Pallade Veneta - Französische Kulturministerin Dati bleibt trotz Korruptions-Ermittlungen im Amt

Französische Kulturministerin Dati bleibt trotz Korruptions-Ermittlungen im Amt


Französische Kulturministerin Dati  bleibt trotz Korruptions-Ermittlungen im Amt
Französische Kulturministerin Dati bleibt trotz Korruptions-Ermittlungen im Amt / Foto: JULIEN DE ROSA - AFP/Archiv

Sie hat gerade eine Hausdurchsuchung hinter sich und einen Prozess vor sich: Ungeachtet ihrer juristischen Scherereien kann die französische Kulturministerin Rachida Dati weiter im Amt bleiben. Dati habe "stets ihre Unschuld beteuert", sagte Regierungssprecherin Maud Brégeon am Freitag dem Sender RTL. "Sie hat ihren Platz in der Regierung", fügte sie hinzu.

Textgröße ändern:

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte zu Beginn seiner Amtszeit noch erklärt, dass Kabinettsmitglieder, gegen die die Justiz ermittle, die Regierung verlassen müssten. Diese Regel wurde jedoch bald aufgeweicht.

Am Donnerstag hatten Ermittler Datis Wohnung, das Kulturministerium und das Pariser Bezirksrathaus durchsucht, an dessen Spitze sie steht. Nach Angaben der Finanzstaatsanwaltschaft besteht Verdacht auf Korruption, Veruntreuung öffentlicher Gelder und Geldwäsche. Zwei Untersuchungsrichter ermittelten in dieser Angelegenheit seit Mitte Oktober.

Konkret gehe es es um den Vorwurf, Dati habe in ihrer Zeit als EU-Abgeordnete knapp 300.000 Euro von dem Unternehmen GDF Suez erhalten, hieß es in informierten Kreisen. Ein Anwalt Datis lehnte eine Stellungnahme zunächst ab.

Nach Medienberichten hatte GDF Suez das Geld 2010 und 2011 über eine Anwaltskanzlei an die damalige EU-Abgeordnete überwiesen. Dati bezeichnete die Vorwürfe als "diffamierend".

Die Justiz ermittelt bereits in zwei anderen Fällen gegen die Ministerin. Im September kommenden Jahres soll sie sich wegen Bestechlichkeit vor Gericht verantworten. Die Ermittler werfen ihr vor, in ihrer Zeit als EU-Abgeordnete vom Autobauer Renault 900.000 Euro für Lobbyarbeit erhalten zu haben. Der frühere Renault-Chef Carlos Ghosn soll deswegen ebenfalls vor Gericht. Dati und Ghosn bestreiten die Vorwürfe.

Die Justiz ermittelt außerdem wegen Verdachts auf das Nichtdeklarieren wertvoller Schmuckstücke gegen die Ministerin. Der Zeitung "Libération" zufolge hatte Dati Schmuck im Wert von etwa 420.000 Euro bei ihrer Vermögenserklärung nicht angegeben. Die Ministerin wies den Vorwurf zurück.

Die 60 Jahre alte Dati will sich bei der Kommunalwahl im März für die Nachfolge der linken Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo bewerben. Der frühere konservative Präsident Nicolas Sarkozy hatte Dati 2007 zur Justizministerin berufen. Anschließend war sie fast zehn Jahre lang EU-Abgeordnete. Macron ernannte sie vor zwei Jahren zur Kulturministerin.

E.M.Filippelli--PV

Empfohlen

Trump sorgt mit neuer Breitseite gegen Meloni für Empörung

US-Präsident Donald Trump hat kurz vor dem Nato-Gipfel in Ankara mit einer erneuten Breitseite gegen Italiens Ministerpräsidentin Georgia Meloni für Empörung in Rom gesorgt. Am Sonntag hatte Trump auf seiner Plattform Truth Social ein bearbeitetes Bild veröffentlicht, auf dem Meloni ihn scheinbar voller Bewunderung ansieht. Dazu stellte er die Worte: "Einstweilige Verfügung nötig".

Höhere Ausgaben und mehr Schulden: Kabinett beschließt Haushaltsentwurf 2027 

Das Bundeskabinett hat den Haushaltsentwurf für das kommende Jahr beschlossen. Dies teilte die Bundesregierung am Montag in Berlin mit. Das von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) vorgelegte Budget sieht höhere Schulden und Ausgaben vor als zunächst geplant. Begründet wird dies insbesondere mit den Auswirkungen des Iran-Kriegs, den gestiegenen Energiepreisen und der schwachen Konjunkturlage.

China sorgt mit Raketentest für Proteste - gemeinsames Marinemanöver mit Russland

Das chinesische Militär hat am Montag einen Raketentest im Pazifikraum ausgeführt und damit für heftige Proteste unter anderem in Australien und Neuseeland gesorgt. Das Geschoss stürzte nach Angaben aus Peking planmäßig in den Pazifik. Ob es sich dabei um eine atomwaffenfähige Interkontinentalrakete handelte, war zunächst unklar. Zudem startete China eine gemeinsame Militärübung mit Russland.

Riesige Menschenmassen geleiten Chameneis Leichnam bei Trauerzug durch Teheran

Begleitet von einer unüberschaubaren Menschenmenge ist der Leichnam von Irans oberstem Führer Ayatollah Ali Chamenei am Montag in einem Trauerzug durch die Straßen der Hauptstadt Teheran gefahren worden. Sein Sarg und die seiner getöteten Angehörigen standen auf der offenen Ladefläche eines Lastwagens, auf Chameneis Sarg lag der schwarze Turban, der ihn als Nachfahre des Propheten Mohammed ausgewiesen hatte. Die Menschen entlang der Straße skandierten Parolen gegen die USA und Israel, die Chamenei Ende Februar am ersten Tag des Iran-Krieges getötet hatten.

Textgröße ändern: