Pallade Veneta - Gedenken an Völkermord an Herero und Nama am Wochenende in Namibia

Gedenken an Völkermord an Herero und Nama am Wochenende in Namibia


Gedenken an Völkermord an Herero und Nama am Wochenende in Namibia
Gedenken an Völkermord an Herero und Nama am Wochenende in Namibia / Foto: GIANLUIGI GUERCIA - AFP

Nachfahren der Opfer deutscher Kolonialverbrechen in Namibia wollen sich am Wochenende auf dem Gelände eines ehemaligen Konzentrationslagers versammeln, um der zehntausenden Opfer zu gedenken. Während der dreitägigen Zeremonie soll auf der Haifischinsel nahe der Hafenstadt Lüderitz ein Mahnmal zur Erinnerung an den Völkermord an den Herero und Nama enthüllt werden, wie die Ovaherero Genocide Foundation mitteilte. Während der deutschen Kolonialherrschaft waren in dem Konzentrationslager auf der Halbinsel tausende Menschen getötet worden.

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"Shark Island war nicht nur ein Konzentrationslager, es war ein Todeslager", sagte Nandiuasora Mazeingo, der Leiter der Ovaherero Genocide Foundation. Gefangene in dem Konzentrationslager waren brutaler Behandlung, Gewalt und Zwangsarbeit ausgesetzt. Mazeingo sagte, Nachkommen der Opfer des Völkermords seien enttäuscht, dass die Haifischinsel mittlerweile ein Ort sei, "an dem Menschen Urlaub machen" - und dass die Regierung in Windhuk dies erlaube.

Namibia - damals Deutsch-Südwestafrika - war von 1884 bis 1915 deutsche Kolonie. In dieser Zeit wurden Schätzungen zufolge rund 100.000 Angehörige der Volksgruppen der Herero und Nama gezielt getötet, tausende wurden in Konzentrationslager gebracht. Historiker stufen die Vorgänge als ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts ein.

2021 hatten Deutschland und Namibia die grundsätzliche Einigung auf ein Versöhnungsabkommen bekannt gegeben. Es sieht als Wiedergutmachung für die deutschen Kolonialverbrechen Entwicklungs- und Wiederaufbauhilfen in Höhe von 1,1 Milliarden Euro über 30 Jahre vor.

In dem Abkommen werden die deutschen Verbrechen an den Volksgruppen der Herero und Nama im historischen, nicht aber im völkerrechtlichen Sinne als "Völkermord" anerkannt. Die Vereinbarung wird unter anderem von der Opposition in Namibia und Vertretern der Herero und Nama heftig kritisiert. Sie beklagen eine fehlende Beteiligung von Opfervertretern an den Verhandlungen mit Deutschland.

Y.Destro--PV

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