Pallade Veneta - Aufrufe zu mehr erneuerbaren Energien bei Klimadialog in Berlin

Aufrufe zu mehr erneuerbaren Energien bei Klimadialog in Berlin


Aufrufe zu mehr erneuerbaren Energien bei Klimadialog in Berlin
Aufrufe zu mehr erneuerbaren Energien bei Klimadialog in Berlin / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP

Forderungen nach einem weltweit rascheren Ausbau erneuerbarer Energien sind ein Schwerpunkt des Petersberger Klimadialogs in Berlin. Mehr Erneuerbare seien wichtig, "um doch noch auf den 1,5-Grad-Pfad zu kommen", sagte Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) zum Auftakt der zweitägigen Beratungen. Weitere Themen sind dort die Senkung der Treibhausgasemissionen und die internationale Klimafinanzierung.

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Baerbock sagte, das Formulieren konkreter Ziele für mehr Erneuerbare solle auf die Tagesordnung der UN-Klimakonferenz im November in Dubai gesetzt werden. Diese könnten der Weg zur "Lösung der Klimakrise" sein, sagte die Außenministerin. Zugleich ergäben sich daraus Chancen für den globalen Süden, etwa für die Elektrifizierung Afrikas.

Beim Petersberger Klimadialog beraten Vertreter von rund 50 Staaten über das Vorantreiben des internationalen Klimaschutzes. Ziel des Treffens im Auswärtigen Amt in Berlin ist es, die Weltklimakonferenz in Dubai vorzubereiten.

Unter den Teilnehmenden ist auch deren designierter Präsident Sultan Ahmed Al Jaber. Er drang in seiner Rede ebenfalls auf eine Energiewende: "Wir müssen schneller liefern in Sektoren wie den Erneuerbaren, wo die Kapazitäten bis 2030 verdreifacht und bis 2040 dann noch einmal verdoppelt werden müssen", sagte Al Jaber.

Der Sultan bekannte sich auch zur Senkung der Treibhausgasemissionen, um "die Ambitionen des Pariser Klimaschutzabkommens lebendig zu halten". An seiner Nominierung zum Leiter der UN-Konferenz hatte es Kritik gegeben, weil Al Jaber auch Industrieminister der Vereinigten Arabischen Emirate und Chef eines Ölkonzerns ist.

Die Klimakrise sei "die größte Sicherheitsherausforderung unseres Jahrhunderts", mahnte Baerbock in ihrer Rede. Sie verwies auf die dramatische Lage kleiner Inselstaaten, wo wegen des steigenden Meeresspiegels bereits Menschen umgesiedelt werden müssten.

Notwendig sei daher "eine drastische Reduzierung von Treibhausgasen", sagte die Außenministerin. Das Ziel in Dubai müsse sein, "einen klaren Fahrplan aufzustellen, um die 1,5 Grad Grenze in Reichweite zu halten". Ein Schlüssel dafür sei der Energiesektor.

Ein weiteres zentrales Thema des Treffens ist die internationale Klimafinanzierung. Baerbock und Al Jaber bekräftigten die Notwendigkeit, dafür endlich wie von den Industriestaaten versprochen den Entwicklungsländern jährlich 100 Milliarden Euro bereitzustellen. Die deutsche Außenministerin verwies auf die Zusage der Bundesregierung, den deutschen Beitrag auf sechs Milliarden Euro jährlich aufzustocken.

Ebenfalls beraten wurde auf dem Klimadialog über den schrittweisen Abschied von fossilen Energieträgern. Baerbock räumte ein, auch Deutschland sei hier bisher zu langsam gewesen: "Wir hätten früher aus der Kohle aussteigen sollen, und wir hätten mehr Wind und Solarkraftwerke bauen können." Umso wichtiger sei, jetzt weltweit beim Klimaschutz "die Ärmel hochzukrempeln" und zu handeln.

"Wir haben zu lange weggeschaut", sagte UN-Generalsekretär António Guterres, der per Video zu den Teilnehmenden des Klimadialogs sprach. Er erinnerte an die Zusage der Industriestaaten, bis 2040 in die Nähe der Klimaneutralität zu kommen. Aber auch die Schwellenländer seien aufgerufen, dies möglichst um das Jahr 2050 herum zu erreichen. "Wir kennen die Tatsachen, handeln Sie jetzt", forderte Guterres eine Dekarbonisierung aller wichtigen Wirtschaftssektoren.

Am Mittwoch wollen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne) auf dem Klimadialog sprechen. Am Rande der Beratungen drang EU-Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans im ZDF auf den Umbau der Energiewirtschaft. Er mahnte zudem, "auch andere große Industrieländer" müssten ihre Emissionen reduzieren.

Den Petersberger Klimadialog hatte die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) 2010 nach dem Fehlschlag der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen begründet. Tagungsort des hochkarätigen Dialogforums war damals der Petersberg bei Bonn gewesen.

A.Graziadei--PV

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