Pallade Veneta - Holpriger Start für Ron DeSantis in US-Präsidentschaftsrennen 2024

Holpriger Start für Ron DeSantis in US-Präsidentschaftsrennen 2024


Holpriger Start für Ron DeSantis in US-Präsidentschaftsrennen 2024
Holpriger Start für Ron DeSantis in US-Präsidentschaftsrennen 2024 / Foto: Chris DELMAS - AFP

Mit einem holprigen Start ist der republikanische Gouverneur des US-Bundesstaates Florida, Ron DeSantis, in das Präsidentschaftsrennen 2024 eingestiegen. Ein Live-Gespräch mit Twitter-Besitzer Elon Musk auf der Onlineplattform zur Verkündung seiner Bewerbung geriet am Mittwochabend wegen technischer Probleme zum Fiasko. Das System brach mehrfach zusammen, erst nach rund einer halben Stunde konnte der 44-jährige innerparteiliche Rivale von Ex-Präsident Donald Trump sprechen.

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"Ich kandidiere als Präsident der Vereinigten Staaten, um unser großartiges amerikanisches Comeback anzuführen", sagte der rechte Hardliner dann in dem Gespräch auf Twitter Spaces. Mit einem Seitenhieb auf Trump fügte er hinzu: "Wir müssen die Kultur des Verlierens beenden, die die Republikanische Partei in den vergangenen Jahren infiziert hat."

Doch mit dem Twitter-Fehlstart zog DeSantis umgehend viel Spott auf sich. So veröffentlichte Präsident Joe Biden einen Tweet mit dem Kommentar "Dieser Link funktioniert" - und einem Link zu einer Seite für Wahlkampfspenden für ihn. Trumps Sohn Donald Junior verbreitete auf der Onlineplattform Truth Social den Hashtag "DeSaster". Trump selbst schrieb in einer Anspielung auf ein früheres Wortgefecht mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un: "Mein roter Knopf ist größer, besser, stärker, und er funktioniert."

"Wir haben einfach eine massive Zahl von Menschen, die online sind, deswegen sind die Server etwas überlastet", sagte Musk bei der Live-Übertragung entschuldigend. DeSantis sagte später dem rechten Nachrichtensender Fox News, der Ansturm von Internetnutzern sei ein Zeichen für die "Begeisterung", die seine Kandidatur auslöse.

Sein Wahlkampfteam erklärte, das Gespräch mit Musk habe für so viel Aufmerksamkeit gesorgt, dass DeSantis das Internet förmlich lahmgelegt habe. Der Gouverneur habe außerdem in der ersten Stunde seines Wahlkampfes mehr als eine Million Dollar an Wahlkampfspenden eingesammelt.

Die Präsidentschaftsbewerbung des Gouverneurs und früheren Kongressabgeordneten war seit langer Zeit erwartet worden. Am Mittwoch reichte der Absolvent der Elite-Universitäten Harvard und Yale bei der US-Bundeswahlkommission die für eine Kandidatur notwendigen Unterlagen ein.

Zeitgleich zum geplanten Beginn des Live-Gesprächs mit Musk veröffentlichte DeSantis zudem auf Twitter ein erstes Wahlkampfvideo. "Wir brauchen den Mut zu führen und die Stärke zu gewinnen", sagte der seit 2019 amtierende Gouverneur darin. Er attackierte Präsident Biden, kündigte eine striktere Grenzpolitik an und stellte einen härteren Kampf gegen Kriminalität in Aussicht.

DeSantis fährt im Bundesstaat Florida einen stramm rechten Kurs und stellt sich als Kämpfer gegen eine linke "woke"-Ideologie dar. Der frühere Marine-Offizier und Staatsanwalt ließ unter anderem das Abtreibungsrecht verschärfen und das Waffenrecht lockern. Für Schlagzeilen sorgte er in den vergangenen Monaten mit einem bizarren Streit mit dem Unterhaltungsriesen Disney wegen eines als schwulenfeindlich kritisierten Gesetzes zu Schulunterricht in Florida.

Im November wurde DeSantis mit fast 60 Prozent der Stimmen für eine zweite Amtszeit als Gouverneur wiedergewählt. Im Gespräch mit Musk äußerte er die Erwartung, dass er bei einer Nominierung durch die Republikaner die Präsidentschaftswahl vom November 2024 gewinnen und im Januar 2025 als 47. Präsident der US-Geschichte vereidigt werde.

Umfragen zum Bewerberfeld der Republikaner sehen DeSantis derzeit im Schnitt mit 21 Prozent auf dem zweiten Platz. Er liegt damit mehr als 30 Punkte hinter Trump. Zu den Bewerbern zählen auch die frühere US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, der afroamerikanische Senator Tim Scott und der frühere Gouverneur des Südstaates Arkansas, Asa Hutchinson, die allesamt nur auf einstellige Prozentzahlen kommen. Auch Trumps früherer Vizepräsident Mike Pence erwägt eine Kandidatur.

Die Vorwahlen für die Präsidentschaftswahl 2024 beginnen im Februar kommenden Jahres. Der Sieger der Republikaner-Vorwahlen wird Amtsinhaber Biden von der Demokratischen Partei herausfordern, der sich um eine Wiederwahl bewirbt.

H.Ercolani--PV

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