Pallade Veneta - Schirdewan erklärt Kapitel um Wagenknecht-Abspaltung für beendet

Schirdewan erklärt Kapitel um Wagenknecht-Abspaltung für beendet


Schirdewan erklärt Kapitel um Wagenknecht-Abspaltung für beendet
Schirdewan erklärt Kapitel um Wagenknecht-Abspaltung für beendet / Foto: TOBIAS SCHWARZ - SID/Archiv

Linken-Chef Martin Schirdewan hat auf dem Bundesparteitag in Augsburg das Kapitel um die Abspaltung der Gruppe um Sahra Wagenknecht für beendet erklärt. "Gemeinsam schlagen wir ein neues Kapitel für die Partei Die Linke auf", sagte Schirdewan am Freitag in seiner Rede vor den Delegierten. Die Partei werde "zurück auf die Erfolgsspur" kommen, wenn sie Geschlossenheit, gegenseitigen Respekt und innerparteiliche Solidarität zeige.

Textgröße ändern:

Nach jahrelang öffentlich ausgetragenen Konflikten habe die Linke "gerade eine Zäsur erlebt", sagte Schirdewan. "Das hat unsere Glaubwürdigkeit beschädigt, das hat unser Vertrauen bei den Wählerinnen und Wählern beschädigt." In der jetzigen Situation liege aber auch eine "große Chance" zur Stärkung der Linken. Die zum 6. Dezember beschlossene Auflösung der Bundestagsfraktion nannte er gleichwohl einen "bitteren Verlust für unsere Partei".

"Wir sind die Linke und wir sind wieder da", sagte Schirdewan in seiner Rede. Die Linke bleibe die Partei der sozialen Gerechtigkeit und der Solidarität, betonte er und fügte hinzu: "Wenn alle anderen Parteien nach rechts marschieren, dann bleiben wir links."

Die "Ampel" gebe keine Antworten auf die gesellschaftlichen Herausforderungen und Probleme, sagte Schirdewan weiter. Er nannte die Regierungskoalition eine "Trümmertruppe", die begonnen habe, das Gesundheitswesen, den Sozialbereich und Demokratieförderprogramme zu "zerkloppen". Die Linke sei "ihr erbitterter Gegner, auf der Straße und in den Parlamenten".

Gebraucht werde eine "sozialistische Gerechtigkeitspartei", die sich einsetzt für Umverteilung von oben nach unten, für Steuergerechtigkeit und für öffentliche Daseinsvorsorge für alle.

Schirdewan sagte, die fünf reichsten Familien in Deutschland verfügten über das gleiche Vermögen wie die gesamte untere Hälfte der Bevölkerung. Das nannte er "obszönen Reichtum". Dem gegenüber stünden drei Millionen Kinder in Armut und drei Millionen Rentnerinnen und Rentner in Altersarmut.

Nötig seien "eine Übergewinnsteuer für die exzessiven Krisengewinne der Konzerne, höhere Steuern für Superreiche, eine Vermögensabgabe für Milliardäre", sagte der Linken-Chef. "Denn es gibt kein Recht auf Profit. Aber es gibt ein Recht auf Wohnen, auf Nahrung und auf Energie."

Die Europawahl am 9. Juni 2024 nannte Schirdewan eine "Schicksalswahl". Es gehe um die Frage, ob Europa "weiter in Krise und Zerfall" rutsche, während der Rechtsruck anhalte und die Klimakatastrophe voranschreite. Es gehe bei der Wahl darum, ob die "Kehrtwende für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Solidarität" gelinge, sagte Schirdewan.

B.Cretella--PV

Empfohlen

Regierungspartei siegt wie erwartet bei Parlamentswahl in Kasachstan

Die von Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterstützte Regierungspartei hat die Parlamentswahl in Kasachstan wie erwartet gewonnen. Laut am Sonntagabend im Staatsfernsehen veröffentlichten Prognosen kommt die Adilet-Partei auf 70 bis 72 Prozent der Stimmen. Fünf weitere Parteien sind demnach ebenfalls im Parlament vertreten, das nach einer im März verabschiedeten Verfassungsreform nur noch aus einer Kammer besteht. Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben der Wahlkommission bei gut 74 Prozent.

EU-Abgeordneter Glucksmann kandidiert bei Präsidentschaftswahl in Frankreich

Der linksgerichtete EU-Parlamentsabgeordnete Raphaël Glucksmann hat seine Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich verkündet. Sein Ziel sei es, "Frankreich wieder aufzurichten", sagte der 46-Jährige am Sonntagabend im Fernsehsender TF1. Vorwahlen im sozialdemokratischen Lager im Oktober sollen klären, ob Glucksmann als gemeinsamer Kandidat seiner Partei Place publique und der sozialistischen PS antritt.

Selenskyj: Ukraine war nicht an Anschlägen auf Nord-Stream-Pipelines beteiligt

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erneut bekräftigt, dass die Ukraine nicht an den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee im Jahr 2022 beteiligt gewesen sei. Kiew habe sich "niemals offiziell an irgendeiner Operation beteiligt, die mit der Sprengung von Nord Stream zu tun hatte", antwortete Selenskyj am Sonntag auf eine Journalistenfrage nach den Ermittlungen zu den Anschlägen.

Hunderte Asylsuchende sollen auf griechische Ägäisinseln verlegt werden

Nach der Rettung von mehr als 150 Migranten vor der Küste der Insel Kreta in den vergangenen Tagen wollen die griechischen Behörden hunderte Migranten in Aufnahmezentren auf Samos und Lesbos bringen. Die Verlegung auf die anderen Inseln diene der "Identifizierung, dem Screening und der Überprüfung" der Asylsuchenden vor einem möglichen Transfer in Einrichtungen auf dem Festland, teilte das Migrationsministerium am Sonntag mit. In einem Aufnahmezentrum in Norden des Landes kam es derweil zu Unruhen.

Textgröße ändern: