Pallade Veneta - Dutzende Tote bei IS-Angriffen in Syrien und im Irak

Dutzende Tote bei IS-Angriffen in Syrien und im Irak


Dutzende Tote bei IS-Angriffen in Syrien und im Irak
Dutzende Tote bei IS-Angriffen in Syrien und im Irak

Bei Angriffen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak sind mehr als 70 Menschen getötet worden. Im Nordosten Syriens attackierten IS-Kämpfer ein Gefängnis, um dort inhaftierte Dschihadisten zu befreien. Mehr als 20 kurdische Sicherheitskräfte und fast 40 IS-Mitglieder wurden dabei getötet, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag mitteilte. Bei einem Überfall des IS auf einen Militärstützpunkt im Osten des Irak wurden elf Soldaten getötet.

Textgröße ändern:

Der IS hatte den Angriff auf das Gefängnis Ghwajran in der syrischen Stadt Hassakeh am Donnerstagabend gestartet. In der Haftanstalt sitzen rund 3500 mutmaßliche IS-Kämpfer, darunter auch führende Köpfe der Miliz.

Nach Angaben der in Großbritannien ansässigen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden bei den Kämpfen mindestens 23 kurdische Sicherheitskräfte und 39 IS-Kämpfer getötet. Dutzende Häftlinge seien entkommen.

Die von kurdischen Kämpfern dominierte Miliz Demokratische Kräfte Syriens (SDF) nahm nach eigenen Angaben 89 Häftlinge kurz nach deren Ausbruch aus dem Gefängnis wieder fest.

Nach einem Fluchtversuch in der Nacht kam es später zu einem "zweiten Massenausbruchsversuch von IS-Kämpfern" aus dem Gefängnis. Die Kämpfe nahe der Anstalt dauerten demnach am Freitag an. Einige IS-Kämpfer hätten sich in Häusern in der Nachbarschaft verschanzt und Bewohner als menschliche Schutzschilde missbraucht. Mindestens fünf Zivilisten seien bei den Gefechten getötet worden.

Laut der Beobachtungsstelle, deren Angaben von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen sind, war es der größte Angriff dieser Art seit der Zerschlagung des "Kalifats" des IS im Jahr 2019. Seitdem tauchten die verbliebenen Kämpfer ab oder zogen sich an entlegenere Orte zurück.

Die internationale Anti-IS-Koalition erklärte, die Dschihadistengruppe stelle nach wie vor "eine existentielle Bedrohung" in Syrien dar und es dürfe nicht zugelassen werden, dass die Miliz wieder an Stärke gewinne.

Ebenfalls in der Nacht zum Freitag attackierten IS-Kämpfer einen Militärstützpunkt im Osten Iraks. Dabei wurden elf Soldaten getötet, wie die Behörden in der Provinz Dijala mitteilten.

Der IS hatte 2014 weite Teile des Iraks und Syriens unter seine Kontrolle gebracht. 2017 erklärte die irakische Regierung ihren Sieg über die extremistische Gruppierung. Kleinere Gruppen von IS-Kämpfern sind aber vor allem in den ländlichen Gebieten nördlich von Bagdad und in den Provinzen Dijala und Salaheddin weiterhin aktiv.

In einem UN-Bericht aus dem vergangenen Jahr wurde die Zahl der noch aktiven IS-Kämpfer im Irak und in Syrien auf insgesamt 10.000 veranschlagt. Die IS-Präsenz im Osten Syriens, an der Grenze zum Irak, erstreckt sich vor allem auf Wüstengebiete, die unter halbautonomer kurdischer Verwaltung stehen.

Bis 2017 stützte sich der Irak auf die von den USA angeführte Militärallianz, um den IS zu bekämpfen. Doch inzwischen muss die Regierung in Bagdad diese Aufgabe selbst bewältigen, weil die Militärkoalition ihren Kampfeinsatz eingestellt hat. Truppen der Koalition sind noch im Land, aber sie sind nur noch mit Übungs- und Beratungsarbeiten betraut.

L.Barone--PV

Empfohlen

EPG-Gipfel: US-Truppenabzug drängt Europäer zu mehr Unabhängigkeit bei Verteidigung

Botschaft angekommen: Die Europäer haben nach der Ankündigung eines Abzugs von US-Soldaten aus Deutschland ihr Streben nach mehr Unabhängigkeit in der Verteidigung bekräftigt. Die Entscheidung Washingtons zeige, "dass wir die europäische Säule der Nato wirklich stärken müssen, und wir müssen wirklich mehr tun", sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas am Rande des Gipfels der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) in Eriwan am Montag. Nato-Generalsekretär Mark Rutte betonte, die Europäer hätten die Botschaft von US-Präsident Donald Trump "laut und deutlich gehört".

Oberlandesgericht Frankfurt verurteilt IS-Rückkehrerin zu Bewährungsstrafe

Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main hat eine IS-Rückkehrerin zu einer Jugendstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt. Das Gericht sprach die 30-jährige Angeklagte am Montag der mitgliedschaftlichen Beteiligung an einer ausländischen terroristischen Vereinigung schuldig, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte. Die Frau hatte die Vorwürfe gestanden.

Möglicher Hormus-Einsatz: Minenjagdboot "Fulda" unterwegs Richtung Mittelmeer

Leinen los für den möglichen Einsatz in der Straße von Hormus: Ein Minenjagdboot der Deutschen Marine ist unterwegs in Richtung Mittelmeer. Die "Fulda" legte am Montagnachmittag vom Marinestützpunkt Kiel-Wik aus ab, wie eine AFP-Reporterin berichtete. Das Schiff mit einer Besatzung von bis zu 45 Soldaten wird etwa zwei Wochen lang unterwegs sein. Grüne und Linke äußerten Bedenken gegen den Einsatz.

Bundesregierung will Schutz vor Cyberangriffen besser koordinieren

Die Bundesregierung will den Schutz vor Cyberangriffen ausbauen und besser koordinieren. Dazu wurde am Montag das Programm CyberGovSecure durch die Bundesverwaltung gestartet. In Abstimmung mit dem Bundesdigitalministerium und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sollen in den kommenden Jahren Maßnahmen zur Erhöhung der Cyberresilienz umgesetzt werden, wie das BSI in Bonn mitteilte.

Textgröße ändern: