Pallade Veneta - Evakuierungseinsatz der Bundeswehr für Deutsche im Sudan angelaufen

Evakuierungseinsatz der Bundeswehr für Deutsche im Sudan angelaufen


Evakuierungseinsatz der Bundeswehr für Deutsche im Sudan angelaufen
Evakuierungseinsatz der Bundeswehr für Deutsche im Sudan angelaufen / Foto: Abubakarr JALLOH - AFP

Angesichts der eskalierenden Gewalt im Sudan haben Deutschland und mehrere weitere Länder Evakuierungseinsätze für ihre Staatsangehörigen in dem nordostafrikanischen Land gestartet. Das Auswärtige Amt und das Verteidigungsministerium teilten am Sonntagnachmittag mit, es sei ein Bundeswehreinsatz angelaufen, der darauf abziele, "so viele deutsche Staatsangehörige wie möglich aus Khartum auszufliegen". Auch Frankreich und Italien leiteten Evakuierungsaktionen ein. Zuvor hatten bereits die USA und Großbritannien Botschaftsmitarbeiter aus Khartum ausgeflogen.

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Der Einsatz erfolge in einer "gefährlichen Lage", schrieben Auswärtiges Amt und Verteidigungsministerium mit Blick auf die schweren Kämpfe im Sudan auf Twitter. Zwei Flugzeuge der Luftwaffe traf nach Angaben des Verteidigungsministeriums am Sonntag bereits in der sudanesischen Hauptstadt Khartum ein.

Die Bundeswehr werde "im Rahmen der Möglichkeiten" auch Bürger aus anderen EU-Ländern und weiteren Staaten ausfliegen, fügten Außen- und Verteidigungsministerium in ihren Twitter-Botschaften hinzu. Zu den Tweets stellten sie ein Foto, das Bundeswehr-Soldaten beim Verlassen eines Transportflugzeugs vom Typ A400M zeigt.

Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung berichtet, die Bundesregierung bereite sich auf zwei Evakuierungseinsätze vor, für deren Dauer mit den Konfliktparteien vor Ort eine Waffenruhe vereinbart worden sei. Insgesamt sollen nach Informationen der Zeitung rund 300 deutsche Botschaftsmitarbeiter, Entwicklungshelfer und Geschäftsleute ausgeflogen werden. Zudem sei eine mittlere dreistellige Zahl an Fallschirmjägern der Bundeswehr nach Jordanien gebracht worden, um notfalls Deutsche mit Waffengewalt aus dem Sudan retten zu können.

Die Bundeswehr hatte vor wenigen Tagen eine Evakuierungsaktion laut "Spiegel" aus Sicherheitsgründen abbrechen müssen. Der Flughafen von Khartum wird nach schweren Gefechten derzeit von der sudanesischen paramilitärischen RSF-Miliz kontrolliert.

Im Sudan liefern sich Einheiten der Armee und der paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) seit mehr als einer Woche erbitterte Kämpfe. Zuvor war eine Einigung zur Eingliederung der RSF-Miliz in die Streitkräfte gescheitert. Bei den Gefechten wurden bereits mehr als 420 Menschen getötet und mehr als 3700 weitere verletzt. Mehrere vereinbarte Waffenruhen wurden bereits gebrochen.

Angesichts der Kämpfe bemühten sich zahlreiche Länder unter Hochdruck darum, ihre Bürger aus dem afrikanischen Land in Sicherheit zu bringen. US-Präsident Joe Biden erklärte am Samstagabend (Ortszeit) in Washington, auf seine Anweisung hin habe das Militär einen Evakuierungseinsatz ausgeführt.

Nach Angaben aus Washington wurden dabei weniger als hundert Menschen ausgeflogen, darunter auch mehrere Diplomaten anderer Staaten. Biden forderte eine "sofortige und bedingungslose Waffenruhe" im Sudan und ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe.

Auch Großbritannien brachte die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seiner Botschaft in Khartum und deren Familien in Sicherheit. Mehrere EU-Länder starteten ebenfalls Evakuierungseinsätze. Nach Angaben aus französischen Regierungskreisen wurden mit einem ersten Flug rund 100 Menschen aus dem Sudan evakuiert.

Italien leitete ebenfalls einen Evakuierungseinsatz ein. Nach Angaben von Außenminister Antonio Tajani sollen 140 italienische Staatsangehörige sowie dutzende Schweizer und Mitarbeiter der diplomatischen Vertretung des Vatikans, der Apostolischen Nuntiatur, aus Khartum ausgeflogen werden. Schweden kündigte ebenfalls an, seine Diplomaten und weitere schwedische Staatsangehörige aus dem Sudan zu evakuieren.

Auf einer Ausfallstraße aus Khartum waren derweil am Sonntag Konvois von Autos und Bussen der Vereinten Nationen auf dem Weg zur 850 Kilometer östlich gelegenen Hafenstadt Port Sudan zu sehen. Das türkische Außenministerium erklärte, türkische Staatsbürger sollten auf dem Landweg über einen Drittstaat in Sicherheit gebracht werden.

Saudi-Arabien hatte bereits am Samstag mehr als 150 Menschen per Schiff aus dem Sudan in Sicherheit gebracht, darunter 66 Angehörige anderer Nationen. Zuvor hatte die RSF-Miliz angekündigt, mit Auslandsvertretungen zusammenzuarbeiten, um Ausländern eine "sichere Rückkehr in ihre Länder" zu ermöglichen.

In der Hauptstadt Khartum gingen die Kämpfe am Sonntag weiter. Laut Zeugenberichten waren Gewehrfeuer und Explosionen zu hören, Militärflugzeuge überflogen die Stadt.

N.Tartaglione--PV

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