschuldigte sei bereits seit 2024 in Untersuchungshaft.

Prozess um Entführung von Block-Kindern: Gericht setzt Termine bis Dezember an

Im Prozess um die mutmaßliche Entführung von zwei Kindern der Steakhauskettenerbin Christina Block hat das Landgericht Hamburg vorsorglich weitere Termine bis kurz vor Weihnachten angesetzt. Zu den bereits anberaumten Verhandlungstagen kommen weitere 41 bis zum 18. Dezember hinzu, wie das Gericht am Dienstag mitteilte. Eine verbindliche Aussage über die Länge des Verfahrens gegen Block und andere sei damit aber nicht getroffen.

Textgröße ändern: